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Der Waldmacher

Tony Rinaudo, der Waldmacher - © Zero One Film

Tony Rinaudo, der Waldmacher (Foto: Zero One Film)


Der australische Agronom Tony Rinaudo engagiert sich seit Jahrzehnten für eine Wiederbegrünung der Sahelzone: "Er entdeckte ein tiefverzweigtes Wurzelwerk unter der vermeintlich toten Erde; mit einer simplen Schnitttechnik ließ sich das Wachstum anregen, aus zarten Trieben wurden stattliche Bäume. Oscargewinner Volker Schlöndorff begibt sich in seinem dokumentarischen Essay auf eine herzliche Reise zurück zu den Bauern, die Rinaudo in dieser Schnitttechnik unterwies. In filmischen 'Postkarten' überlässt er zudem afrikanischen Filmemacher:innen den Platz, zu Wort kommen Aktivisten und Kleinbäuer:innen." (Martin Nguyen)

Regie:
Regie:
Volker Schlöndorff
Land/Jahr:
Land/Jahr:
D 2021
Genre:
Genre:
Dokumentarfilm
Dauer:
Dauer:
87 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
9. September 2022

Wurzeln unterm Fuß: "Der Waldmacher"

MARTIN NGUYEN | 07.09.2022

Alternativer Nobelpreisträger, Mutter Teresa Afrikas, "verrückter weißer Bauer": Der bescheidene australische Agrarwissenschaftler Tony Rinaudo trägt viele Namen. Im vom kolonialen Raubbau gezeichneten Niger, das unter Verödung und verheerenden Hungersnöten litt, misslang ihm 1981 seine Aufforstung mit Setzlingen zunächst.

In der einsamen Wüste sollte eine "Offenbarung" seinen Blick auf einen Busch lenken: Er entdeckte ein tiefverzweigtes Wurzelwerk unter der vermeintlich toten Erde. Mit einer simplen Schnitttechnik ließ sich das Wachstum anregen, aus zarten Trieben wurden stattliche Bäume.

Der 83-jährige Oscar-Gewinner Volker Schlöndorff begibt sich in seinem dokumentarischen Essay "Der Waldmacher" auf eine herzliche Reise zurück zu den Bauern, die Rinaudo einst in der Schnitttechnik unterwies. In filmischen "Postkarten" überlässt Schlöndorff zudem afrikanischen Filmschaffenden Platz, zu Wort kommen Aktivisten und Kleinbäuerinnen. Mosaikartig werden Themen wie Landflucht, Abholzung und invasive Pflanzenarten behandelt. Auch wenn das Voiceover viel Pathos in sich trägt und manch Animation altbacken wirkt, schafft es der Film, ein einfühlsames Bild der Probleme, aber auch der Potenziale des Kontinents zu skizzieren.

Ab Fr in den Kinos

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