Filmkritik

Der Geschmack der kleinen Dinge

Umami

© Panda Lichtspiele

Foto: Panda Lichtspiele


Gabriel Carvin (Gérard Depardieu), ein Sternekoch aus Saumur, wird mit seinem dritten Crystal-Stern ausgezeichnet. Noch am selben Abend verlässt ihn seine Frau Louise (Sandrine Bonnaire). Die plötzliche Trennung löst eine Familienkrise aus, der hyperaktive Gabriel erleidet einen Herzinfarkt und muss nun weit weg von seinen Kochtöpfen leben. Diese heilsame Pause wird es ihm vielleicht ermöglichen, eine neue Leidenschaft zu finden. Um auf andere Gedanken zu kommen, reist er nach Japan, wo er die einfachen Freuden der Freundschaft wieder aufleben lässt und versucht, die Geheimnisse von Umami, der fünften Geschmacksrichtung des Gaumens, zu ergründen. (Presseinfo)

Regie:
Regie:
Slony Sow
Darsteller:
Darsteller:
Gérard Depardieu, Pierre Richard, Sandrine Bonnaire, Kyozo Nagatsuka, Rod Paradot, Akira Emoto, Kyoko Koizumi
Land/Jahr:
Land/Jahr:
F/J 2023
Genre:
Genre:
Komödie, Drama
Dauer:
Dauer:
105 min
Altersfreigabe:
Altersfreigabe:
Keine Angabe
Kinostart:
Kinostart:
10. Februar 2023

Selbstfindungstrip im Schnee von Sapporo

MICHAEL OMASTA | 08.02.2023

Gabriel Carvin gilt als Frankreichs bester Koch. Soeben hat er den dritten Stern für sein Gourmetlokal entgegengenommen, da ereilt den maßlosen Workaholic ein Herzinfarkt. Nach einer Bypassoperation erinnert sich Gabriel (Gérard Depardieu) unter Hypnose durch seinen einzigen Freund, den Fischer Rufus (Pierre Richard), eines Geschmacks von vor über 40 Jahren wieder. Damals wurde er nur Zweiter bei einem Wettbewerb. Nun büxt er Hals über Kopf nach Japan aus, um den seinerzeit siegreichen Koch Morita (Kyozo Nagatsuka) zu finden und dessen geheimnisvolle Zutat zu ergründen.

Slony Sows Film "Der Geschmack der kleinen Dinge" erzählt die typische Feel-good-Story vom einsamen Grantler, der auf die Suche nach der verlorenen Zeit geht. Für den Protagonisten hat die Reise nach Hokkaido durchaus heilsame Wirkung: Das gesuchte "Umami" stellt sich quasi als Urbrühe, das die fünfte Geschmacksrichtung des Gaumens aktiviert, heraus -ist aber vor allem Metapher für eine gesunde Lebenseinstellung.

Für viele Nebenfiguren gibt es wenig zu tun, Depardieu und das tief verschneite Sapporo dominieren den Film. Lustig ist's, wenn der 130-Kilo-Star ratlos vor einer Schlafkoje steht oder er gefragt wird, wie es ihm gefiele, würde jemand behaupten, Obelix sei Deutscher.

Ab Fr in den Kinos (OmU im Votiv)

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