Große Sprünge, flotte Kufen - Kind in Wien #18

Versendet am 18.01.2023

Wir brauchen wieder warme Hauben, der Wetterbericht kündigt Schnee an! Foto: Pexels

Liebe Eltern,

der Winter ist zurück! Ehrlich gesagt freut mich das nicht so richtig, ich bin eher der Typ Sommer, Hitze, Stand. Aber die Kinder können die (zumindest angekündigte) Schneedecke kaum erwarten. Sollte die Prognose wirklich eintreffen, holen wir die Rodeln aus dem Keller und verraten Ihnen gleich nächste Woche, wo der Bob am schnellsten den Hügel runtersaust.

Wir recherchieren momentan zum Thema Medikamentenknappheit bei Kindern. Hatten Sie diesen Winter schon einmal Probleme, adäquate Medikation für Ihr Kind zu bekommen? Schreiben Sie uns gerne Ihre Erlebnisse an kiwi@falter.at oder antworten Sie einfach auf diese Mail, mehr zum Thema lesen Sie dann nächsten Mittwoch.

Unsere KIWI-Expertin beschäftigt sich diese Woche mit dem Thema Lispeln. Warum Kinder einen Sprachfehler haben und was Eltern tun können, verrät uns die Logopädin Anna Maria Honeder.

Da die Schneedecke in Wien noch bis zum Wochenende auf sich warten lässt, bleiben wir in der Stadt und schicken Sie in den Multisensorischen Kreativraum MuSe beim Hauptbahnhof.

Und was ganz Spannendes: In Wien können Kinder dieses Wochenende sogar das Skispringen ausprobieren, mehr dazu lesen Sie bei den wieder sehr zahlreichen Event-Tipps. Ins Kino geht es auch wieder und wie jede Woche finden Sie am Ende des Newsletters unsere Kinderbuchempfehlungen.

Eine feine Woche wünscht

Ihre Barbara Fuchs

Anzeige

studio linea – das Zeichenstudio für Kinder und Jugendliche in Wien startet im Februar mit den nächsten Kursen: Von Zeichenbasics, Comic, Figuren, Mode oder Tiere zeichnen über Manga bis zu Urban Art.

Dabei gibt es mehrteilige Kurse oder Themenworkshops an den Wochenenden, für Anfänger und Fortgeschrittene von 6 bis 17 Jahren.

Mehr Info und Programm auf www.studiolinea.at


Kurzmeldungen

Am Montag hat die Einschreibung für die städtischen Volksschulen für das Schuljahr 2023/24 in Wien gestartet, mehr als 21.000 Erstklässler werden erwartet. Die Einschreibung ist noch bis 27. Jänner möglich.

Waren Sie schon bei der Einschreibung in der Volksschule? Was haben Sie erlebt? Schreiben Sie uns gerne an kiwi@falter.at, wie es Ihnen und Ihren Kids ergangen ist!


Seit gestern bietet die Wiener Lernhilfe wieder mehr als 1.100 kostenlose Kurse für Schüler:innen von Mittelschulen, AHS-Unterstufen und Volksschulen, die Lernprobleme haben, an. Alle Informationen und die Anmeldung finden Sie hier.


Frage an die KIWI-Expertin

Mein 3-jähriges Kind lispelt, braucht es Logopädie?

Viele Kleinkinder entwickeln einen Sprachfehler, ob und wie man diesen behandeln muss, verrät unsere KIWI-Expertin und Logopädin Anna Maria Honeder.

Bild von Anna Maria Honeder, MEd.

Anna Maria Honeder, MEd.

Logopädin in der Kinderarztpraxis Schumanngasse

KIWI-Expertin

Kind in Wien: Mein 3-jähriges Kind lispelt, braucht es Logopädie?

Anna Maria Honeder: Das Lispeln an sich ist in diesem Alter kein Grund für eine logopädische Therapie, allerdings ist es auch bei einem 3-jährigen Kind sinnvoll, über die Ursachen dieser Ausspracheauffälligkeit nachzudenken, denn eventuell ist es nur ein Symptom mit bedeutungsvollerer Ursache.

Kind in Wien: Wie lange dürfen Kinder lispeln oder könnte sich das doch noch rauswachsen?

Honeder: Das /s/ ist ein schwieriger Laut, für den die Zunge hinter den Zähnen eine Schwebelage einnimmt, damit er „richtig und schön“ klingt. Dafür darf man den Kindern ruhig Zeit lassen, da es eine geübte Koordination der Mundmuskulatur erfordert.

Bei gesunder Mund- und Gesichtsmuskulatur kommt es durchaus oft vor, dass sich die Zunge für den /s/-Laut spätestens nach dem Zahnwechsel optimal positioniert und das /s/ somit für die deutsche Sprache richtig klingt. 

Das ist auch der Grund, warum viele Logopäd:innen den Zahnwechsel abwarten wollen, bevor sie mit einer Therapie beginnen. Viele Eltern wünschen sich für ihr Kind allerdings eine Behandlung vor Schuleintritt, um es möglichst vor Hänseleien zu schützen. Ich denke, hier braucht es eine individuelle Herangehensweise.

Sinnvoll ist es sicher frühzeitig in einer logopädischen Praxis vorstellig zu werden, um nach Begutachtung über die Therapierelevanz und den geeigneten Zeitpunkt zu sprechen. 

Kind in Wien: Wie wird ein S-Fehler behandelt? 

Honeder: Einerseits wird ggf. die Mund- und Gesichtsmuskulatur der Kinder durch gezielte und individuelle Übungen gestärkt, andererseits übt man den Laut zuerst auf Lautebene, später auf Silben, Wort und Satzebene, dann beim Erzählen. Wichtig ist es auch Strategien zu erarbeiten, wie die (v.a. größeren) Kinder den neuen, ungewohnten Laut dann auch in den Alltag übertragen und beim Sprechen verwenden können.


Das ganze Interview zum Thema Lispeln im Kleinkindalter lesen Sie in der Langfassung.

Haben auch Sie Fragen rund um das Thema Kinder und Familienleben, die Sie unseren KIWI-Expert:innen stellen möchten? Dann schreiben Sie uns gerne eine Mail an kiwi@falter.at!


Stadtabenteuer

MuSe – multisensorischer Kreativraum

Der Snoezelraum „Snoozy Land“ ist besonders entspannend und aktivierend zugleich. Foto: Dima Levichev

Im 10. Bezirk, in der Nähe vom Hauptbahnhof, versteckt sich ein ganz besonderer Indoor-Spielplatz, der Multisensorische Kreativraum, kurz MuSe. Kleine Besucher:innen erwartet unter anderem ein klassischer Open-Play-Bereich mit Klettergerüst aus Holz und Spielsachen, Highlight ist aber eine maßangefertigte kinetische Wand mit einem Ballspiel. Kinder müssen hier den Ball durch eine Art Labyrinth mit Hindernissen navigieren.

Zusätzlich lädt noch der Multifunktionsraum Snoozy Land für Kinder ab 0 bis 4 Jahren mittels Licht- und Toneffekte zum Träumen ein. Ältere Kinder (ab 7 Jahren) werden im Laserlabyrinth glücklich! Jeden Freitag findet zudem von 9.30 bis 12.00 ein Baby-Treffen mit Kaffee und Kuchen statt. Die Räume können auch für Geburtstagspartys gemietet werden, zahlreiche Kurse für Kinder verschiedener Altersstufen werden auch angeboten.


MuSe, Karl-Popper Strasse 8, 1100 Wien

Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag 15.00-18.00 Uhr, Freitag 9.30-18.00 Uhr, Samstag & Sonntag 10.00-18.00 Uhr (freitags und am Wochenende häufig für Geburtstagsfeiern reserviert, Kontaktaufnahme vor Besuch wird erbeten, unter Tel. +43 676 542 39 02 oder hallo@muse.wien)


Event-Tipps

Langes Warten auf die Supernova

Holiday on Ice: finales Schaulaufen in extravaganten Kostümen. Foto: Holiday on Ice Productions

Nach der actionreichen Revue Showtime sind die Erwartungen an die neue Produktion von Holiday on Ice hoch. Doch schon nach der ruhigen Eröffnungsnummer der neuen Produktion Supernova lässt die Spannung nach: Die Läufer:innen kurven unaufgeregt zu sanften Tönen nacheinander in einer Winterlandschaft über die Eisfläche. Nur langsam erhöht sich das Tempo, bei einem Fest trifft sich ein Liebespaar, ein heftiger Wirbelsturm befördert die Eiskunstläufer:innen ins Weltall.

Zumindest die akrobatischen Einlagen und die fantastischen Kostüme erfreuen. Die im Titel genannte Supernova läutet das Happy End ein, das in das obligatorisch opulente Grande Finale mündet. Trotz allem ein Klassiker der Winterzeit. Ab 5 Jahren. (Lisa Kiss)

Wiener Stadthalle, Termine bis 29.1.


(Ski)fliegen wie ein Adler

Einmalig und außergewöhnlich: die Stadtadler, der einzige Skisprungclub in Wien und Niederösterreich, bietet ein Schnuppertraining für Skisprung in Wien an. Auf einer kleinen Schanze können Kinder zwischen 6 und 9 Jahren, die schon Skifahren können, erste Sprungversuche unternehmen. Auch ein Simulator ist vorhanden, das Training ist zudem unabhängig von der Schneelage. Anmeldung erforderlich, nur noch Warteliste.

Ernst-Happel-Stadion, Samstag & Sonntag (21. & 22.1.)


Noch immer festlich

Obwohl der Winter sich bis jetzt noch nicht so ganz durchgesetzt hat, geht er in der Luftburg im Prater in die Verlängerung. Noch bis Ende Februar können Besucher im Punschgarten Bio-Heißgetränke genießen, während die Kinder auf dem Stroh-Spielplatz toben. Und weil die Luftburg das erste Mal heuer auch im Winter geöffnet hat, springen Kinder gratis!

Restaurant Luftburg – Kolarik im Prater, Punschgarten, bis 26.2., Donnerstag bis Sonntag, 12.00 bis 20.00 Uhr


Spielerisches Theater

Spannendes Spielerlebnis auf der Bühne für Kleinkinder ab 10 Monaten. Foto: Rainer Berson

Eltern sind bei „Baja Buf“ mit im Raum und verfolgen die entstehenden Choreografien“ ihrer Kinder, die noch nicht einmal ein Jahr alt sein müssen. Gastspiel aus Kroatien, ein Spielerlebnis für Kinder ab 10 Monaten, Tickets hier erhältlich.

Dschungel Wien, Freitag bis Sonntag (20.-22.1.), 9.30, 11.00, & 16.00 Uhr


Endlich wieder Eislaufen

Auf einer riesigen Fläche von 8.500 m2 gleiten Besucher:innen ab dieser Woche wieder am Wiener Eistraum in der malerischen Kulisse des Rathausparks über das Eis. An Schultagen gehen Wiener Kindergärten, Horte und Schulen außerdem gratis Eislaufen. Ein Spaß für Groß und Klein, Schlittschuh- und Helmverleih vor Ort. Auf vorab online gekaufte Tickets gibt es 10 Prozent Rabatt.

Wiener Eistraum am Rathausplatz, ab Donnerstag (19.1.) täglich 10.00 bis 22.00 Uhr, bis 5.3.


Forschung, bionisch

Der Workshop „Forschungslabor Bionik“ zur Ausstellung BioInspiration“ im Technischen Museum stellt technische Entwicklungen vor und erklärt, wie sehr sich diese an der Perfektion der Natur orientieren. Die Kinder erfahren, dass Eisbärenfelle Ideen zur Verbesserung von Wasserkochern lieferten und sich Ventilatoren dank des Vorbilds von Vogelfedern leiser drehen. Im Forschungslabor Bionik wird aktiv mit allen Sinnen experimentiert und getüftelt. Anmeldung erforderlich! Ab 7 bis 12 Jahren. (Lisa Kiss)

Technisches Museum, Sonntag (22.1.), 14.00 bis 16.00 Uhr


Die Götter müssen verrückt sein

„Game of Thrones“ für die Kleinen: Götter, die das Schicksal bekämpfen. Foto: Pertramer/Rabenhof

Dass das Götterleben kein Honigschlecken ist, konnte man im Rabenhof schon mehrmals erfahren. Einmal im Jahr macht das Haus zusammen mit dem Theater der Jugend unter dem Motto „Classic for Kids“ ein Stück für Kinder. Heuer steht eine Sage aus dem hohen Norden auf dem Spielplan.

Die Welt soll untergehen, lautet in „Thor – Die Geschichte mit dem Hammer“ (ab 10 Jahren) die Prophezeiung der schicksalsbestimmenden Nornen. Gott Odin versucht dies mit seinem Sohn Thor und seiner Tochter Freya zu verhindern. Hilfe bekommen sie von Loki, dem Gott des Schabernacks. Zu spannungsgeladener Musik kämpft das vierköpfige Ensemble (Saskia Klar, Lennart Lemster, Bernhard Majcen und Ingo Paulick) in wechselnden Rollen gegen das Schicksal an. Es beeindruckt, wie Autor und Regisseur Roman Freigaßner-Hauser mit wenigen Mitteln spektakuläres Theater schafft.

„Game of Thrones“-Kostüme, klirrende Schwerter und echtes Feuer sorgen für Atmosphäre. Dennoch bleibt es fragwürdig, ob man Kindern wirklich diese Geschichten erzählen muss, in denen Krieg unterhaltsam rüberkommt und Väter darüber nachdenken, ihre Töchter fremden Männern zur Frau zu geben. Auch das Ende sorgt für Fragezeichen: Wie geht die Geschichte denn jetzt eigentlich aus? (Sara Schausberger)

Rabenhof, Samstag & Sonntag (21., 22.1.) 14.00 Uhr, Dienstag & Mittwoch (24., 25.1.) 15.30 Uhr, Termine bis Ende Februar, Infos & Tickets hier


Musikalische Puppen

Musik, Puppenspiel, Tanz: In „Der Karneval der Tiere“ wird die Musik von den jungen bis sehr jungen Musikern des Ensemble Allegria gespielt, die Puppen werden von jungen Tänzer:innen bewegt. Ab 3 Jahren, Information und Kartenreservierung hier.

Märchenbühne Der Apfelbaum“, Sonntag (22.1.) 14.30 & 16.00 Uhr


Leinwand-Abenteuer

Felix – Ein Hase auf Weltreise

Der entzückende Plüschhase Felix erlebt spannende Abenteuer. Foto: Einhorn-Film

Felix, der Plüschhase, ist bei einem Campingurlaub in Norwegen verloren gegangen. Auf seiner langen Heimreise zu Sophie und Felix macht er Bekanntschaft mit dem Yeti, dem Ungeheuer von Loch Ness und dem Grafen Dracula. Zeichentrickfilm aus dem Jahr 2005 nach Annette Langen und Constanza Droop, der nun wieder in den Kinos läuft. Empfohlen ab 4 Jahren. (Michael Omasta)


Die aktuellen Spielzeiten finden Sie auf falter.at/kino.


Kinderbücher

Die Eisreise (ab 6 Jahren)

In Schweden zählen Thomas und Anna-Clara Tidholm zu den lebenden Kinderbuch-Klassikern. Mit „Die Eisreise“ legt das in der Einsamkeit Nordschwedens lebende Paar ein reich bebildertes Erstleser-Buch über die Imaginationskraft vor.

Ida, Jock und Max steigen an einem Wintertag auf eine Eisscholle, treiben davon und gelangen bis ins Eismeer, wo die Kinder aussteigen. Sie finden eine alte Hütte, wo es einen Ofen, Holz und Fischbällchenkonserven gibt. Dort entdecken sie auch das Tagebuch einer Polarexpedition. Als die drei im Frühling die abenteuerliche Rückreise schaffen, kommen sie justament am heimischen Bootssteg wieder an. Unrealistisch? Na und! Wer hat sich nicht schon vorgestellt, auf den Spuren von Forschern wie Fridtjof Nansen und Ernest Shackleton zu reisen, denen das Buch gewidmet ist?

Thomas Tidholm, Anna-Clara Tidholm (Illustrationen): Die Eisreise. dtv, 48 S., € 15,40 (ab 6)

Erhältlich im faltershop, Rezension: Kirstin Breitenfellner


Das Buch vom Dreck (ab 10 Jahren)

Das ist eine unglaublich lustige, überraschende und kluge Geschichte des Drecks von der Antike bis heute: Was ist Schmutz? Was macht uns krank? Wie hat sich Hygiene verändert? Hier können Eltern und Kinder viel lernen.

Piotr Socha , Monika Utnik-Strugala: Das Buch vom Dreck. Gerstenberg Verlag, 216 S., € 30,90 (ab 10)

Erhältlich im faltershop, Rezension: Nina Horaczek


Kind in Wien – Der Eltern-Newsletter können Sie hier kostenlos abonnieren. Unser Kind in Wien-Archiv finden Sie auf falter.at/kinder.
Weitere Ausgaben:
Alle Ausgaben finden Sie in der Übersicht.

12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!