Alle Kinder lernen lesen. Ein Bücherspecial - Kind in Wien #12

Versendet am 23.11.2022

Beim trüben, kalten Wetter diese Woche verzieht man sich gerne mit einem Buch ins Warme. Foto: Pexels

Liebe Eltern,

anlässlich der Literatur-Großveranstaltung Buch Wien beschäftigen wir uns in dieser Ausgabe mit dem Thema Lesen. Ich bin und war immer eine große Leserin. Aber werde ich das an meine Kinder weitergeben können? Ich lese ihnen viel vor, selber benütze ich allerdings einen E-Reader. Oft sehen mich die Kinder leider nicht mit einem Buch – Stichwort: Vorbildwirkung.

In meiner Kindheit bin ich mittels rascheliger Papierseiten nach Bullerbü geflüchtet. Heute versinken Kinder sowie Eltern in Reels, TikToks oder Snaps. Dort wird zwar ebenfalls eine Fantasiewelt angeboten, allerdings voll mit allzu realer, aber zugleich unerreichbarer Ideale von Schönheit, perfekter Kindheit und feinstem Interieur. Vom Kopfkino wirklich entspannen lässt mich das nicht. Eher nach gedeckten Farben suchen, um das Kinderzimmer umzugestalten.

Ich beneide meine Kinder nicht darum, dass sie in der Zeit des digitalen Overkills aufwachen. Und ob und wie sich das alles irgendwann auf die Menschen auswirken wird, kann außerdem niemand sagen. Inzwischen versuche ich weniger digital zu lesen und lege Ihnen auch noch die Geschichte von Anna Goldenberg ​​„Verlernen wir das Lesen“ weiter unten ans Herz.

Unsere KIWI-Expertin und pädagogische Leiterin von Safer Internet, Barbara Buchegger, haben wir diese Woche gefragt, ab wann Kinder soziale Medien nutzen sollten. Frau Buchegger hat teils überraschende Antworten für uns parat.

Das Stadtabenteuer verschlägt uns, wie oben schon erwähnt, auf die Buch Wien in der Wiener Messe, wir geben Tipps, was Sie dort nicht versäumen sollten.

Dann haben wir natürlich noch ganz viele Empfehlungen für Lesestoff dabei, auch für Erwachsene, die Events der Woche und extra noch mal ein paar Kinderbücher für Sie herausgesucht.

Viel Spass beim Lesen!

Ihre Barbara Fuchs

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Verlernen wir das Lesen?

von Anna Goldenberg

Buch auf die Seite, Handy in die Hand. Wird unsere Aufmerksamkeitsspanne zu kurz für lange Texte? Die Forschung gibt spannende Antworten.

Die digitale Ablenkung macht es immer schwerer, in langen Texten zu versinken. Illustration: Vinz Schwarzbauer

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die Digitalisierung unser Leben rasant verändert. Vielen macht das Angst. Zwar ist eine enorme Anzahl an Studien zu Fragen rund um Digitalisierung und kognitive Fähigkeiten erschienen, aber immer noch gibt es wenige eindeutige Antworten auf eine existenzielle Frage: ob wir die wichtigste menschliche Kulturtechnik verlernen – das Lesen. Immer schwieriger wird es für Forscher, Kontrollgruppen zu finden: Die Zahl der Menschen, die ohne Internet leben, nimmt dramatisch ab.

Und die digitalen Geräte werden mehr: Seit dem heurigen Schuljahr werden die fünften Schulstufen in Österreich mit Tablets oder Laptops ausgestattet. 113.000 Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren erhielten vom Staat ihr eigenes Gerät. Diesen Herbst gibt es erstmals die Option, Schulbücher als reine E-Books zu bestellen.

Kann das gutgehen? Ist das ein Fortschritt? Immer weniger Erwachsene greifen zu Büchern. 1973 gaben noch knapp zwei Drittel der Bevölkerung an, gerne in Büchern zu lesen; 2016 war es nur noch knapp die Hälfte, wie das Marktforschungsinstitut Imas herausfand. Bei Kindern und Jugendlichen liegt dieser Anteil laut der oberösterreichischen Jugendmedienstudie in den vergangenen zehn Jahren stabil bei rund 50 Prozent. Bundesweite Zahlen sucht man allerdings vergeblich.

Was dennoch Sorge bereitet: Laut der Pisa-Studie von 2018 kann ein Viertel der österreichischen 15- und 16-Jährigen nur sehr einfache Texte erfassend lesen, „Lese-Risikogruppe“ nennt man dieses Segment. Hier sind soziale Faktoren ausschlaggebend; aber macht die Digitalisierung das Lesen zusätzlich schwieriger? Es ist kompliziert. Zwei Jahrzehnte Leseforschung zeigen deutliche Unterschiede, je nachdem, zu welchem Zweck man liest – ob zum Lernen oder zum Vergnügen. Das Problem: Ob Smartphone oder Kindle, ob Laptop oder iPad, auf welchen Geräten man wie gut liest, wird kaum differenziert. Aber von Anfang an.

Den ganzen Artikel von Anna Goldenberg aus dem FALTER 25/22 lesen Sie (kostenfrei) hier.


Frage an die KIWI-Expertin

Ab wann soll ich meinem Kind soziale Medien erlauben, Frau Buchegger?

Wir haben unsere KIWI-Expertin Frau Barbara Buchegger gefragt, ab wann Kinder TikTok, Snapchat und Instagram benützen sollten.

Bild von DI Barbara Buchegger, M.Ed.

DI Barbara Buchegger, M.Ed.

Pädagogische Leiterin von Saferinternet.at

KIWI-Expertin

Kind in Wien: Ab wann soll ich meinem Kind soziale Netzwerke erlauben?

Barbara Buchegger: Für die meisten sozialen Netzwerke gilt – laut dem „Kleingedruckten“ – ein Mindestalter von 13 Jahren. In Österreich darf man sich laut Gesetz überhaupt erst ab 14 Jahren in sozialen Netzwerken anmelden. In der Praxis sieht das freilich ganz anders aus: Kinder nutzen Instagram, WhatsApp, TikTok & Co. meist schon deutlich früher – z. B., wenn Freund:innen oder wichtige Influencer:innen dort aktiv sind. 

Eltern sollten dennoch nicht automatisch mit einem Verbot reagieren, das ist wenig wirksam. Besser ist es, sich vom Kind erklären zu lassen, warum und wie es bestimmte Netzwerke nutzen möchte und es bei seinen ersten Erfahrungen zu begleiten. Erkunden Sie gemeinsam die dort gebotenen Möglichkeiten und schauen Sie sich die Privatsphäre-Einstellungen genau an. Sprechen Sie mit Ihrem Kind außerdem über mögliche Risiken wie Cyber-Mobbing, Cyber-Grooming oder die Verbreitung von Falschinformation und vereinbaren Sie verbindliche Regeln – z. B., dass Ihr Kind keine persönlichen Daten preisgeben oder bei Kontaktanfragen von Fremden skeptisch sein soll.

Kind in Wien: Soll ich meinem Kind in sozialen Netzwerken folgen?

Buchegger: Das kommt darauf an. Wenn Ihr jugendliches Kind nicht von sich aus befreundet sein will, respektieren Sie seinen Wunsch nach Privatsphäre – im echten Leben haben Sie schließlich auch eine andere Aufgabe als die eines Freundes oder einer Freundin. Nutzen Sie soziale Netzwerke nicht, um die Aktivitäten Ihres Kindes zu kontrollieren. Das könnte Ihr Vertrauensverhältnis verletzen und dazu führen, dass sich Ihr Kind bei Problemen nicht mehr an Sie wendet. Außerdem wird es seine Privatsphäre-Einstellungen dann so treffen, dass Sie nichts Relevantes sehen können. 

Ist Ihr Kind noch sehr jung und neu in der Social-Media-Welt, kann eine Online-Freundschaft natürlich auch für beide Seiten hilfreich sein, da Sie es so besser beim sicheren Umgang mit sozialen Netzwerken unterstützen können. Üben Sie sich aber in Zurückhaltung: Elterliche Kommentare, das Schicken von Emojis etc. können dem Kind schnell peinlich sein. Akzeptieren Sie daher unbedingt, wenn Ihr Kind irgendwann nicht mehr mit Ihnen befreundet sein will!


Weitere Fragen und Antworten zur Social Media Nutzung von Kindern lesen Sie in der Langfassung des Interviews.

Haben auch Sie Fragen rund um das Thema Kinder und Familienleben, die Sie unseren KIWI-Expert:innen stellen möchten? Dann schreiben Sie uns gerne eine Mail an kiwi@falter.at!

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Österreichs Welterbestätten erkunden

Mit Kaiserin Maria Theresia durch das Schloss Schönbrunn spazieren, mit Albert von Rothschild in den Buchenurwäldern nach seltenen Tieren suchen oder mit dem flinken Zander rund um die prähistorischen Pfahlbauten tauchen: Das Buch Wundersames Welterbe erzählt über die zwölf Welterbestätten fesselnde Geschichten.

Für Kinder ab 7 Jahren

Erhältlich auf faltershop.at


Guter Abschluss

Ein erfreuliche Meldung zwischendurch: Die Kollektivvertragsverhandlungen in der Sozialwirtschaft, zu denen auch die Freizeitpädagog:innen zählen, wurden für beide Seiten zufrieden stellend abgeschlossen. Durchschnittlich sollen es 8,2 Prozent mehr werden, auch eine starke Erhöhung der niedrigen Gehälter wurde erreicht. Am 8.11. hatten zuvor die Freizeitpädagog:innen von 142 Wiener Volksschulen Betriebsversammlungen abgehalten, die Nachmittagsbetreuung entfiel dadurch für viele Volksschüler:innen.


Stadtabenteuer

Buch Wien 2022 (23. bis 27.11.)

Messe klingt zwar auf den ersten Blick nicht so spannend, aber durch das Mitwirken verschiedener Institutionen (u.a. Technische Museum), Unternehmen (darunter auch der FALTER und Der Standard) sowie einer eigenen Kinderbühne, lässt es sich sehr gut dort einen Tag verbringen. Das Vormittagsprogramm unter der Woche richtet sich eher an Schulklassen, am Nachmittag und am Wochenende ist dann aber ein Besuch für die ganze Familie interessant.

Viel Kinderprogramm und noch mehr Lesestoff auf der Buch Wien. Foto: Nicola Montfort

Wir haben ein paar Highlights für Sie gesammelt:

  • Donnerstag (23.11.), 14.45 bis 15.25 Uhr. Ab 8 Jahren.
    Der Autor und Terra-x-Moderator Dr. Florian Huber liest aus dem Buch „Versunkene Schätze. Von Atlantis bis Titanic“ und erzählt danach alles über den Beruf des Unterwasserarchäologen, abenteuerliche Expeditionen und wie die moderne Technik beim Schätze heben helfen kann.

  • Freitag (25.11.), 16.15 bis 16.55 Uhr. Von 8 bis 10 Jahren.
    Die vier Autorinnen des Buches „Grimmbart und das Taktgefühl in: Kapitän Grimmbart - Grusel der sieben Weltmeere - Band 1“, laden zu einer spannenden Lesung rund um den jüngsten Piraten der Welt ein und stellen das Bild der typischen Piratengeschichten auf den Kopf: Hier gibt es Piratenabenteuer, besonders auch für Mädchen.

  • Samstag, Sonntag (25. & 26.11), ab 10.00 Uhr. Von 8 bis 14 Jahren.
    Die Rätseltour für junge Leser:innen lädt dazu ein, die Messe auf eigene Faust erkunden. Start ist beim Rätsel-Tour-Tisch am Kinderbuch-Stand in der Messehalle D.

  • Samstag (26.11.), 12.45 bis 13.25 Uhr. Von 6 bis 11 Jahren.
    Eva Rudofsky zeigt in „Dein persönliches Monster“, einem Mini-Zeichenworkshop, wie man aus den Anfangsbuchstaben des Vornamen wilde Monster malt.

  • Samstag (26.11.), 15.45 bis 16.25 Uhr. Ab 6 Jahren.
    Unsere KIWI-Expert:innen Sophia Bolzano und Daniel Winkler geben nicht nur spannende Tipps rund um das Thema Bewegung, nein, sie sind auch noch Autor:innen! Bei der Buch Wien stellen sie ihr Buch „Alle Kinder fertig, los!“, das im Falter Verlag erschienen ist, vor. Darin sind 33 tolle Bewegungsideen für Kinder zwischen 3 und 10 Jahren enthalten.

  • Sonntag (27.11.), 15.00 bis 15.40 Uhr. Ab 3 Jahren.
    Die mehrsprachige Lesung und das Bilderbuchkino „Guten Morgen, schöner Tag“ von Elisabeth Steinkellner und Michael Roher erzählt von spannenden Abenteuern, die Kindern an ganz normalen Tagen passieren. Das Buch wird in mehreren Sprachen, unter anderem Ukrainisch und Arabisch, vorgelesen.

Besuchen Sie den FALTER auf der Buch Wien am Stand C05. Das gesamte Programm und etwaige Änderungen finden Sie hier.


Tipp: Sebastian Fasthuber hat in der FALTER:WOCHE 46/22 die besten Tipps der Buch Wien für Erwachsene aufgeschrieben.


Event-Tipps

Kindermusik, aber rockig

Gute Laune und viel Musik, Brennholz.Rocks spielt im Stadtsaal. Foto: Florian Tanzer

Frenk Lebel alias Brennholz.Rocks mag Musik und Witze. Und Kinder. Also hat der bereits erfolgreich als Songwriter – unter anderem komponierte Lebel schon für Lukas Perman, Christina Stürmer oder Tamee Harrison – arbeitende österreichische Sänger eines Tages eher durch Zufall beschlossen, anspruchsvolle Rockmusik für die ganze Familie zu schreiben. Auf den Bühnen des Landes ist Lebel momentan in großer Bandbesetzung unterwegs, um das neue Brennholz.Rocks-Album „Das Gegenteil von Sommer“ live vorzustellen. Mitmach-Passagen und Schmähs sind dabei natürlich fester Bestandteil. Das kurzweilige Familienkonzert ist für Kinder ab drei Jahren geeignet.

Stadtsaal, Samstag (26.11.), 11.00 Uhr


Baby, let’s dance!
Der Wiener BabyClub Shake Baby Shake ist für Eltern gedacht, die mit ihrem Nachwuchs auf das Tanzvergnügen nicht verzichten wollen. Bei angenehmer Beschallung legen alle zwei Monate unterschiedliche DJs ihre Platten auf. Für kleine Erfrischungen wird gesorgt. Barfußzone, Spielzimmer mit Bällebad, Wickelbereich, Tukluks und genügend Platz zum Chillen machen der gesamten Familie Freude.

Wuk, Museumssäle, Sonntag (27.11.), 15.00 Uhr


Winterliches Spektakel
Der Wintercircus erfreut mit Artistik, Luft-Akrobatik, Tiernummern, Zauberei, Jonglage, Clownerie und Gesang. Für Alt und Jung, Groß und Klein.

Kaiserwiese, vor dem Riesenrad, 25.11. bis 26.2., genaue Spielzeiten bitte wintercircus.at entnehmen


Wutschweiger

In der „Wutschweiger“ wird das Thema Kinderarmut tragischkomisch aufbereitet. Foto: Ruiz Cruz

Wie ist das, wenn die ganze Klasse auf Skiwoche fährt, aber du musst zuhause bleiben? Wie ist es, wenn du zu wenige Unterhosen für eine ganze Woche hast – und sich deine Eltern euren Alltag nicht leisten können? In „Wutschweiger“ von Jan Sobrie und Raven Ruëll müssen Ebeneser und seine Eltern aus ihrem Haus in eine kleine Wohnung in einem Wohnblock ziehen. Dort gibt es Stromzähler und Sammy. Das taffe Mädchen hat seine Mutter verloren und weiß, wo man säckeweise Muscheln findet: „Finden ist nicht Klauen.“ Sammy und Ebeneser gehen in dieselbe Klasse und freunden sich an. Zwischen simplen Wänden mit rechteckigen Löchern (Bühne: Anneliese Neudecker) erzählen Nils Hausotte und Lenya Gramß als Ebeneser und Sammy von Kinderarmut. Das tragikomische Stück beschreibt gut, wie wenig Verständnis das schulische Umfeld für die beiden aufbringt. Anja Sczilinski inszeniert mit wenigen Requisiten und ein paar Musikeinlagen. Am schönsten sind die leicht grotesken Erzählmomente: Ebenesers Eltern schrumpfen mit jeder Rechnung, die sie erhalten, ein bisschen mehr. Irgendwann sind sie so klein, dass der Junge seinen Vater in einem Glas Wasser mit einem „Tropfen Spüli“ wäscht. Ab acht Jahren. (Sara Schausberger)

Burgtheater, Vestibül, Samstag (26.11.), 15.00 Uhr


Baby, es gibt Musik
Gemeinsam mit Musikvermittlerin Birgit Reithofer wird in „Musik für die Allerjüngsten: Sonne, Mond und Sterne“ der Klang mit allen Sinnen entdeckt. Das gemeinsame Programm findet auf der Bühne statt. Von 0 bis 3 Jahren.

Das Muth, Sonntag (27.11.), 16.00 Uhr


Weihnachtliches Markttreiben
Der Mini Markt lädt dieses Wochenende unter dem Motto „It’s Christmas Baby“ zu einer Weihnachtsedition. Geschmackvolle Geschenke, feine Unikate und Handmade-Produkte laden zum Stöbern – und natürlich kaufen – ein.

Ottakringer Brauerei, Samstag (26.11.), 11.00 bis 20.00 Uhr, Sonntag (27.11.), 11.00 bis 18.00 Uhr


Musik, wie aus dem Wald

Der Wald macht Musik, Wien Modern zu Gast im Dschungel Wien. Foto: Alfonso Salgueiro

In „The Forest Concerts“ wird eine Geschichte über die vielfältige Geräuschwelt erzählt, die im Wald verborgen ist: Bebildert mit Illustrationen und geführt von einer Erzählerin tauchen die Besucher:innen in eine Welt ein, die sie mit interaktiven Elementen dazu einlädt, selbst Klänge und Geräusche zu erzeugen und Teil eines experimentellen Konzerts zu werden. Im Rahmen des Festival „Wien Modern“. Ab 7 Jahren geeignet. (Miriam Damev)

Dschungel Wien, Donnerstag (24.11.), 10.30 & 19.00 Uhr. Freitag (25.11.), 10.30, Samstag & Sonntag (26. & 27.11.), 16.00 Uhr


Leinwand-Abenteuer

Chihiros Reise ins Zauberland

Chihiro gerät in eine surrreale Zauberwelt, in der alles anders ist. Foto: Constantin Film

Die kleine Chihiro gerät in eine Zauberwelt, die von Göttern und Geistern bevölkert ist und ihren eigenen, surrealen Gesetzen folgt. „Mit Logik“, so Miyazaki, der Veteran unter Japans Trickfilmern, „kann man keinen Film machen“ - und gönnt sich, als gestresster, sechsarmiger Heizer eines Badehauses, gleich selbst einen reizenden Cameo-Auftritt. Ab 8 Jahren geeignet.

Filmhaus Spittelberg, Freitag (25.11.), 15.30 Uhr. Eintritt frei für Kinder!
(Im Rahmen des „Adventkino“ ist der Eintritt für Kinder am Freitag immer frei)


Kinderbücher

Elvis, Kate & Ziggy - Kleines Alphabet der Popmusik (ab 3 Jahren)

Kinder mögen Musik. Und damit ist keinesfalls zwingend jene penetrante Geräuschkulisse gemeint, die oft unter „Kindermusik“ läuft. Matthäus Bär weiß das, mit seinen Kinderliedern begegnet der Wiener den Kleinen frech und lustig, unterfordert sie aber keine Sekunde. Nun lädt er seine Fans mit einem Kinderbuch ein, in die „erwachsene“ Popmusik hineinzuschnuppern. Von Jacqueline Kaulfersch mit farbprächtigen Porträts hübsch illustriert, stellt Bär 26 prägende Musiker:innen vor, von „A“ wie Agnetha (Abba) bis „Z“ wie Ziggy Stardust alias David Bowie. Die Auswahl ist gelungen, die erklärenden Kurztexte sind kindgerecht einfach und doch informativ, die Reime zu jeder Person angemessen verblödelt und ziemlich lustig: „Er wird doch wohl nicht heiser bleiben? Tom singt wie 30 Eisenreiben“, heißt es etwa über Tom Waits.

Matthäus Bär: Elvis, Kate & Ziggy. Kleines Alphabet der Popmusik. Illustriert von J. Kaulfersch. Matthey & Melchior, 64 S., € 14,90

Erhältlich im faltershop, Rezension: Gerhard Stöger


Kati will Großvater werden (ab 4 Jahren)

Großväter sind Vorbilder. Und Kinder lieben ihre Großväter. Deswegen vermag es kaum zu verwundern, dass die kleine Kati sich vornimmt, selbst ein Großvater zu werden. Das geht vorbei, denken die Erwachsenen. Aber Kati lässt sich davon nicht beeindrucken. „Wenn ich Großvater werde, können Großvater und ich beste Freunde sein und Großvaterdinge machen“, meint sie. Zum Beispiel Akkordeon spielen, Zitronenbonbons verteilen und es nie eilig haben. Das junge Duo, das diese erfrischende Geschichte in die Welt gesetzt hat, stammt aus Lettland. Signe Viska mag Wortspiele und hat laut Verlagshomepage selbst immer ein paar Zitronenbonbons in der Tasche. Elina Braslinas wilde Buntstiftstriche illustrieren die unbändige, anarchische Fantasie der kleinen Kati.

Signe Viška, Elīna Brasliņa (Illustrationen): Kati will Großvater werden. Atlantis Verlag, 32 S., € 18,50 (ab 4)

Erhältlich im faltershop, Rezension: Kirstin Breitenfellner

Diese Kinderbuchempfehlung stammt aus dem FALTER Bücher-Herbst 2022. Weitere Buchtipps für Klein und Groß finden Sie in der kostenlosen Beilage.


Das Geheimnis hinter den Geschichten (ab 10 Jahren)

Warum schreibt jemand Kinderbücher, und erzählen sie die Wahrheit? Diese Frage wird dem ehemaligen Pantomimen und heutigen Lektor, Produzenten und Drehbuchautor Ebi Naumann eines Tages von einem Nachbarskind gestellt. Da er sowieso gerade ein neues Buch schreiben will, nimmt er das Thema dankbar auf. Das Besondere an den 20 so entstandenen Porträts ist, dass das Leben von Stars wie J.R.R. Tolkien, Erich Kästner, Astrid Lindgren und Frida Nilsson mit der Suche nach ihrer Motivation, zu schreiben, verbunden wird. Damit legt Naumann nicht nur eine lehrreiche und charmante Geschichte der Kinderbuchliteratur anhand ausgewählter Beispiele vor, sondern auch eine kindgerechte Reflexion über das Verhältnis von Realität und Fantasie, von Leben und Literatur. Chapeau!

E. Naumann, K. Engelking: Das Geheimnis hinter den Geschichten. Woow Books, 144 S., € 20,60 (ab 10)

Erhältlich im faltershop, Rezension: Kirstin Breitenfellner


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