Empfohlen Filmkritik

Moneyboys

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Fei ist ein "Moneyboy", ein junger Mann, der in Peking illegal seinen Körper verkauft, um seine Familie am Land mit Geld zu unterstützen. Als er in seine Heimat zurückkehrt, wird er von den Freunden seines Vaters, ja sogar von seinem eigenen Onkel, übel verspottet und verachtet. Sie wollen sein Geld, aber nichts mit ihm zu tun haben. Fei kehrt nach Peking zurück, wo er von einer alten Schuld eingeholt wird. In langen Plansequenzen beobachtet C.B. Yi, wie sein Protagonist langsam zu Klarheit über sich, die Liebe und das Leben findet. "Ein ambitioniertes Debüt, das den Auftakt einer geplanten Trilogie darstellt, Reife und visuelle Gestaltung des Erstlings lassen auf mehr hoffen" (Martin Nguyen).

Regie:
Regie:
C.B. Yi
Darsteller:
Darsteller:
Kai Ko, Chai Ming-Hsiu, JC Lin, Chloe Maayan
Land/Jahr:
Land/Jahr:
Ö/F/B/TWN 2021
Genre:
Genre:
Drama
Dauer:
Dauer:
120 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Festival:
Festival:
Kino am Dach 2022
Kinostart:
Kinostart:
21. Januar 2022

Die liebe Familie: "Moneyboys"

MARTIN NGUYEN | 19.01.2022

Liang Fei (Kai Ko) ist einer der modernen Wanderarbeiter Chinas, die ihr Glück in der Stadt suchen. Jung und unbeholfen trifft er dabei auf Xiaolai (JC Lin), der ihm eine illegale Welt eröffnet: die der Sexarbeit. Neue Kleidung, neue Haltung - Xiaolai wird Feis Mentor und Geliebter, bis sich die Ereignisse überschlagen und Fei Xiaolai zurücklässt.

Angesiedelt im namenlosen Stadt-Land-Gefälle Südchinas (gedreht wurde in Taiwan) entwirft "Moneyboys" des austro-chinesischen Regisseurs C.B. Yi, der in Wien bei Michael Haneke studiert hat, ein universales Gleichnis um Tradition und Familie. Jahre nach Feis Verschwinden zeugen Kleidung und Interieur von seinem Aufstieg. Feis Geld ist im Dorf bei seiner Familie stets willkommen, die homophobe Ächtung für sein Einkommen schmerzlicher Undank. Fei trauert seinem Geliebten nach, erträgt Klienten, Polizei und Isolation durch emotionalen Rückzug, bleibt auf Distanz zu allen Menschen, die ihm nahekommen.

Der Film erzählt dies in Plansequenzen, die Atmosphäre und Kontraste langsam anschwellen lassen; elegant, aber zugleich distanziert wie Fei selbst. C.B. Yi gelingt ein ambitioniertes Debüt, das den Auftakt einer geplanten Trilogie darstellt, Reife und visuelle Gestaltung des Erstlings lassen auf mehr hoffen.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Votiv und Schikaneder)

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