Empfohlen Filmkritik

The Innocents

De Uskyldige

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In einer norwegischen Hochhaussiedlung entdecken vier Kinder beim Spielen, dass sie außerordentliche Fähigkeiten besitzen: Sie können stumm miteinander kommunizieren und die Welt um sich herum manipulieren. Supernatural-Thriller, dessen Titel nicht ganz ohne Grund an den gleichnamigen britischen Gruselfilm nach Henry James erinnert. "Zu einem Score voller Gongs werden Alltagsangstobjekte lebendig. Ein Mosaik aus Zehnjährigen-Blicken und -Gesten, toll gespielt, Bodenvibration im Showdown. Handelsübliche Superpower-Fantasy zwinkert dir zu; diese lacht dich an: Es hat etwas von einer Drohung." (Dr. Robnik)

Regie:
Regie:
Eskil Vog
Darsteller:
Darsteller:
Rakel Lenora Fløttum, Alva Brynsmo Ramstad, Sam Ashraf, Mina Yasmin Bremseth Asheim, Ellen Dorrit Petersen
Land/Jahr:
Land/Jahr:
NOR/SWE/FIN/F/GB 2021
Genre:
Genre:
Horror
Dauer:
Dauer:
118 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Festival:
Festival:
Leslie Open 2022
Kinostart:
Kinostart:
14. April 2022

Bad Vibrations im Bau: "The Innocents"

DREHLI ROBNIK | 13.04.2022

Kinderlachen kann einen Wohnblock verzaubern. Zumal im norwegischen Supernatural Thriller "The Innocents". Wer bei Kindergrusel im Sozialbau an die quälenden Beziehungen in "Let the Right One In" denkt oder sich vom Titel an den gleichnamigen Henry-Jamesbasierten Spukklassiker mit undurchschaubaren Bälgern erinnert fühlt, liegt in seinen Erwartungen an Eskil Vogts Film, der im Original "De Uskyldige" heißt, nicht falsch.

Das Lachen hängt in der Luft. Wie die an Fassaden schwebenden Kamerafahrten, wie die Superkräfte, die sich grundlos bei vier Kindern entwickeln, wie die Markierungen sozialer, rassistischer und ableistischer Marginalisierung, die im Milieu mitschwingen. Das Lachen bezeugt Staunen ebenso wie narzisstische Lust, gar Bosheit, die im Bau umgeht. Ein Wurm stirbt daran, dann eine Katze, ein Bub

Quälereien mischen sich mit Fernlenkung: Stein und Topfdeckel fliegen; Scherben in Schwesters Schuh, Kochwasser auf Mama. Dazwischen keimt Empathie: Mitgefühl bis hin zur Telepathie, moralisch uneindeutig. Zu einem Score voller Gongs werden Alltagsangstobjekte lebendig. Ein Mosaik aus Zehnjährigen-Blicken und -Gesten, toll gespielt, und Bodenvibration im Showdown. Handelsübliche Superpower-Fantasy zwinkert dir zu; diese lacht dich an: Es hat was von einer Drohung.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Filmcasino)

Dieser Film bei Video on demand

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