Empfohlen Filmkritik

Die Odyssee

La Traversée

Florence Miailhe: Die Odyssee - © Les films de l'Arlequin

Florence Miailhe: Die Odyssee (Foto: Les films de l'Arlequin)


Es ist ein schöner Sommertag, als sich das Leben der Geschwister Kyona und Adriel für immer verändert. Ihr Dorf wird überfallen, verwüstet und in Brand gesteckt. Die ganze Familie muss fliehen und erlebt viele reale und surreale Situationen, um schließlich vielleicht an einem friedlicheren Ort anzukommen. In grandiosen Bildern – handgemalt in Öl auf Glas – ist "Die Odyssee" die Geschichte einer Flucht. Die Animationskünstlerin Florence Miailhe arbeitete zehn Jahre an dem Film, der all denjenigen gewidmet ist, "die eines Tages ihr Land verlassen, in der Hoffnung, anderswo eine bessere Zukunft zu finden". Erzählerin in der deutschen Fassung: Hanna Schygulla.

Regie:
Regie:
Florence Miailhe
Land/Jahr:
Land/Jahr:
F/CZ/D 2021
Genre:
Genre:
Animation
Dauer:
Dauer:
84 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
29. April 2022

Ein Meisterinnenwerk: "Die Odyssee"

MICHAEL OMASTA | 27.04.2022

Als erwachsene Frau blättert Kyone ihren Skizzenblock durch, Erinnerungen an ihre Kindheit kommen dabei wieder hoch: An die einjährige Odyssee, die sie und ihr Bruder Adriel nach der Trennung von ihren Eltern und dem Verlust ihrer Heimat durch mehrere Länder machten.

"Die Odyssee" (im Original: "La Traversée") heißt auch der abendfüllende Animationsfilm von Florence Miailhe, die das Werk ihrer Urgroßmutter gewidmet hat. Diese verließ in den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts mit ihren zehn Kindern ihre Heimatstadt Odessa. Doch nicht allein die ukrainische Familiengeschichte ist es, die Miailhes mit Öl auf Glas gemaltem Film eine so unerhörte Aktualität verleiht; sondern die Künstlerin ließ sich bei ihrer Recherche sowohl von Aufnahmen ihres Mannes Patrick Zachmann inspirieren, der für Magnum auf Lampedusa fotografierte, als auch von Zeichnungen ihrer Mutter aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, die als Vorlage für einige Szenen und Charaktere direkt in den Film eingeflossen sind.

So spiegeln sich in dieser Coming-of-Age-Geschichte, die auf konkreten historischen Fluchterfahrungen gründet, subtil auch die Schicksale von Millionen anderen Vertriebenen rund um den Globus wider. Off-Erzählerin der deutschen Fassung ist Hanna Schygulla.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Filmhaus)

Dieser Film bei Video on demand

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