Filmkritik

M.C. Escher - Reise in die Unendlichkeit

Escher: Het Oneindige Zoeken

Hand met Spiegelende - © the M.C. Escher Company B.V. - Baarn - the Netherlands / Gemeentemuseum Den Haag, www.gemeentemuseum.nl

Hand met Spiegelende (Foto: the M.C. Escher Company B.V. - Baarn - the Netherlands / Gemeentemuseum Den Haag, www.gemeentemuseum.nl)


Doku über den niederländischen Grafiker (1898-1972), dessen surreale Bilderwelten bis heute Maler, Filmemacher und Musiker inspirieren. Erzähler: Stephen Fry (im englischen Original), Matthias Brandt (deutsche Fassung).

Regie:
Regie:
Robin Lutz
Land/Jahr:
Land/Jahr:
NL 2018
Dauer:
Dauer:
81 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
18. Oktober 2019

Zwischen Kunst und Mathematik: M. C. Escher

Sabina Zeithammer | 16.10.2019

Nein, er habe keine Kapazitäten, um ein Auftragswerk anzufertigen. Und im Übrigen sei er nicht mit "Maurits" anzusprechen, sondern mit "M. C. Escher". So die Antwort des niederländischen Künstlers (1898-1972) an einen jungen Mann namens Mick Jagger, der um ein Bild für ein Plattencover angesucht hatte. Was die Jugend in den 1960ern an seinen Arbeiten -die, oh Schreck, auch noch in psychedelische Farben getaucht wurden -so faszinierte, konnte Escher nicht nachvollziehen. Wie ihm überhaupt ein eher schwermütiges, in heutigen Begriffen leicht nerdiges Temperament eignete.

Robin Lutz' Dokumentarfilm "M. C. Escher - Reise in die Unendlichkeit" beginnt und endet mit dem Einfluss, den Eschers Werk auf die Popkultur gehabt hat und noch hat. Seine Lithografien unmöglicher Architektur und Muster bildender Tiere sind weltbekannt. Um den Künstler dahinter zu beleuchten, greift der Regisseur auf dessen Stimme in Briefen und Tagebüchern zurück. Häufig sind dabei die Arbeit und ihre Inspirationen Thema: Escher war ein spektakulär selbstkritischer Mann, der zwischen Kunst und Mathematik keine rechte Heimat fand.

Konservativ ist das Verhältnis von Bild und Ton: Zum Voice-over fügt Lutz stets passende optische Inhalte. Kurze Filmaufnahmen von Escher sowie Interviews mit seinen Söhnen und Sänger Graham Nash, einem Fan und Sammler, ergänzen die Quellen. Die 80-minütige Doku hätte leicht mehr Talking Heads und biografischen Tiefgang vertragen. Lutz' größte Leidenschaft scheint bei den Animationen zu liegen, die Eschers Werke beleben. Der Künstler selbst äußerte Interesse am Animationsfilm, nutzte das Medium aber nicht. Man kann nur davon träumen, welche Filmwerke er geschaffen hätte. Zumindest sein Krempeltierchen rollt bei Lutz nun fröhlich durchs surreale Treppenhaus.

Ab Fr in den Kinos

Dieser Film bei Video on demand

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