Medikamentenmangel im Seuchenwinter - Kind in Wien #19

Versendet am 25.01.2023

Schnee liegt – zumindest in Wien – keiner mehr, eisig kalt ist es weiterhin. Foto: Pexels

Liebe Eltern,

gerade erst haben wir die Weihnachtsferien überstanden, dann stehen die Semesterferien schon vor der Tür. Und mit ihnen auch die Chance, aus dem ewigen Kreislauf der eingeschleppten Seuchen aus Schule, Kindergarten und Co. auszubrechen. Falls Sie gerade betroffen sind, haben Sie vermutlich auch schon bemerkt, dass es momentan nicht leicht ist, bestimmte Medikamente für Kinder zu bekommen, wie unter anderem den beliebten Fiebersaft Nureflex. Was es genau damit auf sich hat, was Ärzt:innen dazu sagen und was das für uns Eltern bedeutet, lesen Sie weiter unten.

Apropos Seuchen: Scharlach ist leider momentan verstärkt im Umlauf. Wie man diese klassische Kinderkrankheit erkennt und behandelt, erzählt uns KIWI-Expertin und Kinderärztin Caroline Hutter.

Endlich Schnee, zumindest noch im Umland. Schnell die Rodeln aus dem Keller holen und ab auf die Piste! Wir schicken Sie auf den Semmering und ins Waldviertel, wo die einzige Naturrodelbahn der Region auf wackere Bobfahrer wartet.

Meine Kollegin Eva Konzett hat gestern einen berührenden Text zum Tag der Elementarpädagogik geschrieben, scrollen Sie runter!

Unsere Event-Tipps sind vielseitig wie immer, vom Theater bis zum Flohmarkt ist einiges dabei. Das Leinwand-Abenteuer dreht sich diesmal um Fragezeichen und bei den Kinderbuchempfehlungen werden Kinder fast jeden Alters glücklich.

Eine gesunde Woche wünscht

Ihre Barbara Fuchs

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Mangelware Nureflex: die Medikamentenknappheit kurz erklärt

Die KIWI-Redaktion hat in den letzten Wochen recherchiert, wie knapp Arzneimittel für Kinder in Österreich wirklich sind und dazu mit Ärzt:innen und Eltern eingeholt.

Wer momentan passende Medikamenten für seinen Nachwuchs braucht, wird öfters enttäuscht. Foto: Pexels

Vermutlich ist es Ihnen in den letzten Wochen so wie vielen anderen verzweifelten Eltern in den Apotheken Wiens gegangen. Medikamente, die Arzt oder Ärztin verschrieben hatten, sind nicht verfügbar. Darunter fällt auch Nureflex, der äußerst beliebte Fiebersaft für Babys und Kinder. Dieser ist, laut Datenbank des Bundesamtes für Sicherheit im Gesundheitswesen, nicht lieferbar, auf absehbare Zeit wird das auch so bleiben.

Nureflex ist der einzige Fiebersaft für Kinder mit dem Wirkstoff Ibuprofen. Und das ist ein Problem. Denn es gibt einen Grund, warum gerade Nureflex von Ärzt:innen so gerne verschrieben wird: Der Saft ist gut verträglich und wirkt. Andere Fiebersäfte, beispielsweise mit dem Wirkstoff Paracetamol, senken manchmal das Fieber nicht so rasch wie Ibuprofen. Zudem ist Paracetamol zwar schmerzstillend, aber wirkt nicht entzündungshemmend. Hier ist Ibupfrofen etwas besser, erläutert eine von der KIWI-Redaktion befragte Ärztin. Aber auch beim Wirkstoff Paracetamol kommt es schon zu Engpässen.

Noch problematischer ist momentan die Behandlung von Scharlach (siehe auch unsere Fragen an die KIWI-Expertin weiter unten). Hier kommt Penicillin zum Einsatz, denn Scharlach ist eine Streptokokken-Infektion. Die Verfügbarkeit der hierfür passenden Arzneimittel für Kinder ist ebenfalls stark eingeschränkt. Darüber zeigen sich Ärzt:innen besonders besorgt. Denn nicht adäquat behandelt, kann die Erkrankung einen schweren Verlauf nehmen.

Was ist nun der Grund? Zum einen natürlich Corona. Ein Wirkstoff (z.B. ein Antibiotikum) wird manchmal nur an einem oder zwei Standorten auf der ganzen Welt, meist in Asien, produziert, erklärt die Apothekerkammer. Kommt es dann zu Störungen im Werk, wie beispielsweise aufgrund eines Lockdowns, bricht die Lieferkette zusammen. Kurzfristig kam es im Dezember in China zusätzlich noch zu einem Exportstopp der Wirkstoffe Ibuprofen und Paracetamol, die fiebersenkenden Mittel werden nach Aufhebung aller Covid-Maßnahmen im Land selbst gebraucht.

Dasselbe gilt auch für die Lagerung. Medikamente werden in den seltensten Fällen in der EU oder Österreich gelagert, sind daher nicht rasch verfügbar. Und schlussendlich kommen noch die vergleichsweise niedrigen Arzneimittelpreise in Österreich hinzu, sagt die Apothekerkammer. Für Pharmafirmen ist es deshalb nicht so lukrativ, nach Österreich zu verkaufen. Denn in allererster Linie agieren Pharmafirmen gewinnorientiert, das dürfe man nicht vergessen, betont eine Ärztin. Kinder mit seltenen Erkrankungen sind momentan übrigens besonders von den Lieferengpässen betroffen, da die eher wenig zum Einsatz kommenden Arzneimittel in der Herstellung sehr teuer sind und daher wenig Gewinn abwerfen.

Was können wir Eltern nun tun? Zum Beispiel andere fiebersenkende Säfte verabreichen oder Zäpfchen geben, falls das von größeren Kindern angenommen wird. Auf Generika ausweichen oder in Apotheken in anderen Bundesländern anrufen, ob dort noch die passenden Medikamente lagernd sind. Manche Apotheken haben zudem begonnen, ihre eigenen Fiebersäfte herzustellen. Und hoffen, dass es nicht noch schlimmer wird.


Wie ist es Ihnen in den letzten Wochen ergangen? Welches Medikament haben Sie für Ihr Kind nicht mehr bekommen? Antworten Sie einfach auf dieses Mail oder schreiben Sie uns ihre Erlebnisse an kiwi@falter.at.


Frage an die KIWI-Expertin

Mein Kind hat Scharlach, was kann ich tun, Frau Hutter?

Momentan erkranken besonders viele Kinder an der Streptokokken-Infektion Scharlach. Wie man diese klassische Kinderkrankheit erkennt und behandelt, erklärt uns unsere KIWI-Expertin und Kinderärztin Dr. Caroline Hutter.

Bild von Privatdozentin Dr. Caroline Hutter, PhD

Privatdozentin Dr. Caroline Hutter, PhD

Kinderfachärztin der Kinderarztpraxis Schumanngasse

KIWI-Expertin

Kind in Wien: Mein Kind hat Scharlach, was kann ich tun? 

Caroline Hutter: Wenn Sie glauben, dass Ihr Kind Scharlach hat, sollten Sie zu Ihrer Kinderärztin gehen, damit man die Diagnose auch bestätigt. Zum Glück ist Scharlach sehr gut mit einer antibiotischen Therapie zu behandeln. Scharlach wird durch Bakterien (sogenannte Gruppe A-Streptokokken) verursacht, die immer empfindlich gegen gängige Antibiotika wie Penicillin und Amoxicillin sind. Dabei ist es bei Scharlach wichtig, dass man das Antibiotikum konsequent nimmt, auch wenn es dem Kind nach 2-3 Tagen schon besser geht.

Kind in Wien: Was sind die typischen Symptome bei Scharlach und wie werden sie behandelt?

Hutter: Meist haben die Kinder eine Mandelentzündung, hohes Fieber und einen Ausschlag, den man aber manchmal auch übersehen kann, weil er oft eher blass ist – oft tastet man ihn besser, als dass man ihn sieht, weil sich der Ausschlag rau anfühlt. 

Außerdem beobachtet man noch häufig eine sogenannte Himbeerzunge. Der Ausschlag verschwindet nach ungefähr einer Woche, danach kann es zu  einer Abschuppung der Haut vor allem an Handinnenflächen kommen, das ist aber harmlos. Eine sehr seltene Spätfolge ist das akute rheumatische Fieber, das bleibende Schäden verursachen kann, vor allem deshalb soll man nicht auf eine antibiotische Therapie während der Infektion verzichten.

Neben der Antibiotikagabe kann man gegen Fieber und Schmerzen Medikamente wie Ibuprofen geben. Außerdem sollten Sie Ihrem Kind ausreichend zu trinken zu geben, vor allem bei hohem Fieber. Wenn wegen der Halsentzündung das Schlucken weh tut, ist es auch besser, man gibt weiche Nahrung wie Brei, Pudding oder Suppen. 


Das ganze Interview zum Thema Scharlach lesen Sie in der Langfassung.

Haben auch Sie Fragen rund um das Thema Kinder und Familienleben, die Sie unseren KIWI-Expert:innen stellen möchten? Dann schreiben Sie uns gerne eine Mail an kiwi@falter.at!


Raus aus der Stadt – Schneeabenteuer

Erlebnis-Rodelbahn Semmering

Rodeln was das Zeug hält, am Semmering besonders flott. Foto: Semmering Hirschenkogel

Ganze drei Kilometer misst die Naturrodelbahn am Semmering, die sogar in der Nacht beleuchtet ist. Der Beginn ist der Ausstieg der Bahn oben auf dem Hirschenkogel, dann geht es flott mit vielen Kurven und sogar Tunnels wieder hinunter zur Talstation. Kinder ab dem Volksschulalter dürfen alleine fahren. Selbstverständlich steht ein Rodelverleih bei der Talstation Hirschenkogel zur Verfügung.

Carolusstraße 3, Montag bis Sonntag (08.01. bis 01.02.), 8.30-16.00 Uhr, Nachtbetrieb Donnerstag bis Samstag, 18.00-22.00 Uhr. Infos & Rodelregeln finden Sie hier.

Öffentliche Anreise: Von Wien Meidling mit dem REX nach Gloggnitz Bahnhof, von dort mit dem Bus 343 nach Semmering Passhöhe, drei Minuten Fußweg zur Erlebnis-Rodelbahn Semmering (Fahrzeit ca. 1,5 Std.).


Naturrodelbahn Reichenau am Freiwald

Die einzige Naturrodelbahn des Waldviertels befindet sich in Reichenau am Freiwald. Die knapp über 1.000 Meter lange Naturschnee-Rodelbahn ist nur bei ausreichender Schneelage geöffnet. Betreut wird die Rodelbahn vom WSV Reichenau, die sich dem Rodelsport verschrieben haben. Unbedingt vorab im Internet informieren, ob die Strecke in Betrieb ist, sonst könnte die, zumindest von Wien aus, lange Anfahrt womöglich umsonst sein. Rodeln können im Zielbereich bei Familie Haslinger ausgeborgt werden.

Reichenau 2, 3972 Bad Großpertholz, geöffnet bei Tageslicht und ausreichend Schnee, aktuelle Informationen finden Sie auf Facebook


Ein Weckruf zum Tag der Elementarpädagogik

Gestern war der Tag der Elementarpädagogik. Er soll, wie alle anderen Tage dieser Art, Bewusstsein schaffen und ein Augenmerk auf den Kindergarten lenken. Auf dieses System im Ganzen und seine Nöte im Besonderen: Die Überforderung des Personals durch zu große Gruppen, zu hohe Fluktuation, zu hohe Erwartungen, zu geringe Bezahlung, zu geringer Wertschätzung. Kaum politische Unterstützung.

Der Tag der Elementarpädagogik war der sechste dieser Art. Die fünf vorherigen entstanden durch das öffentliche Desinteresse. Beim diesjährigen ist es nicht anders. Bescheidene 24 Stunden für ein Thema, das uns alle betrifft.

Mehr dazu lesen Sie von Eva Konzett im gestrigen FALTER.morgen.


Hier können Sie den FALTER.morgen, den (fast) täglichen Wien-Newsletter, kostenlos abonnieren.


Event-Tipps

Ein Kinderbuchklassiker auf der Bühne

Der Erich Kästner Roman „Emil und die Detektive“ auf der Bühne des Theater Akzent. Foto: Lukas Beck

Der Klassiker „Emil und die Detektive“ über Emil, der auf einer Zugfahrt bestohlen wird und dann mithilfe einer Bande Gleichaltriger den Dieb stellt. Ab 6 Jahren.

Theater Akzent, Donnerstag (26.1.), 9.00 & 10.45 Uhr, Samstag (28.1.), Samstag (28.1.), 11.00, 14.30 & 16.15 Uhr, Karten & nähere Infos hier


Natur erleben

Was unterscheidet die Spuren des Eichhörnchens von denen der Waldmaus? Beim Naturforscher-Erlebnis „TierSpuren & Winterleben“ lernen die Kinder die Unterschiede der verschiedensten Tierspuren kennen. Geeignet für Kinder von 3 bis 10 Jahren. Anmeldung unter umweltspuernasen@chello.at erforderlich.

Wienerberg, Treffpunkt Station 11er Wienerfeldgasse“, Samstag (28.1.), 14.00 bis 17.00 Uhr


Musik mit Tieren

Die Tiere sind über Nacht aus dem Tierpark ausgebrochen! Aber was wollen sie im großen Stall machen? Genau! Es ist Karneval! Die berühmte Suite wird bei „Klassik Cool! Der Karneval der Tiere“ neu interpretiert und kleinkindgerecht aufbereitet: Die verschiedenen Charaktere der Tiere auf dem Klavier zum Leben erweckt, mit Erzählkunst und Pantomime untermalt. Von 2 bis 8 Jahren, Tickets hier erhältlich.

VHS Heiligenstadt, Freitag (27.1.), 16.00 Uhr
Bezirksmuseum Floridsdorf, Samstag (28.1.), 10.30 Uhr; Bastelstube ab 10.00 Uhr
Bezirksmuseum Josefstadt, Sonntag (29.1.), 10.30 Uhr; Bastelstube ab 10.00 Uhr


Auf der Alm und in der Stadt

Peter (Klemens Dellacher), Clara (J-D Schwarzmann) und Heidi (Clara Diemling). Foto: Niedermair

Vor über 140 Jahren hat die Schweizer Autorin Johanna Spyri ihren Roman „Heidi“ geschrieben. Etliche Filme und Fernsehserien später ist die romantische Geschichte immer noch populär. Im Kabarett Niedermair läuft nun das gleichnamige Theaterstück für Kinder ab 4 Jahren.

„Heidi“ in der Textfassung von Markus Steinwender und der Regie von Agnes Hausmann spielt überraschend humorvoll mit den Klischees, die zuhauf in dem Kinderbuch und vor allem in den Verfilmungen vorkommen. Das dreiköpfige Ensemble erzählt gemeinsam die Geschichte und schlüpft in unterschiedliche Rollen. Clara Diemling freut sich: Sie darf die Hauptrolle des Waisenkinds Heidi übernehmen, das zu seinem Großvater auf die Alm kommt. Es dauert nicht lang, bis aus dem grimmigen Öhi ein liebevoller Opa wird. Auch mit dem Ziegenpeter freundet sich Heidi an. Als ihre Tante sie nach Frankfurt zur kranken Clara mitnimmt, überfüllt Heidi schlimmes Heimweh nach den Bergen.

Die mit Liedern durchsetzte Inszenierung setzt auf die Fantasie der Kinder. Kopfbedeckungen kennzeichnen Rollenwechsel, Fellmützen werden etwa zu Ziegen. Besonders gelungen ist J-D Schwarzmanns Auftritt als Clara im Rollstuhl: Man nimmt dem großen Schauspieler das kranke Mädchen total ab. (Sara Schausberger)

Kabarett Niedermair, Samstag & Sonntag (28.1., 29.1.), 16.00 Uhr, alle Termine & Tickets hier


Günstige Kinderbücher

Zusammen mit der Lesewerkstatt veranstaltet das Biolino Institut das erste Mal einen Kinderbuch-Flohmarkt. Einfach vorbeikommen und stöbern, der Eintritt ist gratis! Zusätzlich lesen noch vier Autorinnen aus ihren Büchern.

Biolino-Institut, Samstag (28.1.), 10.00 bis 18.00 Uhr


Kindersachen Flohmarkt

Der Riesen Kinderflohmarkt öffnet in Floridsdorf wieder seine Pforten. Schnäppchenjäger erwartet Bekleidung, Spielsachen, Fahrzeuge und vieles mehr. Der Eintritt ist frei.

Haus der Begegnung Floridsdorf, Sonntag (29.1.), 11.00 bis 14.00 Uhr


Kino für Eltern, auch mit Kindern

„Vier Wände für zwei“ erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft. Foto: Filmladen

Der CineMorning im Filmcasino eignet sich perfekt für Eltern, die gerne einmal vormittags ins Kino gehen wollen und noch dazu in Begleitung der Kids. Denn vor Ort wird eine kostenlose Betreuung angeboten, Kinder bis 12 Monate dürfen mit in den Kinosaal. Um die Anmeldung der Kinder wird unter filmcasino@filmcasino.at gebeten. Diesmal zu sehen: Vier Wände für zwei“.

Filmcasino, Donnerstag (26.1.), 9.15 Uhr, Karten hier


Rumhüpfen mit Baby

Besonders nett bei den derzeitigen winterlichen Temperaturen, der Baby- und Kleinkinder-Vormittag im Indoor-Spielplatz Jump Around. Die Eltern genießen, im besten Fall dort vorhandenen Kaffee, während die Babys erste Krabbelerkundungen unternehmen und die Kleinkinder die Fahrzeuge ausprobieren können.

Jump Around, 1040 Wien, Donnerstag (26.1.), 10.00 bis 13.00 Uhr


Leinwand-Abenteuer

Die drei ??? – Erbe des Drachen

Justus, Peter und Bob geraten natürlich an ein Rätsel. Werden sie es diesmal auch lösen können? Foto: Sony

Justus, Peter und Bob, die drei ???, reisen in den Sommerferien nach Rumänien, um am Filmset von „Dracula Rises“ ein Praktikum zu absolvieren, das ihnen Peters Vater vermittelt hat, der beim Dreh für die Spezialeffekte verantwortlich ist. Kaum in Transsilvanien angekommen, ereignet sich Mysteriöses auf dem Schloss der alten Gräfin, das dem Film als Kulisse dient. Schön analoges Jugendserien-Abenteuer. Empfohlen ab 6 Jahren. (Martin Nguyen)


Die aktuellen Spielzeiten finden Sie auf falter.at/kino.


Kinderbücher

Bist du der Frühling? (ab 3 Jahren)

Der kleine Hase kann noch nicht auf den Baum klettern, auf dem seine großen Brüder sitzen und das Meer betrachten. Er läuft zu seiner Mutter, um sich zu beschweren. Wenn es Frühling wird, wirst du auch groß genug sein, erklärt ihm diese. Aber es ist Winter in diesem altmeisterlich illustrierten Bilderbuch, das seine japanische Herkunft perfekt kaschiert. Aber einerlei: Es ist zu schön, um daran herumzumäkeln, und Kunst ist ja bekanntlich frei. Chiaki Okada lässt in der gemeinsam mit ihrem Mann verfassten Geschichte den kleinen Hasen auf der Suche nach dem Frühling einen Eisbären treffen, der eben vor diesem flieht – aber den Hasen auf den Arm nimmt, sodass er zum ersten Mal das Meer sieht. Ein berückendes Bilderbuch mit Klassikerpotenzial.

Chiaki Okada , Ko Okada: Bist du der Frühling? Moritz, 32 S., € 15,50 (ab 3)

Erhältlich im faltershop, Rezension: Kirstin Breitenfellner


Herr Krähe muss zu seiner Frau (ab 9 Jahren)

„Wir retten Krähe!“, verkündet Leo. „Wir ...“ Er zählt: Eins, zwei ... „Weiter als bis sieben kommt er nie ohne Fehler.“ Der elfjährige Max soll auf seinen Bruder aufpassen. Der ist fast 18, aber „mein Vater sagt oft, dass Leos Hirn erst ungefähr vier, vielleicht knapp fünf Jahre wäre, mit wenig Aussicht, den sechsten Geburtstag irgendwann zu feiern.“ Daher mag Leo immer noch Bob den Baumeister und Duplo. Als ein Kolkrabe gegen das Fenster knallt und schwer verletzt liegen bleibt, ist für Leo klar: Herr Krähe ist ein Ehemann, schließlich trägt er einen Ring. Also müssen er und Max ihn zur lieben Frau heimbringen.

Es ist eine harte Geschichte, die die österreichische Autorin und Behindertenbetreuerin Rachel von Kooij erzählt. Sie beschönigt nichts. Nicht, wie nervig es für Max ist, immer auf Leo aufzupassen. Nicht, wie weh es tut zu sehen, wie andere den Bruder verarschen – und der merkt es nicht einmal. Während ihrer Odyssee aber entdeckt Max neue Fähigkeiten an Leo: Der rennt so manches Hindernis einfach um, vor dem Max kapituliert hätte. Bei allem Ernst ist der Roman voll schräger Situationen, Humor und Wärme. Große Kinderliteratur!

Rachel van Kooij: Herr Krähe muss zu seiner Frau. Jungbrunnen, 240 S., € 18,00 (ab 9)

Erhältlich im faltershop, Rezension: Gerlinde Pölsler


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