Restaurant/Gaststätte Lokalkritik

Pizza Bros

© Bros. Pizza

© Bros. Pizza

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Pizza nach Wiener Art; echter Sauerteig und saisonale und regionale Zutaten für den Belag. (Pizza 22cm Durchmesser € 6,50). Sonntagsspecial: Kaffee, Pizza und Bloody Mary. WLAN. Schanigarten für 8 Pers.

Adresse:
Adresse:
Zollergasse 2
1070 Wien
Telefon:
Telefon:
0664/463 77 73
E-Mail:
E-Mail:
office@pizzabros.at
Website:
Website:
www.pizzabros.at
https://www.facebook.com/brospizzawien/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–Sa 12–20, So 11–19
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Gaststätten, Restaurants, Beisln
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag, Essen zum Mitnehmen, Nichtraucherlokal, Schanigarten, WLAN

Super Mario Margherita

Schon wieder eine Pizzeria? Ja, aber diesmal etwas anders
FLORIAN HOLZER | 24.1.2017

Man beobachtete das in vielen Großstädten: Diverse hippe Pizzabäcker bezeichneten sich selbst als die Besten, verfolgten mit religiösem Eifer eine Lehre des reinen Neapolitanismus, sprachen den Bann aus über Abweichler. Berlin, London, New York, Los Angeles waren die neuen Zentren eines fundamentalen Pizzismus, in Italien selbst reagierte man mit Gelassenheit, in Österreich mit der üblichen Verspätung.

Aber keine Frage, auch hier kehrte die Pizza nach Jahrzehnten der schmuddeligen Nische ziemlich radikal in die kulinarische Wahrnehmung urbaner Trendsetter zurück, Pizza Mari’, Capatosta, Disco Volante, Riva, Posto 22, Pizzaquartier, Alto, Kitch und wie sie alle heißen und hießen.

Trotzdem dachten sich Serge Bensa, ein Koch aus Bosnien-Herzegowina, der schon in tollen Restaurants wie dem Shiki gearbeitet hatte, und David Gevorkian, dessen Burgerlokal Chiq Chaq vor einiger Zeit ziemlich floppte, dass da trotz Hype pizzamäßig noch etwas fehlt. Und zwar die schnelle, unkomplizierte Variante. Sie übernahmen ein Schuhgeschäft in der Zollergasse, statteten es nur mit den notwendigsten Einrichtungsgegenständen wie Stellagen für die Kartons, einem Kühlschrank für die Craft-Biere, ein paar Pulten für die Gäste, einer Musikanlage für flockige Untermalung und einem alten Fernseher, auf dem eine Super-Mario-Demoversion läuft, aus. Design? Nicht notwendig, provisorisch ist das neue Schwarz.

Die Pizza ging Serge Bensa aber sehr konkret an, „ein Pizzaiolo will gute Pizza machen, ein Küchenchef gut kochen, auch wenn er eine Pizza macht“. Also durchdachten sie die Beläge ihrer Pizzen, was kann und soll in den 500°-Ofen, was soll da aber gar nicht rein. Den Spinat, zum Beispiel, brät Bensa separat in der Pfanne an, der Parmesan kommt erst nachher auf die heiße Pizza, „es wird einfach nicht alles im Ofen zerstört“, lacht Gevorkian.

Aus der Dose oder mit Konserven arbeiten sie quasi gar nicht, so ziemlich jede Zutat wird selbst zubereitet oder regional gekauft, besonderes Augenmerk gilt aber dem Teig, eh klar, bei dem nämlich keine Germ zum Einsatz kommt, sondern ein Natursauerteig, den die beiden im November starteten und seither weitervermehren, „wie ein Tamagotchi“, so Gevorkian.

Auf den pizzareligiösen Richtungsstreit „Neapel oder Rom“ ließen sie sich gar nicht ein, meint Bensa, „wir machen Wiener Pizza“. Und die ist, muss man sagen, wirklich super, „Heiße Ziege“ mit Sauerrahm, gebratenem Spinat, Ziegenfrischkäse und marinierten Zwiebeln, wirklich anders, knusprig, aromatisch, toll, „La Beinschinken“ mit einem tollen Aromenspiel aus warmem Schinken, heißem Käse, karamellisierter Zwiebel und süßer Tomatensauce (je € 6,50). Hätte man sich zwar kaum vorstellen können, dass da in Wien noch eine Pizza gefehlt hat. Ist aber so.

Resümee:

Die gefühltermaßen hundertvierzigste Pizzeria-Neueröffnung der vergangenen Jahre überrascht – mit Pizzen, die wir wirklich brauchen.


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