Französisch Lokalkritik

Brasserie de la Marie

© Heribert Corn

© Brasserie de la Marie

© Brasserie de la Marie


Brasserie, internationale Küche. Mo–Fr 11.30–15 MM (€ 7,90, auch vegetarisch möglich); französische Spezialitäten (französische Zwiebelsuppe, Lavendel-Zimt-Huhn mit pikanten Knoblauch-Kartoffeln, Crêpes à la Provance mit Käse überbacken etc.); mediterrane Spezialitäten (Paella, Gelbe Linsensuppe, Minestrone); Salat à la Marie, Caesar Salat, Couscous Salat; Desserts (hausgemachte Mohnnudeln, Tageskuchen etc.). WLAN. Schanigarten für 24 Pers.

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Adresse:
Adresse:
Amerlingstraße 15
1060 Wien
Telefon:
Telefon:
0664/154 77 37
E-Mail:
E-Mail:
brasseriedelamarie@gmail.com
Website:
Website:
www.brasseriedelamarie.com
https://www.facebook.com/Brasserie-de-la-Marie-1847813065439382/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 11–23, Sa 11–23.45
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard, Amex, Diners
Küche:
Küche:
Französisch
Sonstiges:
Sonstiges:
Mittagsmenü, Raucherlokal, Schanigarten, WLAN

Her mit der Marie!

Ein Ex-Kaffeehaus, das zehn Jahre kreolisch kochte, wurde nun zur Mini-Brasserie
FLORIAN HOLZER | 4.7.2017

Weil jetzt ja viele so erschüttert sind, dass das Café Griensteidl, das 1990 von der Raiffeisen in einer umfunktionierten Schalterhalle eröffnet und mit astreiner Pseudo-Atmosphäre ausgestattet wurde, wegen Mietstreitigkeiten zugemacht wurde. Und weil da jetzt so viele wieder einmal den Untergang der Wiener Kaffeehauskultur dräuen sehen. Kann sich noch wer an das Café Amerling erinnern? Das war ein echtes, altes Kaffeehaus, freilich klein und auch ein bisschen dreckig, Touristen waren da nie drin und es gehörte auch nicht der Raiffeisen. Und als es vor zehn Jahren zusperrte, waren keine Proteste zu hören, aber gut, da gab es ja auch noch kaum Facebook und überhaupt war die generelle Aufgeregtheit ein wenig geringer.

Vielleicht war die Verzweiflung auch so gering, weil das ehemalige Café Amerling zu einem strahlend schönen Lokal namens Keke’s gemacht wurde, in dem man toll westafrikanisch und kreolisch essen konnte. Wer weiß.

Jetzt ist jedenfalls auch dieses Keke’s Geschichte und mit Anfang Juni verwirklichte Carmen Mihalcea ihren langjährigen Traum eines französischen Lokals. 14 Jahre arbeitete die gebürtige Rumänin in der Wiener Szene-Gastronomie, hauptsächlich in den beiden Josefstadt-Klassikern Tunnel und im Café Merkur, die Zeit, nach Frankreich zu fahren, hätte nie gereicht, gesteht sie, was an der Sehnsucht nach einem eigenen, kleinen und französischen Lokal aber nichts änderte.

Okay, die Brasserie de la Marie sieht weder wie eine Brasserie aus noch kocht man hier besonders Brasserie-typisch. Aber egal, Carmen Mihalcea hat die Fassade des kleinen Lokals violett angemalt, damit man es ein bisschen besser sieht, und es drinnen mit Spiegeln, schönen, alten Tischen und Rattan-Lampenschirmen dekoriert, sehr hübsch ist das geworden. Für die Schanigarten-Bewilligung war man zu spät dran, aber immerhin zwei kleine Tischchen vor dem Lokal gingen sich aus. Die Karte irrt einstweilen noch ein bisschen zwischen Bistro-Gerichten, scheinbar unverzichtbarem Szene-Dingsbums à la Burger und Burritos sowie Standards wie Caesar Salad und Schinken-Käse-Toast, da wird es noch ein bisschen Fokussierung brauchen, ein paar rumänische Gerichte wären da doch recht fein.

Aber man kann schon jetzt ein paar gute Sachen finden, der Salat à la Marie, zum Beispiel, besteht aus Eisbergsalat, frittierten Ziegenkäsebällchen, Dörrzwetschken, Walnüssen und Sonnenblumenkernen, ein schöner Salat (€ 7,20). Dass ich bei den Schweinespießen mit Pflaumen dann wieder Dörrzwetschken hatte, war einzig meiner Unkonzentriertheit zuzuschreiben, dennoch wirklich gute Spieße mit Schweinsfilet, Speck und den Trockenfrüchten, dazu die besten Braterdäpfel seit langem (€ 9,80). Endlich wieder was an der Mahü, das nicht hipp ist, sondern sympathisch.

Resümee:

Ein kleines, farbenfrohes Lokal mit einer noch etwas verwirrten Küchenlinie und einer großen Dörrzwetschken-Wahrscheinlichkeit.


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