Cafés, Espressos Lokalkritik

Viola

Foto: Heribert Corn

Foto: Tiana Katinka

Foto: Tiana Katinka


Pâtisserie vom Feinsten. Neue stylische Café-Konditorei mit feinen Mehlspeisen und Süßigkeiten aber auch Pikantem, wie Brettljause, Quiches etc. Gebäck und Brot von Joseph-Brot. Erstklassiger Kaffee von Wildkaffee.

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Adresse:
Adresse:
Strozzigasse 42
1080 Wien
Telefon:
Telefon:
0664/75 44 28 81
E-Mail:
E-Mail:
viola@viola.wien
Website:
Website:
www.viola.wien
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 7.30–20, Sa 9–18 jetzt geöffnet (bis 20:00 Uhr)
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Cafés, Espressos
Sonstiges:
Sonstiges:
Frühstück

Kaffee und Kuchen

Eine junge Patissière bäckt jetzt ihre eigenen Brötchen
FLORIAN HOLZER | 16.10.2018

Das mit dem Süßen ist in Österreich ein bisschen eine ambivalente Angelegenheit. Einerseits gehören Apfelstrudel, Topfengolatsche, Kardinalschnitte und Punschkrapferl zum nationalen Kulturgut, andererseits wollen gefühltermaßen immer weniger Leute noch etwas mit Mehl und Zucker zu tun haben.

Viola Bachmayr-Heyda wusste aber trotzdem schon früh, dass sie Zuckerbäckerin werden wolle, verließ vor acht Jahren Lochau in Richtung Wien, wo sie im Café Central eine Lehre begann und unter dem großartigen Pierre Reboul sowohl das traditionelle als auch jenes Patisserie-Handwerk lernte, mit dem man auch weltweit die Zuckerpunkte machte. Nach der Lehre ging sie dann noch zwei Jahre nach Portugal, um zu erfahren, dass Butter, Zucker und Dotter eine endgültige Formel sind, bis sie im Herbst 2013 schließlich im neuen Joseph-Bistro auf der Landstraße anfing. Vor einem Jahr dann der – leider – kurze Auftritt im als „Rien“ zwischengenutzten ehemaligen Griensteidl und ab dann ging’s eigentlich eh schon auf die Suche nach der Location fürs eigene Lokal.

Vom Konzept her könnte man das Viola durchaus als klassische Konditorei bezeichnen, wo man ja schließlich auch ein kleines Bier trinken und unter Aspik versiegelte Schinkenbrötchen essen kann. Aber das war’s dann auch schon mit der Übereinstimmung, denn die junge Frau belegt ihre Brote erstens mit absolut feinster Ware und bäckt außerdem Quiches, wie sie in Wien schon lange nicht mehr gebacken wurden. Vorige Woche gab’s da zum Beispiel eine mit Erdäpfeln, Fenchel und Ziegen-Camembert, saftig die Fülle, köstlich bröselig der Teig (€ 4,70), großartig und eine absolute Wohltat, wenn man bedenkt, was in Wien alles unter der Bezeichnung Quiche verkauft wird …

Auch das, was Viola Bachmayr-Heyda als „Brettljause“ verkauft, ist speziell und köstlich: eine Art Salat aus jungem Spinat, Ziegenfrischkäse, frisch gebratenen Melanzani, Zucchini und Paprikaschoten – kein Vergleich zu den industriellen Öl-Katastrophen, die man sonst bekommt –, ein bisschen hausgemachtes, fast schon fruchtiges Hummus, ein bisschen feine Salami und selbstverständlich selbst gebackene Focaccia. Ja, auch so kann Brettljause aussehen, so kann Brettljause schmecken (€ 12,70). Na ja, und dann natürlich die süßen Sachen. Da fällt die Wahl schwer, aber nachdem die Maroni-Eclairs gerade frisch aus der Backstube kamen und die Maronicreme selbst (natürlich mit Dottern und Butter) gemacht und die Maroni auch selbst glaciert werden, war die Sache klar. Und sie war herrlich, Wahnsinn.

Der Kaffee stammt von Wildkaffee in Garmisch und ist erstklassig, und sollte man derzeit – gerade als Frau – ein unangenehmes Gefühl haben, die Strozzigasse zu betreten: Das Viola kann von der Josefstädter Straße, und auch von der Zelt- oder Pfeilgasse erreicht werden, ohne bei Nr. 11 vorbeizumüssen.

Resümee:

Die Konditorei erlebt eine wunderbare Neuauflage. Und nicht nur Kaffee & Kuchen sind hier super, auch Quiche und Jause.

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