Empfohlen Filmkritik

Loving Highsmith

Loving Highsmith - © (c) ellenrifkinhill / swisssocialarchives

Loving Highsmith (Foto: (c) ellenrifkinhill / swisssocialarchives)


Doku über das Privatleben der US-amerikanischen Schriftstellerin Patricia Highsmith, insbesondere über ihr bewegtes lesbisches Liebesleben, wie sie es in ihren Tage- und Notizbüchern niedergeschrieben hat, die anlässlich ihres 100. Geburtstags im Herbst 2021 erstmals veröffentlicht wurden. Gelesen von Maren Kroymann.

Regie:
Regie:
Eva Vitija
Land/Jahr:
Land/Jahr:
CH/D 2022
Genre:
Genre:
Dokumentarfilm
Dauer:
Dauer:
83 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe

Aus dem Doppelleben einer Schriftstellerin

SABINA ZEITHAMMER | 06.04.2022

Patricia Highsmith (1921-1995) ging als Autorin düsterer, psychologisch raffinierter Romane und als kettenrauchende, dem Alkohol zugeneigte Einzelgängerin in die Geschichte ein. Doch das öffentliche Bild war nur ein kleiner Teil eines Doppellebens: Highsmith war lesbisch, eine sexuelle Orientierung, die sie in der Gesellschaft ihrer Zeit nicht offen ausleben konnte. Im Verborgenen aber hatte sie zahlreiche Affären und -stets wieder zerbrechende -Beziehungen.

Auf der Grundlage der Tageund Notizbücher Highsmiths, die nach ihrem Tod entdeckt wurden, beschäftigt sich Eva Vitija in ihrer Doku "Loving Highsmith" mit dem Privatleben der US-amerikanischen Autorin. Zitate aus dem Nachlass verbindet sie mit Archivmaterial, Szenen aus den Romanverfilmungen, assoziativen Bildern und Interviews mit Verwandten sowie drei ehemaligen Partnerinnen Highsmiths. Herrlich trocken und pointiert erzählt etwa die Schriftstellerin Marijane Meaker: "Her mother was a bitch!"

Vitija porträtiert eine komplexe, schwierige Persönlichkeit, zeigt, wie sich Highsmiths Erfahrungen in ihrem Werk spiegelten -und beleuchtet die Lebensumstände einer ganzen Generation homosexueller Frauen. Eine vielschichtige Künstlerinnen-Doku, die einen regulären Kinostart verdient hätte.

Premiere am 7.4. im Filmhaus (OmU)

Dieser Film bei Video on demand

Diese Filme könnten Sie auch interessieren


12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe 25 Wochen FALTER um 3,20 € pro Woche
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!