Imbiss Empfohlen Lokalkritik

Weltmeister Kebap

© Heribert Corn


Imbiss am Kutschkermarkt. Hier wird alles selbst gemacht, vom Spieß bis zum Brot. Döner mit Hühnerfleisch aus der Steiermark (€ 3,50); Grillplatten, Steaks. 3 Tische. Vertrieb von Lamm- und Rindfleisch aus der Steiermark und Oberösterreich. Auch Fleisch vom Wagyu-Rind aus Japan.

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Adresse:
Adresse:
Kutschkermarkt 53 u. 7
1180 Wien
Telefon:
Telefon:
0699/12 20 14 17
Website:
Website:
https://www.facebook.com/WeltmeisterKebap/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 7–19, Sa 7–17
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Imbiss
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen zum Mitnehmen

Döner, jetzt schöner

Der ungewöhnlichste Döner-Stand Wiens wurde noch ein wenig ungewöhnlicher
FLORIAN HOLZER | 12.9.2017

Kutschkermarkt, Donnerstagnachmittag im Spätsommer. Die Gemüsestände bersten vor traumhaft schöner Ware, die Fischhändler machen sich bereit für den Ansturm, der nach Büroschluss wahrscheinlich einsetzen wird, an den paar Tischen sitzen die Menschen, genießen die warme Nachmittagssonne und machen ein zufriedenes Gesicht.

Irene Pöhl – die Königin des Kutschkermarktes – ist ein bisschen gestresst, man müsste sich nämlich noch kurz zusammensetzen und den in zwei Wochen stattfindenden Genusspfad besprechen. Aber Hüseyin Tanis kann gerade nicht weg. Ständig kommen Leute und wollen sich seinen neuen Stand ansehen. Und wenn sie schon da sind, gleich ein Döner-Sandwich mitnehmen.

Der Name von Hüseyin Tanis’ Kebap-Stand am Kutschkermarkt, „Weltmeister Kebap“, mag ein wenig verwegen wirken. Aber tatsächlich gibt es nicht viele wie Hüseyin: Vor zehn Jahren übernahm er den Kebap-Stand am Kutschkermarkt, um hier die Tradition seiner Schwiegereltern fortzuführen, die schon vor 35 Jahren einen der ersten Kebap-Läden in der Spengergasse hatten, schon damals alles selbst machten, die Spieße, die Saucen, das Brot sowieso. Hüseyin verkaufte außerdem Joghurt und Olivenöl, und als Kunden danach zu fragen begannen, auch frisches Lammfleisch.

Und weil, wenn man Lammfleisch verkauft, man Rindfleisch auch gleich verkaufen kann, gab es bald schöne Stücke wie Rostbraten und Beiried, dann am Knochen trocken gereiftes Fleisch vom Hochlandrind aus Oberösterreich oder Limousin und Charolais aus Fürstenfeld und schließlich sogar das teuerste Rindfleisch der Welt, japanisches Wagyu-Rind aus Kobe, 350 Euro pro Kilo. Beim Kebap-Stand.

Vor fünf Jahren begann sich Hüseyin Tanis dann zu überlegen, dass er nicht nur gute Ware, sondern auch einen etwas weniger abgeranzten Stand brauche. Und nun war es so weit, im August wurde umgebaut, der Architekt Johannes Will – Nachbar und Stammkunde – gestaltete einen hübschen Stand aus Holz und Fliesen, mit Fußbodenheizung, appetitlicher Fleischvitrine, Döner-Altar und Raum für drei Tischchen. Hüseyin Tanis wirkt stolz und glücklich, aber es wäre nicht er, würde er nicht sagen, „ich habe dem alten Stand viel zu verdanken, als wir ihn abrissen, hab ich jedes Bruchstück geküsst ...“.

Bei so jemandem will man Fleisch kaufen. Und Döner essen, unter der Woche vom antibiotikafrei aufgezogenen Huhn aus der Steiermark, einen Tag mariniert, knusprig und köstlich, Gemüse frisch aufgeschnitten, im frisch gebackenen Brot (€ 3,50), am Samstag vom Lamm. Und eine Grillplatte gibt’s jetzt übrigens auch, und da kann man sich die Lammkotelettes „à la Hüseyin“ gleich frisch braten lassen (€ 11,90), oder auch ein neun Wochen gereiftes Côte de Bœuf oder ein Wagyu. Wenn einem Efes-Bier und Ayran dazu reichen.

Resümee:

Einer der besten Kebap-Stände Wiens wurde nun zum schönsten Kebap-Stand. Und Steak bekommt man hier jetzt auch.


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