Neu im Kino Filmkritik

X

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Ein X als Titel, das heißt was. Als Film über junge Stadtleute, die 1979 auf dem Land in Texas einen Porno drehen, spielt Ti Wests "X" mit dem Jugendverbot-Label früherer Ratingsysteme. Als Slasher-Movie aus dem Haus A24, bewährt in Hipster-Weirdness, lässt "X" schräge Fleischbeschau erwarten: in Form des Films-im-Film wie auch von Gemetzel an der Grenze zu dem, was einst verboten war. So im Fall des lange zensurierten "Texas Chainsaw Massacre": Den Weitwinkelspuren dieses 1974er-Films, in dem Späthippie-Jugend zu Schlachtvieh wird, folgt "X" als Hommage. (Dr. Robnik)

Regie:
Regie:
Ti West
Darsteller:
Darsteller:
Mia Goth, Jenna Ortega, Brittany Snow, Kid Cudi, Martin Henderson
Land/Jahr:
Land/Jahr:
USA 2022
Genre:
Genre:
Horror
Dauer:
Dauer:
105 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
19. Mai 2022

Damals Wurst, heute gleich: Horror anders

DREHLI ROBNIK | 18.05.2022

Ein X als Titel, das heißt was. Als Film über junge Stadtleute, die 1979 auf dem Land in Texas einen Porno drehen, spielt Ti Wests "X" mit dem Jugendverbot-Label früherer Ratingsysteme. Als Slasher-Movie aus dem Haus A24, bewährt in Hipster-Weirdness, lässt "X" schräge Fleischbeschau erwarten: in Form des Films-im-Film wie auch von Gemetzel an der Grenze zu dem, was einst verboten war. So im Fall des "Texas Chainsaw Massacre": Den Weitwinkelspuren dieses 1974er-Films, in dem Späthippie-Jugend zu Schlachtvieh wird, folgt "X" als Hommage.

Aber: Aus dem oft zitierten Sägeschocker, der heute noch nacktes Grauen vermittelt, übernimmt "X" vor allem das Anklopfen an der Landhaustür im Sonnengegenlicht, macht daraus ein Ritual. X meint demnach weniger das erwartungsgemäß Nackte als den Eintritt in ostentativ Unbekanntes. Als Killer-Monster fungiert hier ein greises Land-Ehepaar, das die Jungen nicht zu Wurst machen will, sondern wie sie sein und Sex haben will. Vergleichen über Leichen, betont im Parallelschnitt und Mia Goths Doppelrolle. Auch wenn alles wild endet, manches makaber ist (Kroko-Vogelschau!), vieles krud bleibt: Die Erinnerung an altes Grauen färbt hier ein meist ruhiges Geschehen, das Liebesmangel-Thema tönt die Busenrevue und Melancholie den Retroflair.

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