Filmkritik

Nonna mia! - Liebe ohne Abzüge

Metti la nonna in freezer

© Eksystent Distribution

Foto: Eksystent Distribution


Ein dienstbeflissener Steuerfahnder verliert sein Herz an eine junge Kunstrestauratorin, die sich die Pension ihrer Großmutter erschwindelt. "Eine fröhliche Mischung aus Gaunergeschichte, Politsatire und Liebeskomödie. Seine größten Vorzüge hat er in letzterem Genre: Wie Claudia den entflammten Simone zuerst loszuwerden versucht und sich dann zwei einsame Herzen annähern, gehört zur hohen Kunst des romantischen Lustspiels" (S. Zeithammer).

Regie:
Regie:
Giancarlo Fontana, Giuseppe Stasi
Darsteller:
Darsteller:
Fabio De Luigi, Miriam Leone, Lucia Ocone, Susy Laude
Land/Jahr:
Land/Jahr:
I 2018
Dauer:
Dauer:
100 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
2. August 2019

Pensionsschock auf Italienisch: "Nonna Mia!"

Sabina Zeithammer | 31.07.2019

Es war doch nur für die Familie! Diesen Satz hört Steuerfahnder Simone häufig, wenn er Heiratsschwindler, falsche Invaliden und bestechliche Beamte überführt hat. Der redlichste Ermittler Italiens lebt nach einer gescheiterten Ehe ausschließlich für seinen Beruf und nervt damit sein treues Team.

Ganz andere Probleme quälen die Kunstrestauratorin Claudia. Seit Monaten wartet sie auf zugesagtes Geld der Oberintendanz. Das Überleben sichert ihr nur die Pension ihrer Großmutter, bei der sie wohnt. Als diese das Zeitliche segnet, herrscht ein Pensionsschock der anderen Art. Auf Anraten ihrer nicht ganz selbstlosen Freundinnen und Mitarbeiterinnen Rossana und Margie wählt Claudia für die geliebte Nonna ein kaltes Grab in der Tiefkühltruhe. Nur bis die finanzielle Notlage überwunden ist, will sie die Pension weiter einstreifen. Da kreuzen sich die Wege von Simone und Claudia. Der schüchterne Ermittler verliebt sich sofort in die bildhübsche Rentendiebin.

Den Anblick der gefrosteten Omi muss das Publikum aushalten können, sonst herrschen in "Nonna Mia! Liebe ohne Abzüge" Buntheit und verspielte Kameraarbeit. Giancarlo Fontanas und Giuseppe Stasis zweiter Langfilm ist eine fröhliche Mischung aus Gaunergeschichte, Politsatire und Liebeskomödie. Seine größten Vorzüge hat er in letzterem Genre: Wie Claudia (Miriam Leone) den entflammten Simone (Fabio De Luigi) zuerst loszuwerden versucht und sich sodann zwei einsame Herzen annähern, gehört zur hohen Kunst des romantischen Lustspiels. Recht holprig inszeniert ist der Showdown im letzten Filmdrittel; als Satire zeigt sich das Werk nach einem starken Einstieg rund um italienische Korruption und Geldnöte zahm. Am Schluss hat man fast Mitleid mit jenen, die im Kriminal stehen: Es war doch nur für die Familie!

Ab Fr in den Kinos (OmU im Filmhaus)

Dieser Film bei Video on demand

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