Filmkritik

Robolove

© NGF

Foto: NGF


Mit ihrem Dokumentarfilm gibt Maria Arlamovsky Einblicke in die Welt der Androiden, die für soziale Zwecke – als Gesprächspartner, Bettgefährten oder künstliche Körper, die einst menschliches Bewusstsein aufnehmen sollen – gebaut werden. Sie besucht Vorkämpferinnen und Robotiker in Asien, den USA und Europa und strickt eine dichte Collage aus deren Ideen und Gedanken. Zuweilen würde man gern mehr über die technischen Hintergründe erfahren, doch fällt "Robolove" grundsätzlich reizvoll auf die philosophisch-ethische, sozusagen humane Seite seines Themas. (Sabina Zeithammer)

Regie:
Regie:
Maria Arlamovsky
Land/Jahr:
Land/Jahr:
Ö 2019
Genre:
Genre:
Dokumentarfilm
Dauer:
Dauer:
79 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
9. Oktober 2020

Kinderschuhe und Zukunftsfragen

SABINA ZEITHAMMER | 07.10.2020

An ihrem Blinzeln sollt ihr sie erkennen -und am leisen Quietschen, das ihre Bewegungen begleitet. Noch. Denn humanoide Roboter und ihre recht künstliche Mimik werden stetig weiterentwickelt. Mit ihrer Doku "Robolove" gibt Maria Arlamovsky Einblicke in die Welt der Androiden, die für soziale Zwecke - als Gesprächspartner, Bettgefährten oder künstliche Körper, die einst menschliches Bewusstsein aufnehmen sollen -gebaut werden. Sie besucht Vorkämpferinnen und Robotiker in Asien, den USA und Europa und strickt eine dichte Collage aus deren Ideen und Gedanken.

Zuweilen würde man gern mehr über die technischen Hintergründe erfahren, doch fällt "Robolove" grundsätzlich reizvoll auf die philosophisch-ethische, sozusagen humane Seite seines Themas. Das ist manchmal lustig, etwa wenn der Mann, der die Androidin steuert, mit der Software kämpft; oft auf einzigartige Weise gruselig, beispielsweise wenn drei Alte mit einer Roboterfrau flirten; und wirft zahlreiche Fragen auf: Wie beeinflussen Sexroboter das Verhältnis der Geschlechter? Sind Emotionen nichts anderes als eine Programmierung? Und löst der technische Fortschritt uralte Topoi des Unheimlichen auf? Die Herstellung von Doppelgängern scheint unter Robotikern jedenfalls höchst beliebt zu sein.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Stadtkino)

Dieser Film bei Video on demand

Diese Filme könnten Sie auch interessieren


12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!