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Der Schein trügt

Nebesa

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Stojan ist ein unbescholtener Mann, fürsorglicher Familienvater und sehr bescheiden. Ein Kurzschluss im Tröpferlbad bringt ihm unverhoffte Erleuchtung: ein Heiligenschein ziert fortan sein Haupt. Ein dubioser Fernsehprediger rät Stojans Frau, den seltsamen Heiligen zum Sündigen zu verführen. Und also beginnt dieser widerwillig zu saufen, zu völlen und mit der Nachbarswitwe zu vögeln, um Gott zu erzürnen und den Heiligenschein loszuwerden. In drei Episoden - 1993, 2001 und 2026 - angelegte Gesellschaftssatire aus Serbien über den Alltag im Postsozialismus. (Michael Omasta)

Regie:
Regie:
Srdjan Dragojevic
Darsteller:
Darsteller:
Goran Navojec, Ksenija Marinkovic, Natasa Markovic, Bojan Navojec, Danijela Mihajlovic
Land/Jahr:
Land/Jahr:
SRB 2020
Genre:
Genre:
Komödie
Dauer:
Dauer:
122 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Festival:
Festival:
Mythos Film Festival 2022
Kinostart:
Kinostart:
21. Januar 2022

Satire-Triptychon: "Der Schein trügt"

MICHAEL OMASTA | 19.01.2022

Anders als seine fiesen Nachbarn oder seine resolute Ehefrau ist Stojan eine wahre Seele von Mensch. Im öffentlichen Tröpferlbad kriegt er einen Stromschlag und trägt ab dem Moment einen Heiligenschein. Ort der Handlung ist Belgrad, das Jahr 1993 und das "Wundermal" schon bald ein Problem. Ein zwielichtiger Fernsehprediger gibt Stojans Frau den Rat, den seltsamen Heiligen zum Sündigen zu verführen. Und also beginnt dieser widerwillig zu saufen, zu völlern und mit der Nachbarswitwe zu vögeln, um Gott zu erzürnen und den Heiligenschein loszuwerden.

Mit handfestem Humor spürt der serbische Regisseur Srđan Dragojević in "Der Schein trügt" der Bigotterie und Verrohung der Sitten nach. Durchaus sinnfällig hat er seinen Film quasi als Triptychon angelegt. Die beiden weiteren Teile spielen 2001 und 2026 und neuerlich bricht das Übernatürliche in den postsozialistischen Alltag ein: In der zweiten Episode verwandelt sich ein zum Tode Verurteilter in einen Säugling, um in der dritten als glückloser Künstler wiederzukehren, der plötzlich Erfolg hat, weil seine Gemälde -ganz buchstäblich! - den Hunger stillen.

Zudem tauchen da wie dort die gleichen Charaktere auf. Der brave Stojan legt eine Karriere zum herzlosen Gefängnisdirektor und schließlich mafiösen Politfunktionär hin.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Votiv)

Dieser Film bei Video on demand

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