Japanisch Asiatisch Lokalkritik

Ebi 7

Foto: Heribert Corn


Asiatische Küche, Sushi, Maki. All you can eat á la carte: am Tisch befindet sich ein Tablet-Computer, in den man seine Bestellungen abgibt (Mo–Sa 11.30–17 € 13,95, Mo–Fr 17–22, So, Fei € 19,95/Kinder unter 5 Jahre essen gratis); großer offener Küchenbereich. Kindersessel, Wickelraum.

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Adresse:
Adresse:
Mariahilfer Straße 112
1070 Wien
Telefon:
Telefon:
01/522 10 18
E-Mail:
E-Mail:
office11@ebi-vienna.at
Website:
Website:
www.ebi-vienna.at
www.facebook.com/ebi1070
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
täglich 11–22.30, Küche bis 22
derzeit geschlossen
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard, Amex
Küche:
Küche:
Asiatisch, Japanisch
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag, Nichtraucherlokal, Rollstuhlgerecht

Ich mach dich iPad, Garnele

Ein riesiger Donaufelder All-you-can-eat-Asiate kam ins Zentrum
FLORIAN HOLZER | 22.3.2016

Dass es in der neuen Mariahilfer Straße nicht gerade vor individuellen Start-up-Lokalen wimmeln werde, in denen experimentelle Gumbos, französische Brasserie-Gerichte und anderes kulinarisches Minderheitenprogramm geboten wird, war eh klar. War ja auch schon vorher nicht anders, Dots, Freiraum, Akakiko und das Brandauer-Bierlokal sprechen ein sehr breites Publikum an, die Burger- und Donuts- und Pizza-Filialen gehen prächtig.

Vor vier Wochen eröffnete nun über einem Mahü-Drogeriemarkt ein Lokal, das sich ebenfalls den größten Gastronomie-Hits der 1980er- und 1990er-Jahre verpflichtet. Und zwar ein asiatisches Restaurant, das sich als Sushi-Spezialist präsentiert, und das noch dazu in einer All-you-can-eat-Variante, allerdings mit Service statt Buffet.

Das Ebi – japanisch für Garnele – startete mit diesem Konzept schon vor sechs Jahren in der Leopoldauer Straße, man führt dort ein riesiges Restaurant mit Buffet und Buddha-Figur, und das dürfte so gut funktionieren, dass der Schritt ins Zentrum plausibel schien. Auch in der Mariahilfer Straße spielt man eher die große Karte, Ebi 7
wirkt nahezu unendlich, ein großer Bereich entlang der Fensterfront, weitgehend schwarz gehalten mit Naturholztischen und Pseudo-Eames-Sesseln, ein offener Küchenbereich im Ausmaß eines Fitnessstudios, dann noch einmal Restaurantbereich. Dazu Alexandra Stan & Inna, feat. Daddy Yankee, ja, laut, und ungefähr 120 aufgekratzte Gäste Generation „The Big Bang Theory“ an einem Wochentagsabend. Wow, das scheint hier echt zu klappen.

Man wird gefragt, ob man eh weiß, was „All you can eat“ bedeutet (nämlich dass man zu zweit zwei Grundpreise à € 18,95 zahlen muss, und nicht nur einen, wird oft missverstanden ...), am Tisch befindet sich ein Tablet-Computer, in den man nach einem rasch zu verstehenden System seine Bestellungen abgibt, zwölf gehen auf einmal.

Und zwei Minuten später kommt schon die Ente in würziger Sojasauce, sieht anders aus als auf dem Foto, schmeckt wie vom All-you-can-eat-Buffet, süß, scharf und trocken; dann zwei Xiao-Bing-Knöderln mit Faschiertem und Bärlauch, geht so, auch die Gyoza mit Schweinefüllung sind dafür, dass es sich um TK-Ware handelt, einigermaßen okay. Tofu wird von Knoblauchsauce erschlagen, die teigigen Sesamgarnelen kann man sich sparen, der Algensalat Wakame ist zerkocht und der halbe Hummer leider eine völlig trockene, geschmacklose Angelegenheit, den Aufpreis von € 5,50 nicht wert. Lachs-Sashimi guter Standard, die Shogun-Rolle mit Ente, Frühlingszwiebeln und Teriyaki zu süß, Tempura-Rolle auch süß, aber immerhin knusprig gefüllt, Ebi-Rolle mit Garnelen und Salat ganz okay.

Man wird satt, ja. Und man kommt sich vor wie in einem Flughafenrestaurant irgendwo auf der Welt. Das ist nicht nichts.

Resümee:

Die neueste Variante von All-you-can-eat – sieht aus wie ein echtes Restaurant, serviert wird wie im Restaurant, schmeckt aber wie vom Buffet.

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