Filmkritik

Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen

Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen - © Twentieth Century Fox

Foto: Twentieth Century Fox


Anno 1962: Katherine, Dorothy und Mary arbeiten als Mathematikerinnen für die NASA. Sie müssen doppelt so gut sein wie alle anderen, um von ihren männlichen weißen Vorgesetzten (vor allem Kevin Costner, der statt Kette zu rauchen Kaugummi dauerkaut) mit ein wenig Respekt behandelt zu werden. Politisch korrekter Hollywoodkitsch nach wahren Begebenheiten.

Regie:
Regie:
Theodore Melfi
Darsteller:
Darsteller:
Taraji P. Henson, Octavia Spencer, Janelle Monae, Kevin Costner, Kirsten Dunst
Land/Jahr:
Land/Jahr:
USA 2016
Dauer:
Dauer:
127 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
2. Februar 2017

Geschichte mit Kitsch: "Hidden Figures"

SABINA ZEITHAMMER | 01.02.2017

Ohne sie wären die Umrundung der Erde durch den Astronauten John Glenn im Jahr 1962 und der erste bemannte Flug zum Mond nicht geglückt: drei Frauen, drei brillante Mathematikerinnen bzw. Ingenieurinnen, drei Afroamerikanerinnen - Katherine G. Johnson, Dorothy Vaughan und Mary Jackson. Zur Zeit des "Wettlaufs ins All" bahnten sie sich ihren beruflichen Weg in der von weißen Männern dominierten NASA. Das biografische Drama "Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen" erzählt ihre Geschichte.

Regisseur Theodore Melfi präsentiert sein von technischen Aspekten durchsetztes Thema in spannender Weise und beleuchtet seine drei sympathischen Heldinnen -mit einem Fokus auf Katherine G. Johnson (Taraji P. Henson) - gekonnt in einer Geschichte. Der Lohn sind Oscar-Nominierungen als Best Picture, Best Adapted Screenplay (Allison Schroeder und Melfi adaptierten das Buch von Margot Lee Shetterly) sowie für Octavia Spencer als Best Supporting Actress in der Rolle der Dorothy Vaughan.

Wirklich glauben will man an einen Preisregen aber nicht, ist "Hidden Figures" doch ein paar kleine, aber deutliche Schritte vom großen Wurf entfernt. Dabei ist kein Zuwenig, sondern ein Zuviel das Problem: Musikalisch wie inhaltlich greift der Film in die Tasten des Feel-Good-Rührstücks, in dem die Rassentrennung wie die böse Hexe eines Märchens Stück für Stück ausgetrieben wird. Als stets top gestylte, fleißige Arbeitsbienen tragen die Heldinnen flammende Worte auf den Lippen, der kernige Chef (Kevin Costner) demontiert höchstselbst Symbole der Diskriminierung, unaufhörlich lächelt John Glenn. So erzählenswert diese Episode der US-Geschichte ist, so sehr hätten Johnson, Vaughan und Jackson sich ein weniger kitschig-konservatives Biopic verdient.

Ab Fr in den Kinos (OF im Haydn)

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