Restaurant/Gaststätte Lokalkritik

Stuwer - Neues Wiener Beisl

© Heribert Corn

© Stuwer - Neues Wiener Beisl

© Stuwer - Neues Wiener Beisl


Junge Wiener Küche (VS, z.B. Langos (ab € 6,50), Suppen (ab € 4,50)); Di–Fr 3gg MM. HS € 9,80 bis € 18,50; hausgemachte Desserts (z.B. Stuwer Schmarrn € 7,50); Kindersessel. WLAN. DJ-Sets. Gastraum mit Stüberl und separater Veranstaltungsraum für 100 Pers. Schanigarten für 60 Pers.

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Adresse:
Adresse:
Stuwerstraße 47
1020 Wien
Telefon:
Telefon:
0660/601 03 69
E-Mail:
E-Mail:
hallo@stuwer.com
Website:
Website:
www.stuwer.com
https://www.facebook.com/stuwer1020/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–So 11.30–24
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
VISA, MasterCard
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Gaststätten, Restaurants, Beisln
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag, Mittagsmenü, Musik, Nichtraucherlokal, Public Viewing, Schanigarten, WLAN

Das Soyka-Viertel

Ein neues, tolles Lokal an einem alten, tollen Platz
FLORIAN HOLZER | 17.4.2018

Das Stuwerviertel ist ein wunderbarer Ort. Mit diesen Alleen, Parks, mit einem (mittlerweile guten) Markt, ohne Durchzugsverkehr, leider auch ohne Bankomaten, dafür mit dem einzigen indonesischen Supermarkt des Landes. Und mit wirklich wenigen ordentlichen Gasthäusern, was schon irgendwie komisch ist, weil doch recht viele Menschen hier leben, die wahrscheinlich nicht täglich rüber ins Schweizerhaus gehen, und weil da entlang der Vorgartenstraße derzeit Wohnhausanlagen aus dem Schwemmland wachsen wie andernorts der Bambus.

Und apropos Indonesien: Dort, genauer auf Sulawesi, hatte Roland Soyka, der vorher unter der Ägide des Zweitbester das Dschungel Café im Museumsquartier und dann das Zweitbester-Catering leitete, eigentlich vor, ein Resort zu eröffnen. Eine schöne Idee, leider kam der Geldgeber dann abhanden, Soyka kehrte nach Wien zurück und fragte sich, was er nun wohl machen könnte. Und er machte das Naheliegende: Das Grindbeisl gegenüber der Wohnung seiner Freundin übernehmen und zu einem wirklich tollen Lokal umformen.

Der Platz ist jedenfalls fantastisch. Schöngasse und Stuwergasse münden da in die Sebastian-Kneipp-Gasse, wodurch ein fast ein bisschen italienisch anmutender Platz entsteht, sehr unwienerisch jedenfalls, und das Wirtshaus im Eck der beiden Gassen dürfte früher wohl auch einmal ganz respektabel gewesen sein. Bei der Renovierung tauchten noch Reste einer ledernen, mit Messing beschlagenen Wandverkleidung auf, zwei Kronleuchter waren auch noch original und bei der Renovierung der alten Schankanlage seines Stuwer fand er Zeitungen aus dem Jahr 1922. Soyka war beeindruckt und gab der Schank den Namen seiner Tochter: Grete.

Eine Mischung aus alt und neu sollte das Stuwer jedenfalls sein, so Soyka, weshalb zur alten Schank und den alten Lustern eine neue Bar, neues Mobiliar, eine offene Küche und eine Art Empore für einen DJ kamen, ziemlich gut das alles. Und beim Essen hält er es ungefähr genauso: Lisa Kitzmüller, die auch schon im Zweitbester kochte und eigentlich nach Sulawesi mitkommen wollte, fährt hier eine Fusionsküche aus Alt-Wienerisch und Notting Hill, ein wirklich elegantes, gehacktes Beef tatar mit getoastetem Brioche, Brunnenkresse und drei Klacks, die sich als Markknochen-Mayonnaise herausstellen (€ 9,80), ein mürber Strudel mit einer doch eher selten angebotenen Schweinsbackerl-Füllung, auch sehr gut (€ 10,90),
Bärlauchknödel mit Erdäpfelgrammeln (€ 10,90) oder Fish and Chips, bei dem man statt Kabeljau den heimischen Waller nimmt. Was konsistenzmäßig vielleicht nicht ganz optimal ist, aber auf jeden Fall sehr originell (€ 17,50).

Irgendwie hat man das Gefühl, das Viertel atmet auf, holt Luft. Streckt sich durch und bringt den Kreislauf in Gang. Und das Stuwer ist sein Espresso.

Resümee:

Ein Lokal, das hier definitiv gefehlt hat: niederschwellig, originell, gemütlich und gut. Die Stuwerviertelianer werden es lieben.


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