Lesekränzchen 9: „Radieschen von unten“, Rotraut Schöberl, Hanna Zeckau, Residenz

Das Lesekränzchen im FALTER-Buchclub ist ein Format, um gemeinsam Bücher zu lesen und zu besprechen. Durch die Kooperation mit Verlagen können wir in jedem Lesekränzchen einige Freiexemplare verlosen, die Leserunden stehen aber allen Mitgliedern des FALTER-Buchclubs offen. Hier veröffentlichen wir die besten Rezensionen der Mitlesenden. Viel Spaß beim Durchstöbern!

Rezensionen aus dem FALTER-Lesekränzchen

Radieschen hin, Radieschen her …schon das Buchcover macht Lust auf mehr! Wunderschöne Illustrationen in Verbindung mit hochwertiger Produktion erfreuen die optischen und haptischen Sinne und verführen zum unmittelbaren Einstieg. Erstmals drinnen angelangt, wird man nicht enttäuscht. Unterschiedliche Erzählstile sorgen für erfrischende Abwechslung, vielfältige Plots für allerhand Überraschungsmomente. Die Geschichten sind durchwegs kompakt und somit auch für einen Quickie bestens geeignet.

Fazit: Kurzweiliges sommerliches Lesevergnügen für zwischendurch.

(Rezension von Christian P.)

Was haben eine Sesselfrau, ein gut aussehender Bursche und eine gute Seele gemeinsam? Sie und noch einige spannende weitere Charaktere sind die Protagonist*innen in kurzweilig erzählten Gartengeschichten über das Morden. Weil der Mörder eben nicht immer der Gärtner ist!

Rotraut Schöberl, Buchhändlerin und, wie sie im Vorwort verrät, Besitzerin eines „kleinen Meidlinger Zaubergärtchens“, hat die Anthologie „Radieschen von unten- Kriminell gute Gartenmorde“ liebevoll komponiert und lässt darin alte englische Meister*innen wie Agatha Christie oder Ann Granger genauso wie österreichische Autor*innen wie Theresa Prammer, Severin Groebner, Martina Parker oder Eva Rossmann durch die Kraft der Pflanzen morden.

Die Herangehensweisen und Erzählstile sind dabei so vielfältig wie ein Blumenbeet bunt sein kann: von detailreich blutigen Beschreibungen bis zu geschickten Andeutungen, welche den Leser*innen die Gänsehaut aufziehen lassen.

Das kurzweilige Büchlein ist der ideale Partner in Crime bei der Siesta in der Hängematte im eigenen Garten oder im Liegestuhl auf Balkonien. Aber auch die Fahrt in der vollgestopften U-Bahn oder die Zeit im Wartezimmer kann es einem versüßen, transportieren einen die bildhaften Geschichten und floralen Beschreibungen geschickt zumindest in Gedanken direkt ins Grüne.

Außerdem eignet sich die Ausgabe prächtig als Mitbringsel zur nächsten Gartenparty, denn mit dem von Hanna Zeckau appetitlich gestalteten Cover ist es schon rein optisch ein Genuss. Zudem sticht der Einband durch seine angenehme Haptik heraus: Man möchte gar nicht aufhören, darüber zu streichen. Apropos Streicheln: wenn Sie bislang noch nie eine Mimose gestreichelt haben, werden Sie nach der Lektüre bestimmt das Verlangen danach haben.

(Rezension von Barbara P.)

Ich fand das Buch sehr naturverbunden und zugleich auch herzerfrischend böse.

Generell kann ich sagen, dass es amüsant ist – nicht nur für Gärtner, wozu ich mich zähle.

Es ist die ideale Lektüre für Menschen wie mich, welche viel mit dem Öffis unterwegs sind, da es für diese Zeit unterhaltsam und kurzweilig ist.

Es sind mörderisch gute Storys rund ums Beet und machen Lust aufs Gärtnern.

In der spannenden Auswahl an gärtnerischen Kurzkrimis kommt jeder auf seine Kosten – vorhersagbar ist der Ausgang bei keiner der Geschichten, die Schöberl in dem schmalen Bändchen mit dem Untertitel vereint hat.

Siebzehn unterhaltsame Geschichten – ein spannendes Buch voll(er) Überraschungen, welches ich nur empfehlen kann.

(Rezension von Renate S.)

Die Kurzgeschichtensammlung „Radieschen von unten“, herausgegeben von Rotraut Schöberl, enthält eine bunt gemischte Zusammenstellung von Gartenkrimis, d.h. die Mordwerkzeuge sind in erster Linie Pflanzen oder die Morde finden im Grünen statt. Die Bandbreite reicht von skurril (z.B. Bettina Baláka) bis klassisch (z.B. Agatha Christie), modern (z.B. Martina Parker) und altmodisch (z.B. Alex Beer), „lustig“ (z.B. Severin Gröbner) und Gänsehaut erzeugend (z.B. Erwin Riedesser), aus dem Leben gegriffen (z.B. Theresa Prammer) und älteren Datums und extra für das Buch geschrieben, im Ich- oder im Erzählerstil verfasst, kurz und länger. Es ist für jeden etwas dabei.


Mit einigen (wenigen) Geschichten konnte ich nicht viel anfangen, aber die meisten haben mich, die ich Kurzgeschichten zwar mag, aber von vorneherein skeptisch bin, ob sie wohl funktionieren, gut unterhalten und meine Erwartungen übertroffen.

Fazit: Ich habe mich sehr gut unterhalten und werden von der einen oder anderen AutorIn noch etwas lesen müssen.

Tipp: Nicht zu schnell hintereinander lesen, jede einzelne – wenn sie gefallen hat – wirken lassen.

Und: Bitte nichts davon selbst ausprobieren – den perfekten Mord gibt es nicht. Oder?

(Rezension von Sabine S.)

Ein Wort zum Buchcover: mit viel Liebe zum Detail wurde dieses mit Vertretern der Pflanzenwelt sehr harmonisch gestaltet, überzeugt in seinen Farben und das haptische Erlebnis der Blüten- und Fruchtstände verleiht dem Auftritt eine besondere Note und weckt schon beim ersten in die Hand nehmen großes Interesse und Lust am Lesen.

Der Titel: überaus passend, sinnbildlich für das Ableben der Protagonist:innen und deren weiteren „Aussichten“.

Kurzweilige „Mordsgeschichten“, sehr glaubwürdig erzählt und kompakt in der Länge holen die Leser:innen ab. Heimische als auch ausländische Autorinnen und Autoren geben in feinsinnigen und raffiniert dargestellten Kurzgeschichten Einblicke in die Welt der menschlichen Abgründe, die manchmal spontan stattfinden, aber auch aus tiefer längerer Kränkung herrühren. Klassische Morde als auch ausgeklügeltes Handeln sind Inhalt der Geschichten, die ein vorzeitiges Ableben zur Folge haben - für alle Krimi-affinen Leser:innen kann das Buch empfohlen werden. Der Wortwitz und die Raffinesse, der ermittelnden Personen begeistert, die Kombination aus Kriminalgeschichte und Pflanzenkunde zeichnet das Buch ebenso aus, sei es auch reine Fiktion.

Es bleibt abzuwarten, mit welcher Themenwelt uns Rotraut Schöberl in ihrem nächsten Werk unterhalten wird, ich bin jedenfalls gespannt.

(Rezension von Sabine W.)

Das Buch ist im FALTER-Shop erhältlich: https://shop.falter.at/detail/9783701717545


12 Wochen FALTER um 2,17 € pro Ausgabe 6 Monate FALTER um 3,20 € pro Woche
Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld. Unterstützen Sie uns mit einem Abonnement!