Filmkritik

The Son

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Kate wendet sich aufgebracht an ihren Exmann Peter: Ihr gemeinsamer Sohn Nicholas befinde sich in einer Krise, schwänze die Schule und mache ihr Angst. Peter stellt Nicholas zur Rede. Um ein anderes Umfeld zu schaffen, zieht der 17-Jährige zu seinem Vater, dessen neuer Partnerin und seinem Baby-Halbbruder. Seine Situation bessert sich, doch nicht auf Dauer. Mit "The Father" hat Florian Zeller 2020 ein sensibles, formal raffiniertes Drama über einen Demenzkranken geschaffen. Auch "The Son" ist eine Eigenadaption seines gleichnamigen Stücks, dessen Ton könnte jedoch nicht unterschiedlicher sein: Der gebeutelte Bursche bleibt ein völlig Fremder, die Figuren geraten holzschnittartig. Beim Kurzauftritt von Anthony Hopkins als Peters Ungustl-Dad ist man direkt überrascht, dass er keine Sägespäne spuckt. Ein Feel-bad-Movie für cineastische Masochisten. (Sabina Zeithammer)

Regie:
Regie:
Florian Zeller
Darsteller:
Darsteller:
Hugh Jackman, Laura Dern, Vanessa Kirby, Zen McGrath, Anthony Hopkins
Land/Jahr:
Land/Jahr:
USA 2022
Genre:
Genre:
Drama
Dauer:
Dauer:
123 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
27. Januar 2023

Foltere dein Publikum: "The Son"

SABINA ZEITHAMMER | 25.01.2023

Kate wendet sich aufgebracht an ihren Exmann Peter: Ihr gemeinsamer Sohn Nicholas befinde sich in einer Krise, schwänze die Schule und mache ihr Angst. Peter stellt Nicholas zur Rede. Um ein anderes Umfeld zu schaffen, zieht der 17-Jährige zu seinem Vater, dessen neuer Partnerin und seinem Baby-Halbbruder. Seine Situation bessert sich, doch nicht auf Dauer.

Mit "The Father" hat der Dramatiker und Regisseur Florian Zeller 2020 ein sensibles, formal raffiniertes Drama über einen demenzkranken Mann geschaffen. Auch "The Son" ist eine Eigenadaption seines gleichnamigen Stücks, dessen Ton könnte jedoch nicht unterschiedlicher sein: Der gebeutelte Bursche bleibt ein völlig Fremder, seine psychischen Probleme werden nicht beleuchtet, sondern als Gruselfaktor missbraucht, um übelsten, das Publikum folternden Suspense aufzubauen. Im Fokus steht das Umfeld -Zeller versucht hier wohl, reichlich erfolglos, Gesellschaftskritik zu platzieren, Stichworte: Karrierismus, unverarbeitete Beziehungskonflikte etc. -, das Nicholas' Krise so hilf-wie empathielos gegenübersteht. Die Figuren geraten holzschnittartig: Beim Kurzauftritt von Anthony Hopkins als Peters Ungustl-Dad ist man direkt überrascht, dass er keine Sägespäne spuckt. Ein Feel-bad-Movie für cineastische Masochisten.

Ab Fr im Kino (OmU im Votiv)

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