Empfohlen Filmkritik

Petite maman - Als wir Kinder waren

Petite Maman - Als wir Kinder waren - © Alamode

Petite Maman - Als wir Kinder waren (Foto: Alamode)

© Alamode Film

Foto: Alamode Film


Die achtjährige Nelly hilft ihren Eltern nach dem Tod ihrer Großmutter beim Ausräumen des Hauses, in dem ihre Mutter, Marion, ihre Kindheit verbracht hat. Sie erkundet die Erinnerungsstücke und den Wald, in dem Marion einst ein Baumhaus gebaut hat. Nach der plötzlichen Abreise der Mutter lernt Nelly ein gleichaltriges Mädchen kennen, das ihr selbst verblüffend ähnlich sieht und im Wald grad ein Baumhaus baut. Sein Name ist Marion. Ein neues, ergreifendes Werk von Céline Sciamma ("Porträt einer jungen Frau in Flammen").

Regie:
Regie:
Céline Sciamma
Darsteller:
Darsteller:
Joséphine Sanz, Gabrielle Sanz, Nina Meurisse, Stéphane Varupenne, Margot Abasc
Land/Jahr:
Land/Jahr:
F 2021
Dauer:
Dauer:
72 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
18. März 2022

Zurück in die Kindheit: "Petite Maman"

MARTIN NGUYEN | 16.03.2022

Zu Beginn steht ein unvollendeter Abschied: Die achtjährige Nelly (Joséphine Sanz) trauert um ihre Großmutter, von der sie sich nicht mehr richtig verabschieden konnte. Während ihre depressive Mutter Marion und ihr Vater Omas altes Haus ausräumen, streunt Nelly durch den angrenzenden Herbstwald. Dort trifft sie auf ein Mädchen, Marion (Zwillingsschwester Gabrielle Sanz), das sich bald als ihre junge Mutter herausstellt. Nelly beantwortet Marions Frage nach ihrer Herkunft mit einer der schönsten Zeilen seit langem: "Ich komme von dem Weg hinter dir."

Céline Sciammas Idee für "Petite Maman" entstand schon vor ihrem Erfolgsfilm "Porträt einer jungen Frau in Flammen", wurde jedoch erst während der Pandemie realisiert. Der Film ist so zeitlos und aktuell zugleich, handelt er doch von Trauer und Verlust.

Magisch, aber nah am Realen, erkundet der Film die Verbindungen zwischen den Generationen, zwischen Mutter, Tochter und Großmutter mit einer durchdringenden Wärme und Zärtlichkeit. Mit wenigen Worten und Gesten werden Familienhierarchien aufgelöst, berührend sprechen sich Tochter und Mutter als Kind Trost und Zuversicht zu, verlieren sich in der Unbeschwertheit des gemeinsamen Spiels. Ein intimer, zutiefst ergreifender Film!

Ab Fr in den Kinos (OmU im Votiv und Stadtkino)

Dieser Film bei Video on demand

Diese Filme könnten Sie auch interessieren


12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!