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Nope

Daniel Kaluuya as OJ in NOPE, written and directed by Jordan Peele - © © Universal Studios. All Rights Reserved.

Daniel Kaluuya as OJ in NOPE, written and directed by Jordan Peele (Foto: © Universal Studios. All Rights Reserved.)


Ein schwarzes Geschwisterpaar, Jill (Keke Palmer) und James Haywood (Daniel Kaluuya), trainiert Showpferde auf seiner Ranch, weitab der Anzeichen menschlicher Zivilisation. Eines Nachts beobachten sie auf ihrem Land schockierende Phänomene und ahnen nicht, dass es sich dabei nur um Vorboten eines grauenerregenden Geheimnisses handelt. "'Nope', ein 'black UFO movie' (Jordan Peele), verstört mit optischer Täuschung, ist super ominös, auch in der Action voller Mystery." (Dr. Robnik)

Regie:
Regie:
Jordan Peele
Darsteller:
Darsteller:
Keke Palmer, Michael Wincott, Daniel Kaluuya, Steven Yeun, Barbie Ferreira, Terry Notary
Land/Jahr:
Land/Jahr:
USA 2022
Genre:
Genre:
Horror, Science-Fiction
Dauer:
Dauer:
135 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
21. Juli 2022

Schau nicht hin, und zwar auf Leinwand! Ufo-Horror mit Jordan-Peele-Appeal

DREHLI ROBNIK | 10.08.2022

Das Monster kommt von monstrare, von zeigen. Das Monster in "Nope" kommt auch aus dem All, frisst Pferde und Leute. Wichtiger aber ist, wie es sich und wie Jordan Peeles Film es uns zeigt: als weirde Wolke, Nachtschatten, fliegende Untertasse, zuletzt als Qualle am Himmel.

Ein "black UFO movie" wollte er machen, sagt Peele. Dies ist kein Alien-Film; es geht nicht ums Fremdsein, sondern ums Sehen und Gesehenwerden in einem Raum. In Wüstenpanoramen verteilt sich ein kleines Milieu: Ein schwarzes Geschwisterpaar trainiert auf seiner Ranch Showpferde, ein Koreaner (Steven Yeun) betreibt einen Themenpark mit Western-Attraktionen, hinzu kommen ein Latino-Nerd und ein alter weißer Kameramann.

Viel zu sehen: Der ultimative Anblick ist das Angebot und Thema von "Nope". Auf zur Jagd nach dem money shot: Wie kann man das Ufo-Raubtier filmen? Es lässt alle Technik ausfallen, und wer es direkt anblickt, reizt es: Hinschauen ist also Programm und zugleich ein No-No. "Nope" ist Spektakel, aber kein reines, eher ein reflexives, im Wechselrhythmus von Warten und Eruption, Imax-Weite und beklemmender Nähe, Augenspiel eines Melancholikers und heiserer Quirligkeit seiner Schwester (Daniel Kaluuya, Keke Palmer)."Nope" verstört mit optischer Täuschung, ist super ominös auch in der Action voller Mystery.

Nach den Innen-außen-Aufteilungen in der Rassismus-Satire "Get Out" und im Unterklassen-Schocker "Us" bespielt Peele nun eine weniger brisante Zentralachse: den Abstand zwischen Zeigen und Scannen, Show und Abtastung, im Umgang mit Bildern. Das ist ein cinephiler Film, der allerlei Filmtechnik im Einsatz zeigt: Early-Cinema-Streifen mit einem black horseman, Überwachungsvideo, Kurbelkamera, Fotoautomaten-Souvenir. Es ist auch ein Themenpark Peele'scher Motive: weißes Landhaus, verträumter Autofensterblick, Blackouts, Trauma-Flashes, Rockband-T-Shirts (Earth, Jesus Lizard). Next stop: Spielberg-Land! Alles ist als Bild entäußert und erinnert, lässt sich mehrfach sehen. So wie "Nope". Yep!

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis und Burg, OmU im Votiv)

Dieser Film bei Video on demand

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