Imbiss Lokalkritik

Sportlertreff

© Katharina Gossow

© Heribert Corn


Unkonventionelles, sehr gutes Essen für kurze Zeit bei den alten Krieau-Stallungen z.B.: kalte Brombeersuppe mit Basilikum, Bohnencreme mit Speck und gebratenen Melanzani-Scheiben (€ 6,50) oder Hühnerherzen-Erdäpfel-Eintopf (€ 7,50).

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Adresse:
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Meiereistraße 12
1020 Wien
Website:
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https://www.facebook.com/punks8/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Do–So 16–22 (bei Schönwetter), im Winter zu Veranstaltungen geöffnet
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Imbiss
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen im Grünen

Die letzte Runde

Bald stehen hier Luxusappartements. Bis dahin wird noch anarchisch gekocht
FLORIAN HOLZER | 19.6.2018

Über den Küchencontainer bei den ehemaligen Krieau-Stallungen, auf deren Grund demnächst noch mehr Luxusappartements errichtet werden, wurde an dieser Stelle schon vorigen August berichtet: Ein freundschaftlich organisiertes Kollektiv aus Künstlern, Handwerkern, Kulturmenschen und Gastronomen betreibt dort eine sogenannte Zwischennutzung, das heißt, man lässt sie so lange in den aufgelassenen Stallungen und auf der Gstettn spielen, bis die Bagger kommen und ordentlich Business gemacht wird.

Warum hier jetzt noch einmal was drüber zu lesen ist? Nun ja, erstens, weil das Projekt nach diesem Sommer definitiv beendet ist, zweitens, weil es im Container ein neues Konzept gibt, und drittens, weil Patrick Müllers und Anna Schwabs „Sportlertreff“ augenblicklich einer der besten, stimmungsvollsten Plätze der Stadt ist, um draußen zu essen, zu trinken und zu sitzen, und darüber hinaus kann man auch noch Fußball schauen.

Der Container ist heuer schwarz, wurde innen mit historischen Sportlerporträts ausgestattet, Pierre de Coubertin erhielt einen Ehrenplatz (Patrick Müller weiß übrigens auch, dass sich der Gründer des Olympischen Komitees und Ehrenpräsident auf Lebenszeit 1912 eine Goldmedaille erschlich, und zwar in der damals noch existierenden Disziplin „Literatur“, indem er unter Pseudonym ein schlechtes Gedicht „Ode an den Sport“ ablieferte).

Aber nun zur Verpflegung: Die läuft hier ungefähr so ab wie schon im vergangenen Jahr, das heißt, man sucht sich ein Platzerl an einem der Heurigentische unter den Ahornbäumen, wenn man hungrig ist, geht man zum Container und bestellt, wenn man durstig ist, nimmt man sich von dort gleich ein Glas Prosecco vom Fass (3,–) mit oder biegt einmal ums Eck, wo auch Bier und Softdrinks zu bekommen sind. Müller kocht wieder ein paar wunderbare Sachen, einen Rotkrautsalat mit Marillen und Cashews zum Beispiel, knackig, fruchtig, rot und köstlich (€ 5,50) oder ein Zitronenhuhn mit Datteln und Reis, heiß, fett, orientalisch-würzig, herrlich (€ 9,50). Fun fact: Die aromatischen Kräutlein stammen aus den Hochbeeten, die da überall neben Tischtennis- und Wuzeltischen stehen. Neben seinem Container hat Patrick Müller außerdem eine sogenannte Grill-Arena errichtet, die eine Gulaschkanone enthält (für Erdäpfelgulasch & Co), eine selbstgebastelte Räuchertonne, in der er bei großem Publikumsandrang Forellen heiß räuchert, und zwei Griller, die man mieten kann. Ah ja, und Fußball gibt’s auf zwei großen Bildschirmen in regenfesten Holzhütterln.

Das einzige Problem an der Sache: Das mit dem Geheimtipp ist vorbei, die Location wird schon eifrig gebucht, unlängst wurde sie sogar in der Krone lobend erwähnt. Wovon man sich aber wirklich nicht Laune und Appetit verderben lassen sollte.

Resümee:

Das sympathischste Zwischennutzungsprojekt der Stadt steht vor seinem Ende. Was nichts daran ändert, dass es hier wunderschön ist und sehr gut schmeckt.


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