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Was geschah mit Bus 670?

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Was geschah mit Bus 670? - © MFA Film

Was geschah mit Bus 670? (Foto: MFA Film)


Zusammen mit einem Freund begibt sich Teenager Jesús mit dem Bus 670 in Richtung der US-Grenze, von deren riskanter Überwindung sich viele Mexikaner ein besseres Leben erhoffen. Als ein paar Monate später die Leiche des Freundes auftaucht und auch von Jesús jedes Lebenszeichen fehlt, macht seine Mutter sich trotz aller Warnungen auf die Suche. "Fernanda Valadez inszeniert diese Elends-Odyssee so karg und trostlos wie die nahezu menschenleere 'Todeszonen'-Ödnis, fast ohne Score und Dekor. Die unaufgeregt-schnörkellose Machart spiegelt die Selbstverständlichkeit der Hoffnungslosigkeit vor Ort wider; der Film wirkt dabei streckenweise gar arg schleppend." (David Auer)

Regie:
Regie:
Fernanda Valadez
Darsteller:
Darsteller:
Mercedes Hernández, David Illescas, Juan Jesús Varela
Land/Jahr:
Land/Jahr:
MEX/E 2020
Dauer:
Dauer:
97 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
ab 16
Kinostart:
Kinostart:
4. Juni 2021

Schleppende Suche in Grenzdrama

DAVID AUER | 09.06.2021

Der Titel dieses mexikanischen Dramas ist auch die plottreibende Frage der Protagonistin: "Was geschah mit Bus 670?" Ihr Sohn, der sich mit der Hoffnung auf ein besseres Leben in den USA im Bus zur Grenze aufmachte, ist mitsamt allen Passagieren verschwunden, wenn nicht gar ermordet worden. Da sich die Mutter (Mercedes Hernández) jedoch nicht mit der Nachricht seines wahrscheinlichen Todes zufrieden gibt, macht sie sich auf die Suche nach ihrem Buben. Wir sind ihr stets dicht auf den Fersen beim Abklappern mehrerer Stationen in einem gefährlichen Teil Nord-Mexikos. Dabei begegnet sie vielen tristen Figuren, ohne ihrem Ziel je näher zu kommen (der Schluss-Twist legt nahe, dass es besser so hätte bleiben sollen).

Fernanda Valadez inszeniert die Elends-Odyssee so karg und trostlos wie die nahezu menschenleere "Todeszonen"-Ödnis, fast ohne Score und Dekor. Die unaufgeregtschnörkellose Machart spiegelt die Selbstverständlichkeit der Hoffnungslosigkeit vor Ort wider; der Film wirkt dabei streckenweise gar arg schleppend.

Schließlich wird's surrealistisch: unscharfe Fieberträume eines schrecklichen Ereignisses, Horror-Audiovisionen mit sadistischen Tätern als satanischen Schemen. Sie bleiben hier so unbekannt wie die Opfer des Grenzterrors oft in echt.

Bereits im Kino (OmU im Top)

Dieser Film bei Video on demand

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