Empfohlen Filmkritik

Die Tage wie das Jahr

© Othmar Schmiderer

Foto: Othmar Schmiderer


Der österreichische Filmemacher Othmar Schmiderer hat zusammen mit Angela Summereder über ein Jahr hinweg den beschwerlichen Alltag von Elfie und Gottfried dokumentiert, die im Waldviertel einen Hof mit biologischer Landwirtschaft führen. Spannendes Thema, prächtige Bilder, einfach ein schöner Film.

Regie:
Regie:
Othmar Schmiderer
Land/Jahr:
Land/Jahr:
Ö 2018
Dauer:
Dauer:
87 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
28. März 2019

Film aus ruhiger Hand: "Die Tage wie das Jahr"

Michael Omasta | 27.03.2019

Es wird nicht viel gesprochen in diesem Film. Das Ehepaar Neuwirth, das im Dorf Wanzenau im niederösterreichischen Waldviertel zu zweit eine Biolandwirtschaft führt, versteht sich auch ohne Worte. Tag für Tag folgt einem festen Rhythmus: von der Arbeit im Stall über die Arbeit auf dem Feld bis zur Arbeit in der Käserei. Und falls etwas doch einmal der Klärung bedarf, dann ist es so wichtig und gewichtig, dass es keine Bilder dazu gibt, sondern nur Schwarzfilm. "Ich bin ein Hirte", sagt Herr Neuwirth in diesen hinein, "ich behüte mein Land. Das ist meine Berufsbezeichnung."

Über ein Jahr lang hat Othmar Schmiderer, der sich mit "Am Stein" (1996) und "Im Augenblick. Die Historie und das Offene"(2013) zusammen mit Bodo Hell bereits wiederholt dem Landleben widmete, Elfriede und Gottfried Neuwirth begleitet. Sein jüngster Film "Die Tage wie das Jahr" zeigt ein Leben im Einklang mit der Natur, aber eben auch die mühselige Arbeit, die solch eine alternative Landwirtschaft kostet. Eventuell ist es kein Zufall, dass Herr Neuwirth im früheren Leben österreichischer Meister im Marathonlauf war. Auch hier ist Ausdauer erforderlich.

Schmiderer konzentriert sich auf die alltäglichen Routinen. Er beobachtet, ohne zu kommentieren, und rhythmisiert, ohne auf Klischees zu verkürzen. Die Genauigkeit in der Gestaltung (Montage: Arthur Summereder, Originalton: Angela Summereder) treibt dem Film von vornherein jedes falsche Idyll aus. Das ist durchaus keine Kleinigkeit, denn "Die Tage wie das Jahr" ist ein Film der prächtigen Bilder, tollen Charakterdarsteller (die Schafe!) und herrlichen Landschaft (im Wechsel der Jahrszeiten). Zudem ist er "ein Film aus ruhiger Hand", wie es anlässlich der Premiere beim Dokumentarfilmfestival Leipzig hieß. Er ist tatsächlich fürs Kino gemacht - und dort, nur dort, sollte man ihn sehen. Ab Fr im Votiv und anderen Kinos

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