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Ennio Morricone - Der Maestro

Ennio

Ennio - © Koch Media

Ennio (Foto: Koch Media)


Ein zweieinhalbstündiges Porträt über Ennio Morricone (1928–2020), gedreht von seinem Landsmann Giuseppe Tornatore, der selbst unter anderem bei seinem Oscar-prämierten Film "Cinema Paradiso" (1988) mit dem legendären Komponisten zusammengearbeitet hat: "Ennio" lässt nicht nur Morricones unglaubliche Karriere Revue passieren, sondern zeigt den Maestro bei seiner täglichen Arbeit, wie er sich fit hält und bei seinem Lieblingssport, dem Schachspiel. Dazu kommen Freunde und Kolleginnen sonderzahl zu Wort: von Dario Argento und Clint Eastwood über Joan Baez und Lina Wertmüller bis Quincy Jones und Bruce Springsteen. Ganz beeindruckend.

Regie:
Regie:
Giuseppe Tornatore
Land/Jahr:
Land/Jahr:
I/B/J/CHN 2021
Genre:
Genre:
Dokumentarfilm
Dauer:
Dauer:
156 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
22. Dezember 2022

Spiel's noch einmal, Maestro! "Ennio"

MICHAEL OMASTA | 21.12.2022

Um das Leben und Werk eines solchen Künstlers zu besichtigen, reichen selbst die zweieinhalb Stunden nicht aus, die sich der Regisseur Giuseppe Tornatore für seine Dokumentation "Ennio Morricone - Der Maestro" genommen hat. Er müsste ein Vielfaches länger dauern, um diesem überragenden Komponisten, der nebst Hundertschaften von Film-Scores auch große Orchesterwerke und Songs sonder Zahl geschrieben hat, wenigstens halbwegs gerecht zu werden.

Kein Wunder also, dass Tornatores Film, der seit "Cinema Paradiso" (1989) mit Morricone zusammengearbeitet hat, unentwegt einen gehetzten Eindruck macht. Die prominenten Wortspender -von Clint Eastwood über Bernardo Bertolucci bis Quentin Tarantino -bekommen zumeist nur Zeit für einen Halbsatz, wobei die Charakterisierung des Komponisten durch die Regisseurin Lina Wertmüller, eine der raren weiblichen Stimmen im Film, mehr Fragen aufwirft als beantwortet: "Ein eigenartiger Mann -und verrückt, keine Frage."

Umso stärker ist der Film immer dann, wenn der Maestro und seine Weggefährten tatsächlich über ihr Metier sprechen. Obwohl auch die Musikstücke immer nur kurz angespielt werden, bekommt man sofort einen Eindruck von Morricones unerschöpflicher Originalität und Innovationsfreude. Genial!

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