Koreanisch Lokalkritik

Wingman Vienna

© Katharina Gossow


Originelles Fastfood-Lokal, spezialisiert auf koreanische Chicken Wings.

Anzeige

Adresse:
Adresse:
Hernalser Gürtel 39
1170 Wien
Website:
Website:
https://www.facebook.com/Wingman.Vienna/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–Fr 11.30–19.30, Sa 15–21
Küche:
Küche:
Koreanisch

Der Mann am Flügel

Ein Tiroler Tischler zeigt, was die Koreaner mit Hühnerflügeln machen
FLORIAN HOLZER | 15.8.2017

Das Huhn. Bei uns unterscheidet man ja weitgehend nur zwischen Brust oder Keule, in anderen Kulturkreisen sieht man das Huhn differenzierter, schätzt in China etwa auch die Füße oder in der Toskana den Hals, brät in Japan Spießchen mit Herz und Magen, zahlt in Frankreich Unsummen für „Sot-l’y-laisse“ am Rücken des Huhns, das bei uns kaum Beachtung findet und im besten Fall in der Suppe landet. Michael Thomaset indes waren die Flügerln immer schon das Liebste. Das kulinarische Highlight seiner Kindheit war, erzählt er, mit seiner Mutter zum Wienerwald auf ein Backhendl zu fahren und bei der Rückreise noch an einer Portion Hühnerflügerln zu knabbern.

Und weil ihm die Hühnerflügerln immer so schmeckten, vertiefte sich der gelernte Tischler aus Tirol ein bisschen in die Materie, probierte verschiedene Rezepte, wurde im Freundeskreis immer häufiger aufgefordert, doch auch im größeren Ausmaß und gegen Bezahlung zu produzieren und machte vor einiger Zeit dann einen Businessplan. Und der sah für eine Hühnerflügerl-Braterei gar nicht schlecht aus, sagt Michael Thomaset.

Wobei er nicht irgendwelche Hühnerflügerln macht, er bereitet sie nach koreanischer Art zu, denn „wenn die Koreaner was können, dann Chickenwings“. Die scharf-süße Sauce, in der die brennheiß frittierten Flügerln getaucht werden, macht er allerdings selbst, jeden bis jeden zweiten Tag einen Topf voll und aus sieben geheimen Zutaten. Überhaupt wird hier alles frisch gemacht, nichts vorfabriziert, außerdem brutzelt Michael Thomaset immer nur eine Portion nach der anderen, weshalb es auch schon einmal ein bisserl dauern kann.

Und weil seine Freundin aus Taiwan stammt, kamen auch noch ein paar Hits der Foodmarkets von Taipeh auf die Karte, etwa sogenanntes Chicken-Popcorn, entbeinte und in Stückchen geschnittene Hühnerkeulen, die mit fünf chinesischen Gewürzen mariniert und in knuspriger Hülle herausgebacken werden. Oder die unvermeidlichen Sweet Fries aus Süßkartoffeln oder ein Pfannkuchen mit Frühlingszwiebeln.

Die Wings kommen glühend heiß, fett, süß, knusprig – und wenn man sie zum Gleichessen bestellt – auf einem Papierl in einem Dim-Sum-Bambusdämpfer über die Budel.

Man bekommt sie in drei Portionsgrößen, man verbrennt sich mit ziemlicher Gewissheit den Mund und sie schmecken herrlich (€ 5,49/8,49/12,49). Chicken-Popcorn ist weniger süß, genauso heiß und auch wahnsinnig gut (€ 5,49/9,99), Onion-Pancake kann man sich sparen (€ 2,–). Und jeden Donnerstag macht der Wingman auch noch Burger, mit selbstgebackenen Brioche-Weckerln und in fünf verschiedenen Versionen. 35 Stück produziert er da, nicht mehr und nicht öfter, sonst könnte er sein Qualitätsniveau nicht halten, sagt Thomaset, „und es soll ja eine Wing-Win-Situation sein“.

Resümee:

Man braucht nur eine gute Idee und ein bisschen Ambition – Michael Thomaset zeigt, dass man auch am Gürtel gutes/heißes Essen verkaufen kann.


Anzeige

Diese Lokale könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige