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In Liebe lassen

De son vivant

Catherine Deneuve, Benoit Magimel in: In Liebe lassen - © Constantin Film

Catherine Deneuve, Benoit Magimel in: In Liebe lassen (Foto: Constantin Film)


Schauspiellehrer Benjamin (Benoît Magimel) ist keine 40 Jahre alt, als sein Onkologe ihm sagt, dass er höchstens noch ein Jahr zu leben hat. Es fällt ihm schwer, das zu akzeptieren. Auch seine etwas distanzlose und dominante Mutter Crystal (Catherine Deneuve) will sich mit Benjamins Schicksal nicht abfinden. Der unkonventionelle Dr. Eddé findet Methoden, den beiden zu helfen. Ein Film über das Sterben, also? Nein, ein Film über das Leben, sagt Regisseurin Emmanuelle Bercot, "es ist so: Leben bedeutet sterben lernen - und man muss aus dem Vollen leben, damit man weiß, wie man stirbt.“ (J. Pühringer)

Regie:
Regie:
Emmanuelle Bercot
Darsteller:
Darsteller:
Catherine Deneuve, Benoît Magimel, Cécile de France, Gabriel Sara
Land/Jahr:
Land/Jahr:
F/B 2021
Genre:
Genre:
Drama
Dauer:
Dauer:
122 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
21. Januar 2022

Oh Mélo! "In Liebe lassen" von Emmanuelle Bercot

JULIA PÜHRINGER | 19.01.2022

Schauspiellehrer Benjamin (Benoît Magimel) ist kaum 40 Jahre alt, als er vom Onkologen Dr. Eddé (Gabriel Sara) erfährt, dass er höchstens noch ein Jahr zu leben hat. Es fällt ihm schwer, das zu akzeptieren. Auch seine etwas distanzlose und dominante Mutter Crystal (Catherine Deneuve) will sich mit Benjamins Schicksal nicht abfinden. Der unkonventionelle Dr. Eddé findet Methoden, den beiden zu helfen.

Regisseurin Emmanuelle Bercot traf Gabriel Sara, Onkologe am New Yorker Spital Mount Sinai, nach einer Filmpremiere, und war von seiner Arbeitsweise beeindruckt. "Das war ein unglaublicher Zufall, aber ich glaube eigentlich nicht an Zufälle", sagt Bercot über die Entstehung von "In Liebe lassen". "Ich wollte ein Melo schreiben über eine Mutter, die ihren Sohn an Krebs verliert, und als ich Dr. Sara bei der Arbeit zugesehen habe, war mir klar, wie das geht." Patient:innen tanzen Tango im Chemo-Raum, das Leben wird bis zum Ende geführt, nach den Wünschen der Sterbenden, die dabei die Unterstützung bekommen, die sie brauchen - das setzt voraus, dass man ihnen die Wahrheit zumutet. "Es ist kein Film über Euthanasie, auch wenn ich sie befürworte", so Bercot. "Man soll einfach unter optimalen Bedingungen sterben können, auch für die Familie, in Frieden."

Gedreht wurde während der Pandemie, ein Unfall der Deneuve verursachte eine Drehpause, in der Bercot gleich den halben Film geschnitten hat. Deneuve und Magimel haben schon öfter miteinander gedreht, bereits bei Téchinés "Diebe der Nacht" standen sie 1996 gemeinsam vor der Kamera. "Deneuve hängt sehr an ihm und umgekehrt, das vertieft die Mutter-Sohn-Beziehung im Film natürlich noch. Benoît ist der einzige, den ich kenne, der Du zur Deneuve sagt", erklärt Bercot lachend.

Ein Film über das Sterben also? Nein, ein Film über das Leben, sagt Bercot. "Dr. Saras Philosophie ist ansteckend: Und wenn man nur noch fünf Minuten zu leben hat, dann kann man sie richtig leben. Es ist so: Leben bedeutet sterben lernen -und man muss aus dem Vollen leben, damit man weiß, wie man stirbt."

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