Filmkritik

Halloween Ends

Jamie Lee Curtis as Laurie Strode and Michael Myers (aka The Shape) in HALLOWEEN ENDS, directed by David Gordon Green - © © 2022Universal Studios

Jamie Lee Curtis as Laurie Strode and Michael Myers (aka The Shape) in HALLOWEEN ENDS, directed by David Gordon Green (Foto: © 2022Universal Studios)


Die letzte Nacht des Grauens bricht an! Vier Jahre nach Michael Myers' letztem Blutrausch werden Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) und ihre Enkelin Allyson (Andi Matichak) erneut gezwungen, sich dem ultimativen Bösen zu stellen... "Regisseur David Gordon Green feiert nach 105 Minuten Desinteresse samt Häcksel-Clips von 1978 und 2018 das finale 'healing': Nach kollektiver Opferritual-Prozession zum Killer-Schreddern geht's uns viel besser." (Dr. Robnik)

Regie:
Regie:
David Gordon Green
Darsteller:
Darsteller:
Jamie Lee Curtis, Will Patton, Kyle Richards, Rohan Campbell, Andi Matichak, Nick Castle
Land/Jahr:
Land/Jahr:
USA 2022
Genre:
Genre:
Horror
Dauer:
Dauer:
110 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
13. Oktober 2022

Liebes Tagebuch: Heute haben wir Michi Myers geschreddert. War aber auch Zeit

DREHLI ROBNIK | 19.10.2022

Würde man aus John Carpenters Slasher-Klassiker "Halloween" von 1978 alle Aufnahmen des Maskenmörders Michael Myers entfernen, dann bliebe ein kurzer Film mit Michelangelo-Antonioni-Flair: ein melancholischer Blick auf die offenbar intrinsische Unheimlichkeit des sozialen Alltagsbetriebs in westlich-bürgerlicher Suburbia.

Würde man aus dem feiertagsgerecht gestarteten "Halloween Ends" alle Szenen mit dem unkaputtbaren Michelangelo Myers entfernen, dann wäre dieser Abschluss einer Trilogie, die 2018 mit dem Segen und Musikspenden des alten Herrn Carpenter antrat, kaum kürzer. Und es bliebe ein Film mit dem Flair einer Klischeeversion von österreichischem Milieu-Schuld-Drama: viel blame game und Missverstehen, Bullying, zaghafte Zuneigung und Beziehungsschmerz unter traumatisierten Outsider-Figuren. Dazu kommen Mordszenen: grauslich, aber schwach gebaut. Mit Michael-Auftritten geizt man: Immerhin ist am 31. Oktober Weltspartag; heuer mehr als sonst. Dafür erklingt der sozialsatirische Dead-Kennedys-Hadern "Halloween", Blue Öyster Cult auch.

Ein Lockenbub (Rohan Campbell) wird Michaels Verbündeter. Oder Rivale, Reinkarnation, Obsessionsopfer, irgend so was. Von Infektion ist auch die Rede. Überhaupt ist viel die Rede. Mitunter liest Laurie Strodes Tagebuch sich uns vor. Hatte "Halloween" 2018 als amtliches Direkt-Sequel des 1978er-Gemetzels die Chrono-Continuity von einem Dutzend Franchise-Filmen gelöscht, die Jamie Lee Curtis von damals als verbitterte Omi Strode eingeführt und Rache-bzw. Prepper-Ideologie als fehlgezündeten Heilungsansatz ausgewiesen, baute "Halloween Kills" dies 2021 zum halbgaren Panorama einer Kleinstadtmob-Hetzjagd aus.

Nun feiert Regisseur David Gordon Green nach 105 Minuten Desinteresse samt Häcksel-Clips von 1978 und 2018 das finale healing: Nach kollektiver Opferritual-Prozession zum Killer-Schreddern geht's uns viel besser. Sagt da jemand Exorzismus? Ab 2023 beschert Green uns ein staatlich befugtes Sequel zum 1973er-"Exorcist" als Trilogie.

Bereits im Kino (OF im Artis und Haydn)

Dieser Film bei Video on demand

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