Filmkritik

After Blue

Paradis sale (Verschmutztes Paradies)


Auf einem Planeten, so nur Frauen überleben können, entdeckt die junge Roxy eine bis zum Kopf im Sand steckende Verbrecherin namens Kate Bush und gräbt sie aus. Die Befreite macht sich mordend auf die Flucht. "Eklektische Melange aus surrealistischer Sci-Fi-Fantasy und postapokalyptischem Acid-Western: Alles dampft, pulsiert, explodiert, rinnt aus, suggeriert Giftigkeit und Sex. Macht die Dosis das Gift? Ist die lässig zelebrierte Lüsternheit hier noch Erotik – oder schon 'toxische' Sexploitation eines männliches Regisseurs (Bertrand Mandico) ... oder gar etwas unbekanntes Drittes? Allenfalls aber kryptischer Eso-Kitsch mit Kult-Ambition; ein zweistündiger Fiebertraum, aus dem man groggy wieder aufwacht." (David Auer)

Regie:
Regie:
Bertrand Mandico
Darsteller:
Darsteller:
Paula Luna Breitenfelder, Elina Löwensohn, Vimala Pons, Agata Buzek
Land/Jahr:
Land/Jahr:
F 2021
Dauer:
Dauer:
130 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
20. Januar 2023

Überbordend, überfordernd, "After Blue"

DAVID AUER | 18.01.2023

Ein französischer Film wie ein Zauberelixier: eklektische Melange aus surrealistischer Sci-Fi-Fantasy und postapokalyptischem Acid-Western, die runtergeht wie berauschendes Öl. Eingefasst in einen vagen Rache-wider-Willen-Plot, der aber nebensächlich ist im Vergleich zur betont ätherischen Atmosphäre, zum mystizistischen Vibe, den "After Blue" transportieren soll. Durch die neonfarbenen Weichzeichnerbilder ziehen unentwegt Nebelschwaden. Glitzer und Grind vermengen sich zu einem halluzinatorisch-hypnotischen Schleim-Trip, untermalt von einem flirrenden Synthie-Score.

Eine bleichblonde Außenseiterin und deren Mutter im Trapper-Outfit, mit retrofuturistischen Gewehren am und Pferd unterm Hintern, konfrontieren eine unwirtliche Alien-Welt, die allein von notstandigen Frauen, uriger Flora und grindiger Fauna bevölkert ist. Alles dampft, pulsiert, explodiert, rinnt aus, suggeriert Giftigkeit und Sex.

Macht die Dosis das Gift? Ist die lässig zelebrierte Nackt-und Lüsternheit hier noch Erotik - oder schon "toxische" Sexploitation eines männliches Regisseurs (Bertrand Mandico) oder gar etwas unbekanntes Drittes?

Allenfalls aber kryptischer Eso-Kitsch mit Kult-Ambition; ein zweistündiger Fiebertraum, aus dem man groggy wieder aufwacht.

Ab Fr im Stadtkino im Künstlerhaus (OmU)

Dieser Film bei Video on demand

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