Filmkritik

But Beautiful

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Nach globalisierungskritischen Arbeiten wie "We Feed the World" und "Let's Make Money" wendet sich der österreichische Filmemacher Wagenhofer "dem Schönen und Guten in Menschen" sowie dem Glücklichsein zu. Unter den Porträtierten sind der US-Pianist Kenny Werner, der Salzburger Forstingenieur Erwin Thoma, das auf La Palma eine autarke Permakultur betreibende Ehepaar Graf, der indische Aktivist Sanjit Roy und der Dalai Lama. "Es ist egal, wo und wer du bist, erzählt dieser Film, es liegt an dir, das Glück zu finden – und es ist möglich. Nur wie das vonstatten geht, welcher Voraussetzungen es dafür bedarf, das bleibt offen" (Michael Pekler).

Regie:
Regie:
Erwin Wagenhofer
Land/Jahr:
Land/Jahr:
Ö 2019
Genre:
Genre:
Dokumentarfilm
Dauer:
Dauer:
116 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
15. November 2019
Streaming:
Streaming:
https://www.vodclub.online/film/but-beautiful/

Das Glück finden? "But Beautiful"

MICHAEL PEKLER | 13.11.2019

Das Problem des Menschen sei nicht sein Scheitern an zu hohen, sondern sein Erreichen von zu niedrigen Zielen, erklärt eine Schrifttafel zu Beginn. Was Michelangelo vor Jahrhunderten behauptete, zeigt Erwin Wagenhofer in der Gegenwart. Am Ende seines jüngsten Films "But Beautiful" mutet dieses Zitat nicht über menschlichen Erfolg, sondern über den Erfolg als Menschen jedoch einigermaßen seltsam an: Vom Scheitern an den eigenen hohen Zielen ist hier nicht die Rede. Im Gegenteil erzählt Wagenhofer ausschließlich von offensichtlich glücklichen Menschen, was nach globalisierungskritischen Arbeiten wie "We Feed the World" und "Let's Make Money" umso erstaunlicher scheint.

Er habe keine Zeit mehr, Pessimist zu sein, erklärt Wagenhofer. Das ist ein guter Grund und eine persönliche Entscheidung für einen Film, der, wie es sein Presseheft treffend beschreibt, "das Schöne und das Gute in Menschen zeigt, die ganz neue Wege beschreiten". Was also haben der US-Pianist Kenny Werner, der Salzburger Forstingenieur Erwin Thoma, das auf La Palma eine autarke Permakultur betreibende Ehepaar Graf, der indische Aktivist Sanjit Roy und der Dalai Lama gemeinsam? Richtig: Sie sind glücklich. Vermutlich nicht jeden Tag, aber im Großen und Ganzen.

Wagenhofer wechselt die Schauplätze und Jahreszeiten, um die Gemeinsamkeit in der Vielheit zu demonstrieren. Es ist egal, wo und wer du bist, erzählt dieser Film langsam und bedeutungsvoll, es liegt an dir, das Glück zu finden - und es ist möglich. Nur wie das vonstatten geht, welcher Voraussetzungen es dafür bedarf, das bleibt offen. Macht es Mut, jemandem zuzusehen, der es "geschafft" und seinen Frieden mit der Welt geschlossen hat? Für Paul Watzlawick wäre "But Beautiful" als Anleitung zum Glücklichsein wohl das berühmte Zuviel des Guten.

Ab Fr in den Kinos

Dieser Film bei Video on demand

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