Filmkritik

Sigmund Freud. Jude ohne Gott

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Im Wien der Jahrhundertwende entwickelt Sigmund Freud die Psychoanalyse, 1938 wird er ins Exil nach London gezwungen. Ein intimes Porträt, das – auch aus der Perspektive seiner Tochter Anna erzählt – auf Freuds Korrespondenzen und Texten basiert, zudem eine Befragung von "Heimat" und "jüdischer Identität". Es sprechen Johannes Silberschneider, Birgit Minichmayr, Andrea Jonasson u.a.

Regie:
Regie:
David Teboul
Land/Jahr:
Land/Jahr:
Ö/F 2020
Genre:
Genre:
Dokumentarfilm
Dauer:
Dauer:
97 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
18. September 2020
Streaming:
Streaming:
https://www.vodclub.online/film/sigmund-freud/

Vollgepackter Freud-Familienfilm

SABINA ZEITHAMMER | 16.09.2020

Sigmund Freud, Vater der Psychoanalyse: Man hat ihn als ernsten Herrn mit Bart und Brille im Kopf, man weiß um seine Theorie vom psychischen Apparat des Menschen. Weniger bekannt ist sein Privat-und Familienleben.

Mit "Sigmund Freud. Jude ohne Gott" wagt sich David Teboul an ein intimes Gesamtporträt des Arztes, Psychologen und Kulturtheoretikers (1856-1938). Einer chronologischen Abfolge mit sanften Zeitsprüngen folgend, skizziert er die Biografie anhand von Korrespondenzen und Texten Freuds und seines Umfelds, nur minimal ergänzt durch einen Erzähler. Zahlreiche Stimmen werden lebendig, wunderbar gesprochen u.a. von Johannes Silberschneider und Birgit Minichmayr.

Von Freuds beruflichen Durchbrüchen und schwierigen Freundschaften über die enge Beziehung zu seiner Tochter Anna und seine Begeisterung für den Chow-Chow bis zu seinem "atheistischen Judentum" reicht das weite Themenfeld, das Teboul mit teilweise unveröffentlichtem Archivmaterial und einem assoziativen Bilderstrom zusammenführt. Mitunter ist der Film damit zu vollgepackt, fehlen Atempausen, um das Gesagte und Gezeigte auf sich wirken zu lassen. Dennoch: ein sehenswertes Porträt, das rechtzeitig zur Wiedereröffnung des Freud-Museums in die Kinos kommt.

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