Amerikanisch Wienerisch Lokalkritik

Die Allee

© dieallee.at

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© Heribert Corn


Lokal unter den Kastanienbäumen der Praterallee mit Lokomotiven-Smokerstation. Frühstück; Wiener und internationale Küche, "Barbecue auf wienerisch"; vor allem Grillgerichte wie Burger, Spareribs, Grillplatten (VS € 4,20 bis € 11,80, HS ab € 7,80), Mo–Fr MM (€ 8,90). Kinderspeisen, -sessel, Malsachen. Hausgemachte Eistees und Säfte, Spezialbiere, Craft Beer, Weine aus Österreich; hauseigener Kräutergarten. Live-Musik und DJs auf der Terrasse, gelegentlich Veranstaltungen. Bowling-Halle. Überdachte Terrasse für ca. 160 Pers. (Rauchmöglichkeit; ausbaufähig, kann gemietet werden). Behinderten-WC.

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Adresse:
Adresse:
Hauptallee 124 (Prater)
1020 Wien
Telefon:
Telefon:
01/252 09
E-Mail:
E-Mail:
zumgenuss@dieallee.at
Website:
Website:
www.dieallee.at
https://www.facebook.com/dieallee.at/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Do 10–24, Fr, Sa 10–2, So 9–24, Küche: Mo–Do, So 10–22, Fr–Sa 10–23
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard, Amex, Diners, JCB
Küche:
Küche:
Amerikanisch, International, Wienerisch
Sonstiges:
Sonstiges:
Bowling, Essen am Sonntag, Essen im Grünen, Essen mit Kindern, Frühstück, Live-Programm, Mittagsmenü, Musik, Nichtraucherlokal, Rollstuhlgerecht, Terrasse

BBBBQ

Die frühere Brunswick-Bowlinghalle im Prater bekam eine BBQ-Lokomotive
FLORIAN HOLZER | 23.5.2017

Amerikanisches Kegeln mit Kugeln mit drei Löchern. Und den komischen Schuhen. Wie Lebowski. Das konnte man in Wien über die längste Zeit an zwei Orten machen, der Brunswick-Bowlinghalle in Hernals und der Brunswick-Bowlinghalle in der Prater-Hauptallee, Amerikaner gingen gern dorthin, und auch für Teenager, die das in einem Film gesehen hatten, stand das amerikanische Kegeln auf dem Programm.

Irgendwann hießen die Brunswick-Hallen dann Strike, dann bald Phoenix, und vor zwei Jahren stieg schließlich der sehr junge Philipp Pracser ins Business ein, der schon Bowlinghallen in der Millennium City und in Linz besaß, modernisierte die alte Praterhalle, eröffnete vor zwei Wochen neu und gab ihr den Namen „Kugeltanz“. Und das alte Brunswick-Bowlinghallen-Lokal, in dem man über Jahrzehnte mittelmäßige Burger, mittelmäßige Steaks, mittelmäßige Fritten und mittelmäßige Pizza essen und sich dabei sehr amerikanisch fühlen konnte, bekam mit „Die Allee“ auch einen neuen Namen, neues Mobiliar und ein bisschen ein neues Konzept: nach wie vor Burger und Steaks, aber halt aus dem heißen Rauch eines BBQ-Smokers.

Der stand vergangene Woche noch unbeheizt vor dem riesigen Lokal in der Hauptallee und sah aus wie eine zwischenzeitlich abgestellte Liliputbahn-Lokomotive, nämlich wirklich: Es dürfte sich bei diesem Smoker um entweder denselben oder zumindest einen baugleichen Räuchergrill handeln, der vor ein paar Jahren schon ein paar Monate erfolglos in einem Lokal namens City-Lok in der Operngasse stand.

Das ist eine schwarze, eiserne Lokomotive inklusive Rauchfang, Rädern und Führerhaus sowie ein paar Kammern, in denen dann das Fleisch im heißen Rauch gegart werden soll. Freilich nicht die 24 Stunden, von denen in der Speisekarte die Rede ist, das wäre zwar toll, sei für den Wiener Geschmack dann aber „zu rauchig“, erfährt man, deshalb werde zuerst Sous-vide (in Plastiksackerln vakuumiert und stundenlang in warmem Wasser Niedertemperatur-)gegart und dann für nur eine Stunde in den würzigen Rauch gelegt. Schade. Vorige Woche war noch Soft Opening, da fand das ganze Prozedere überhaupt im Kombidämpfer statt. Schadeschade.

Aber okay, auf der Karte stehen ein paar interessante BBQ-gestylte Burger, mit Spareribs etwa (€ 12,80), mit BBQ-Hendl oder mit Pulled Pork, ganzes Fleisch gibt’s ebenfalls mit Rauch, ein paar Wiener Standards auch noch. Interessant wird’s, wenn gutes Fleisch von der Fleischerei Höllerschmid mehr oder weniger lang im Smoker landet, ein Tafelspitz etwa, leider ohne Fettrand, aber dank Sous-vide-Garung ungewohnt weich, zartrosa, leider halt ein bisschen sehr mild gewürzt (€ 16,80).

Dafür, dass das hier purer Mainstream ist, aber gar nicht schlecht. Und der Mut zum kräftigeren Räuchern kommt hoffentlich noch.

Resümee:

Ein ehemaliges Bowlinghallenlokal wurde übernommen und zündet nun die nächste kulinarische Stufe. Noch zu brav, aber mal sehen.


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