Filmkritik

A Little Love Package

© Filmgarten

Foto: Filmgarten


Zwei Frauen wandern durch Wien, tauchen in die Geschichte und Melancholie der Stadt ein. Eine will sich eine Wohnung kaufen, hat aber an jedem in Augenschein genommenen Ort etwas auszusetzen, was die andere, ihre Innenarchitektin, zunehmend nervt. Geprägt von sanftem Humor, sucht Solnickis verrätselte Erzählung, die von Wien nach Andalusien und durch die Salzwüste führt, in gewöhnlichen Dingen nach vergangener Pracht.

Regie:
Regie:
Gastón Solnicki
Darsteller:
Darsteller:
Angeliki Papoulia, Carmen Chaplin, Nikolaus Weidinger, Mario Bellatin, Han-Gyeol Lie, Ernst Skarpil, Daniel Margulies
Land/Jahr:
Land/Jahr:
Ö/ARG 2022
Dauer:
Dauer:
81 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
18. November 2022

Im Dunst der Kunst

DAVID AUER | 23.11.2022

Anfangs wähnt man sich noch in einer Doku: Wien 2019, der Zigarettenqualm verschwindet aus der Gastro. Spielt der Filmtitel auf das Tschickpackerl an? Oder doch auf sich selbst als Ode an die Ösi-Hauptstadt, die hier in so bedächtigen (Lockdown-leeren) Bildern eingefangen wird? Auch das bleibt in ,,A Little Love Package", wie so vieles, rätselhaft.

Außer dass es sich doch um einen Spielfilm handelt, der einer gut betuchten, grüblerischen Griechin (Angeliki Papoulia) und ihrer Freundin (Carmen Chaplin) bei der Suche nach einer Wohnung folgt, von der ihr keine so recht gefällt. Das war es auch schon fast an Plot, in dieser mit dissonantem Geklimper untermalten, kunstbeflissenen, dis-und assoziativen Aneinanderreihung von Impressionen.

Den Rest muss man sich denken (passt eh). Ist zum Beispiel die Betonung von Alt-Wiener-Café-sowie stilvoll-bourgeoisen Altbau-Interieurs, des Knarzens und Knisterns alter Holzböden bzw. Schallplatten noch Nostalgie - oder schon miefige Traditionspflege? Wird hier anhand ausgetrockneter Seen, fieser Flugdrohnen usw. ein allein als bedrohlich in Szene gesetztes Jetzt gegen ein idyllisch erscheinendes Damals aus Handwerk, Hirterei und Heimat ausgespielt?

Das wird auch nach 80 spröden, aber nicht öden Minuten nicht klar.

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