Erst eins ... - Kind in Wien #13

Versendet am 30.11.2022

Hallo Dezember. Kalt und trüb ist es schon, nur Schnee fehlt leider noch. Foto: Pexels

Liebe Eltern,

ich gestehe: Ich liebe Weihnachten. Unsere Wohnung ist – zumindest meiner Meinung nach – geschmackvoll dekoriert und „Christmas with the Rat Pack“ läuft in Dauerschleife. Mag sein, dass das für viele kitschig und schauderhaft ist, für mich bringt es Glitzer und Wärme in die sonst so dunkle Vorweihnachtszeit, die randvoll ist mit sozialen Verpflichtungen, diversen Krankheiten der Kinder und der Erwerbsarbeit. Über das leidige Thema Vereinbarkeit von Familienplanung und Arbeit hat meine Kollegin Sara Schausberger passenderweise in der aktuellen FALTER-Ausgabe einen interessanten Text über die Regisseurinnen und Mütter Fanny Brunner und Sara Ostertag geschrieben.

Ein weiterer Fixpunkt im Dezember: schnupfende Babys! Was wirklich hilft, verrät uns Dr. Florentine Schlick-Norooz, Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde und KIWI-Expertin.

Wenn Sie gerne Christkind spielen wollen, dann machen Sie doch bei der FALTER-Aktion „Hilfe, Geschenke!“ zugunsten des Wiener Integrationshauses mit. Lesen Sie mehr dazu weiter unten.

Diese Woche schicken wir Sie auf einen Bauernhof, aber nicht raus aus der Stadt, sondern auf das Landgut am Cobenzl, wo in der Vorweihnachtszeit feine Dinge wie Kekse backen oder Tiere streicheln am Programm stehen.

Wir können uns momentan übrigens kaum retten vor Terminen, eine kleine Auswahl haben wir wie jede Woche für Sie dabei. Das Leinwand-Abenteuer spielt ebenfalls in der Weihnachtszeit, nur die Bücherempfehlungen sind zeitlos.

Schönen Start in den Advent wünscht

Ihre Barbara Fuchs

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Die Tragödie der Geburt

von Sara Schausberger

Sara Ostertag und Fanny Brunner sind Regisseurinnen – und haben ein Kind. Im Theater ist das die Ausnahme. Warum?

Sara Ostertags neue Inszenierung „Die Milchfrau“ erzählt vom Handel mit Muttermilch und feiert am 6. Dezember im Kosmos Theater Premiere. Foto: Apollonia T. Bitzan

Ein Blick auf ihre Biografie offenbare das Dilemma, sagt Fanny Brunner: "Ich bin mit 39 Jahren Mutter geworden. Schon daran erkennt man, dass ich das Kinderkriegen als Bedrohung oder zumindest als Einschränkung empfunden habe." Einerseits hatte sie einen Beruf, den sie liebte, andererseits wollte sie wirklich gerne ein Baby haben.

Was die inzwischen 49-jährige Wiener Regisseurin, die derzeit am Theater Paderborn probt, erzählt, steht für eine ganze Branche. Familienplanung und Theater lassen sich kaum vereinbaren. Obwohl die Bühne ein Arbeitsplatz sein sollte, der die Gleichstellung von Mann und Frau fördert, gibt es kaum Regisseurinnen, die Kinder haben. Woher rührt dieser Missstand?

Fanny Brunner schob das Kinderkriegen zunächst auf die lange Bank: "Je freier du bist und je weniger Probleme du machst, desto größer sind die Chancen, dass du einen Regieauftrag bekommst." Mit 38 verlor die Theatermacherin ein Baby, als sie im dritten Monat schwanger war. "Damals hat das Spiel mit der Zeit angefangen, und da ging es noch nicht einmal um die Vereinbarkeit von Kind und Beruf, sondern von Schwangerschaft und Job."

"Die Vorstellung einer Regisseurin mit Babybauch gibt es in unseren Köpfen nicht", stellt Sara Ostertag, 37, Mutter eines zweijährigen Kindes, fest. Für schwangere Schauspielerinnen existieren arbeitsrechtliche Regelungen, etwa wie laut es auf der Bühne sein darf oder wie lange sie im Bühnennebel stehen dürfen. Anders sieht es im Regiefach aus. "Ich habe bis zum Mutterschutz gehackelt", so Ostertag. "Und dann trotz Schonung weiter, weil man als Selbstständige ja bis zur Geburt arbeiten darf." Ihre Tochter hat die Theatermacherin von Anfang an zu Proben mitgenommen. Auch bei Interviews ist Zita manchmal dabei, wird gewickelt, während die Mutter erzählt.

Sara Ostertag gehört zu den erfolgreichsten Regisseurinnen Österreichs. Gemeinsam mit ihrem Kollektiv Makemake Produktionen erhielt sie mehrmals den Stella-Preis für Kinder- und Jugendtheater und den Nestroypreis. Wenn die Künstlerin mit Makemake Produktionen inszeniert, macht sie Proben, die kinderfreundlich von neun bis 16 Uhr angesetzt sind.

Die Kollegin Brunner handhabt es ähnlich wie Ostertag. Wenn sie in der freien Szene mit ihrer Gruppe Dreizehnter Januar inszeniert, gibt es keine zweigeteilten Proben wie an Theaterhäusern eigentlich üblich. Die Ensembles proben normalerweise von zehn bis 14 Uhr und von 19 bis 22 Uhr, wenn keine Vorstellungen angesetzt sind. Dieses System existiert vor allem in Deutschland, Österreich und der Schweiz, in Ländern wie Belgien oder den Niederlanden sehen Theater lange Proben vor.


Den ganzen Artikel von Sara Schausberger aus dem aktuellen FALTER lesen Sie hier (kostenpflichtig, mit Probe-Abo gratis).


Frage an die KIWI-Expertin

Mein Baby hat Schnupfen, was hilft wirklich, Frau Schlick-Norooz?

Ein Babyschnupfen kann langwierig sein, was Eltern tun können erklärt unsere KIWI-Expertin Frau Schlick-Norooz.

Bild von Dr. Florentine Schlick-Norooz, PhD

Dr. Florentine Schlick-Norooz, PhD

Fachärztin für Kinder- und Jugendheilkunde, Kinderarztpraxis Schumanngasse

KIWI-Expertin

Kind in Wien: Mein Baby schnupft, was hilft wirklich?

Florentine Schlick-Norooz: Gerade in der kalten Jahreszeit lassen sich Infekte nicht vermeiden, schon gar nicht, wenn das Kind gerade im Kindergarten eingewöhnt wird. Ob Husten, Schnupfen oder Fieber – altbewährte Hausmittel helfen, Beschwerden und Unwohlsein bei Kindern sanft und natürlich zu lindern. Gerade bei Säuglingen kann eine verstopfte Nase die Atmung und das Trinken schnell erschweren. Hier helfen dann isotonische Salzlösungen, welche die Schleimhäute befeuchten und gleichzeitig regenerieren. Zudem lösen sie Schleim und Verkrustungen. Bei älteren Kinder kann eine Nasendusche mit Salz- oder Meersalzlösung hilfreich sein. Das Durchspülen reinigt die Nase und schwemmt gleichzeitig die Erreger aus. 

Da gerade im Winter die trockene Heizungsluft die Schleimhäute zusätzlich reizt, hilft es die Umgebungsluft zu befeuchten. In Innenräumen ist daher eine Luftfeuchtigkeit von circa 50 Prozent zu empfehlen. Das erreicht man zum Beispiel mit einem feuchten Handtuch auf der Heizung. Gleichzeitig sollten die Räume nicht übermäßig geheizt werden, eine Zimmertemperatur von maximal 20 Grad Celsius ist optimal.

Kind in Wien: Auch der Nasensauger bringt keine Erleichterung. Haben Sie einen Tipp?

Schlick-Norooz: Bei hartnäckigeren Fällen, wenn sich der Schleim in der Nase nur schwer mit Kochsalzlösungen lösen oder dem Nasensauger absaugen lässt und das Atmen schwerfällt, helfen abschwellende Nasentropfen. Diese ziehen die feinen Gefäße zusammen, sodass das Sekret abfließen kann und auch die Nebenhöhlen besser belüftet werden. Wichtig: auf die altersgemäße Dosierung achten und abschwellende Nasentropfen- oder sprays für höchstens sieben Tage in Folge anwenden. Am besten Nasentropfen mit wundheilenden Zusätzen wie Dexpanthenol und Hyaluronsäure. Verwenden, das pflegt und schützt gleichzeitig die empfindlichen Schleimhäute.

Um dem Baby das Abhusten und Atmen zu erleichtern, ist es auch sinnvoll, das obere Teil des Bettchens zu erhöhen.


Weitere Fragen und Antworten zu Schnupfen bei Babys lesen Sie in der Langfassung des Interviews.

Haben auch Sie Fragen rund um das Thema Kinder und Familienleben, die Sie unseren KIWI-Expert:innen stellen möchten? Dann schreiben Sie uns gerne eine Mail an kiwi@falter.at!

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Österreichs Welterbestätten erkunden

Mit Kaiserin Maria Theresia durch das Schloss Schönbrunn spazieren, mit Albert von Rothschild in den Buchenurwäldern nach seltenen Tieren suchen oder mit dem flinken Zander rund um die prähistorischen Pfahlbauten tauchen: Das Buch Wundersames Welterbe erzählt über die zwölf Welterbestätten fesselnde Geschichten.

Für Kinder ab 7 Jahren

Erhältlich auf faltershop.at


Christkind spielen: Hilfe, Geschenke!

Sie wollen Gutes tun und feine Dinge gewinnen?

Der FALTER veranstaltet auch heuer wieder die Aktion „Hilfe, Geschenke!“ zugunsten des Wiener Integrationshauses.

Wer jetzt mindestens zehn Euro für das Wiener Integrationshaus spendet, kann lauter schöne Dinge gewinnen – zum Beispiel diese süßen Weihnachtsgeschenke für Kinder und die ganze Familie:

  • Geschenk #144: Zwei Boxen Schaf“ und Esel“ von Hoxbox

  • Geschenk #146: Drei handgefertigte Holztiere nach Wahl von Besondere Holztiere

  • Geschenk #164: Vier Karten für das Familienkonzert Das klingende Wohnzimmer | Vergissmeinnicht“ von Jeunesse

  • Geschenk #140: Nintendo Switch Lite inklusive Mario Kart 8 Deluxe“ und Kirby und das vergessene Land“ von Nintendo Österreich

Je mehr Lose à zehn Euro Sie kaufen, desto höher sind Ihre Gewinnchancen bei der großen Geschenkeverlosung. Aber schnell sein: Teilnahmeschluss ist der 6. Dezember 2022.


Stadtabenteuer

Winterzeit am Landgut Cobenzl

Kekse backen und Tiere streicheln: perfekte Vorweihnachtsbeschäftigung. Foto: Landgut Cobenzl

Vor bald 20 Jahren wurde das Landgut Cobenzl gegründet, um kleinen Stadbewohner:innen zu zeigen: Woher kommt die Milch, wie wird Brot gebacken, woher kommt überhaupt Getreide? Am Bauernhof wird gezeigt, was Bio-Landwirtschaft ausmacht, feine Geburtspartys können auch gebucht werden.

Jetzt in der Vorweihnachtszeit gibt es an den nächsten Wochenenden die Möglichkeit bei der Winterzeit am Landgut Cobenzl Kekse zu backen und dann die süßen Tiere zu streicheln. Gemeinsam wird der Teig geknetet, um daraus herrliche Naschereien zu machen. Anschließend geht es in die Ställe zu den Tieren, die ausgiebigst kennengelernt und gestreichelt werden dürfen. Anmeldung ist erforderlich (via Mail bzw. telefonisch unter 01 328 94 04 20), geeignet ab 4 Jahren.


Am Cobenzl 96a, 1190 Wien, 3.-4.12., 10.-11.12., 17.-18.12. (Achtung: 18.12. bereits ausgebucht), 11.00 bis 12.30 Uhr (Infos zu eventuell ausgebuchten Terminen finden Sie auf der Website).

Öffentliche Anreise: Bus 38A von Heiligenstadt bis Cobenzl Parkplatz

Ein Interview mit der Marketing-Leiterin vom Landgut Wien Cobenzl lesen Sie im gedruckten Kind in Wien.


Event-Tipps

Grenzüberschreitend

Das Burgtheater zu Gast im Sonnwendviertel. Foto: Ruiz Cruz

Gerda ist zehn und hat gerade „Die drei Musketiere“ gelesen, als sie auf Sarah und Daniel trifft, die Hilfe brauchen. Sie überlegt nicht lange und begleitet die beiden in „Über die Grenze“ auf ihrer abenteuerlichen Reise über die Grenze, auf deren anderen Seite der Vater der beiden Kinder wartet. Eine Geschichte über Freundschaft, Flucht und Mut. Ein Gastspiel des Burgtheaters. Ab neun Jahren. (Sara Schausberger)

Gleis21, 1100 Wien, Samstag (3.12.), 15.00 Uhr


Hier kommt der Nikolo!

Im Kindermuseum Schloss Schönbrunn wird der Nikolo gleich einen ganzen Tag lange gefeiert. Er hat für alle Kinder kleine Geschenke dabei! Danach empfehlen wir einen Abstecher zum Weihnachtsmarkt vor Schloss Schönbrunn. Handgefertige Krippen, das Erlebnis-Sternenhäuschen oder einer Weihnachtswerkstatt stimmen alle Besucher auf die Weihnachtszeit ein.

Kindermuseum Schloss Schönbrunn, Nikolofeier, Dienstag (6.12.), 10.00 bis 16.00 Uhr
Weihnachtsmarkt Schloss Schönbrunn, bis 04.01.2023, www.weihnachtsmarkt.co.at


Hier kommt auch der Nikolo!

Auch der Urania Kasperl bekommt Besuch vom Nikolo. Kasperl und Pezi und natürlich die Kinder bekommen alle ein Sackerl, auch die nicht so braven Besucher:innen. Wundervolle Stimmung garantiert. Immer gut besucht, wenige Restkarten an der Theaterkasse. Ab circa vier Jahren.

Urania, Mittlerer Saal, ab Donnerstag (1.12.) bis Dienstag (6.12.), jeweils 15.00 & 17.00 Uhr, am 3.12. & 4.12. auch um 13.00 Uhr


Weihnachtsmusik

Die Liedermacherin Mai Cocopelli besingt den Winter. Foto: Sahlia

Beim Mitmachkonzert der beliebten Kinderliedermacherin Mai Cocopelli, dreht sich alles rund ums Schlittenfahren, Schneemannbauen und Keksebacken. Gut geeignet ab circa vier Jahren.

Stadtsaal, Samstag (3.12.), 11.00 & 15.00 Uhr (Restkarten an der Kassa)


Hier kommt der Kasperl!

Das sonst eher als Sommerlocation bekannte Usus öffnet auch im Winter seine Türen. Während die Eltern einen Punsch genießen, unterhält die Puppenbühne Amadeus mit dem Stück „Kasperl und der Weihnachtszauber“ die kleinen Gäste. Ab circa drei Jahren.

Usus am Wasser, 1210 Wien, Sonntag (4.12.), 14.00 bis 15.00 Uhr; weiterer Termin am 18.12.


Wieder mal Kunst mit Baby

Diesmal haben Jungeltern die Gelegenheit in der Babypause die Ausstellung „Look“ sowie die Architektur in der Heidi Horten Ausstellung mit dem Baby kennenzulernen. Selbstverständlich gibt es Stillmöglichkeiten und einen Wickeltisch.

Heidi Horten Collection, Mittwoch (7.12.), 11.00 Uhr


Lernen von den Besten

Spannende Gäste und staunenden Kinder bei der Wiener Kindervorlesung. Foto: Alexandra Eizinger

Seit der österreichische Physiker Anton Zeilinger für seine Quantenforschung einen Nobelpreis erhielt, fragen sich viele, was an diesen winzigen Teilchen denn so toll ist. Sie sind mit bloßem Auge nicht zu sehen, und wenn eines davon etwas macht, muss ein anderes dasselbe tun, obwohl es weit weg ist. Aber wie funktioniert das? Wissenschaftler Rupert Ursin taucht bei der Wiener Kindervorlesung: Nobelpreis Spezial ins Universum der Quanten ein und erklärt, warum diese durch zwei Türen gleichzeitig gehen können, die Menschen aber nicht. Ab acht Jahren. (Lisa Kiss)

Zoom Kindermuseum, Samstag (3.12.), 17.00 Uhr


Weihnachts-Shopping

Ein relativ entspanntes Shoppingerlebnis verspricht der Edelstoff-Weihnachtsmarkt. Während Eltern sich unter den 160 Austeller:innen Geschenkideen holen, werden Kinder in der Kekswerkstatt oder beim Bauen eines Zahnbürstenroboters (!) glücklich. Und: Kinder zahlen keinen Eintritt!

MARX-Halle, Samstag (3.12.), 11.00 bis 19.00 Uhr, Sonntag (4.12.), 11.00 bis 18.00 Uhr


Leinwand-Abenteuer

Ein Weihnachtsfest für Teddy

Wunderbarer Weihnachtsfilm rund um Mariann und einen unkuscheligen Teddy! Foto: Polyfilm

Mariann ist begabt für das Zauberhafte. Für sie hat jeder Baum eine Familie und mag für Weihnachten nicht gefällt werden; Schneemänner können sprechen, Holzstücke verwandeln sich in etwas Lebendiges, auch der Teddy, den sie als Hauptpreis am Adventsmarkt erspäht hat. Nur hat der Brummbär gar keine Lust, von einem Kind gewonnen zu werden, hält er sich doch zu Größerem berufen und möchte die Welt sehen! Entzückender norwegischer Weihnachtsfilm mit Animationsfilmszenen, in denen ein einsames Igelmädchen den Titelhelden das Kuscheln lehrt – lustiger Höhepunkt: ein Albtraum des Teddys! Empfohlen ab sechs Jahren. (Michael Omasta)

Die aktuellen Spielzeiten finden Sie auf falter.at/kino.


Kinderbücher

Die Freude springt aufs Trampolin (ab 4 Jahren)

Über Gefühle zu sprechen ist schwer. Tina Oziewicz lässt sie in Aktion treten, als ob es Lebewesen wären. Jede Emotion bekommt einen Satz auf einer Doppelseite. „Dankbarkeit verbreitet Wärme.“ „Neid zertrampelt alles Schöne.“ „Mitgefühl sammelt Schnecken vom Gehweg auf.“ „Geduld hat den schönsten Garten.“ „Sorge muss viel jonglieren.“ Die Bilder dazu stammen von Aleksandra Zajac. Da Gefühle unsichtbar sind, erfindet sie für jedes ein ganz eigenes kleines graues Monster. Dieses originelle Buch vermag zwar nicht das Sprechen über Gefühle zu ersetzen, denn Gefühle werden hier nicht erklärt, sondern dargestellt. Aber es kann einen in die Lage versetzen, deren Unterschiedlichkeit besser wahrnehmen zu lernen und sich auch mit den unangenehmen so weit anzufreunden, dass man sie nicht mehr verleugnen muss. Ein Wurf mit Potenzial zum Kinderbuchklassiker von zwei jungen Polinnen.

Tina Oziewicz, Aleksandra Zając (Illustrationen): Die Freude springt aufs Trampolin. Knesebeck, 72 S., € 15,40 (ab 4)

Erhältlich im faltershop, Rezension: Kirstin Breitenfellner


Dicke Biber (ab 8 Jahren)

Die österreichische Autorin Bettina Balàka ist bekannt dafür, ansprechende Unterhaltung zu liefern, ohne ihre Leserschaft zu unterfordern. Da war es naheliegend, sich einmal an einem Roman für eine jüngere Zielgruppe zu versuchen. Das Schöne an „Dicke Biber“: Es ist für alle Altersstufen ab frühestens acht zu empfehlen, auch für Erwachsene. Held von „Dicke Biber“ ist Pico, nach der dritten Klasse Gymnasium hätte er sich einen Urlaub am Meer gewünscht. Stattdessen verbringt er den Sommer mit seinen Eltern in einem modrigen Gartenhaus an einem Donau-Altarm. Ohne WLAN! Die Enttäuschung weicht bald Faszination über die Fauna. Als Stadtkind hat Pico zunächst keine Ahnung von den vielen Tieren, die ihn hier umgeben. Gemeinsam mit ihm lernt man von Hirschkäfern, Graureihern oder von den titelgebenden Bibern, die beileibe nicht bei allen beliebt sind. Ein Krimi wird aus dem Buch zwar erst ganz am Schluss, von dem Etikettenschwindel abgesehen ist es ein rundum gelungenes Buch, das ohne Zeigefinger auf die Bedeutung von Naturschutz hinweist.

Bettina Balàka, Raffaela Schöbitz (Illustrationen): Dicke Biber. Leykam, 256 S., € 17,00 (ab 8)

Erhältlich im faltershop, Rezension: Sebastian Fasthuber


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