Vegetarisch, vegan Lokalkritik

DIEKOCHDAME

© Heribert Corn


Vegetarisches Take-away mit Fokus auf Nachhaltigkeit. Saisonale Speisen, jeweils ein(e) Suppe, Salat, Hauptgericht und Pasta stehen auf der Tageskarte. Bei eigener Geschirrmitnahme um € 0,10 billiger; Freitag Nachmittag gibts Rabatt. WLAN. Schanigarten für 6 Pers.

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Adresse:
Adresse:
Wiedner Hauptstraße 37
1040 Wien
Telefon:
Telefon:
0660/862 90 01
E-Mail:
E-Mail:
kochdame.judith@gmail.com
Website:
Website:
https://www.facebook.com/diekochdame/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 11.30–16
Küche:
Küche:
Vegetarisch, vegan
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen zum Mitnehmen, Nichtraucherlokal, Rollstuhlgerecht, Schanigarten, WLAN

Die Frau mit dem Gemüse

In einer ehemaligen Trafik kocht eine ehemalige Umweltforscherin vegetarisch
FLORIAN HOLZER | 30.1.2018

Irgendwas muss da mit diesem Stück Wiedner Hauptstraße sein, das Lokale anzieht, in denen auf irgendwas verzichtet wird. Begonnen dürfte es wohl mit dem kleinen vegetarischen Bistro „Frühstück und Mittag bei mir“ (mittlerweile heißt es Venga) haben, bald danach siedelte sich daneben das Allergiker-Café an, in dem man Kuchen ohne Milch, Mehl und Ei bekommt, und dann gab es dort – wenn auch nur kurz – sogar Wiens erste und einzige Hanfmilch-Bar.

Klar, dieses Stück Wiedner Hauptstraße ist mit Herknerin, Chang, Schönberger, May Lee, Wieden Bräu und demnächst hoffentlich bald auch wieder mit der Winzerkönigin generell ein gastronomisch recht dichtes Feld, dennoch ist die Menge der Verzichtslokale bemerkenswert.

Wobei es Judith Ausserbrunner in ihrem neuen Veggie-Takeaway „Die Kochdame“ natürlich nicht in erster Linie um den Verzicht geht, sondern um Nachhaltigkeit. Frau Ausserbrunner wuchs im Burgenland auf und lernte in der elterlichen Buschenschank den Wert von Zutaten, die aus unmittelbarer Nachbarschaft stammen, schätzen. Sie wurde Ökologin mit Fachgebiet Umwelt-Biotechnologie, hatte eine Forschungsstelle an der Uni Wien, wurde dort aber wegrationalisiert und beschloss daher, sich ihrer Leidenschaft fürs vegetarische Kochen zu widmen. Zuerst im Rahmen von Caterings mit der bekannten Event-Köchin Parvin Razavi, dann im leider nur sehr kurz währenden Imbiss-Projekt „Neustiftgasse 21“.

„Mit Nachhaltigkeit kenn ich mich jedenfalls aus“, sagt sie, wolle mit ihrer vegetarischen Küche aber keinesfalls missionarisch sein. Der Umbau einer ehemaligen Trafik im ältesten Zinshaus des vierten Bezirks dauerte lange, und besonders groß wurde das Lokal auch nicht. Aber schließlich ist das Angebot der Kochdame ja auch eher klein: ein Salat, eine Suppe, eine Pasta, ein weiteres Hauptgericht, hausgemachte Limonade, Bier von der kleinen Start-up-Brauerei Rodauner, das geht sich aus.

Anstatt ihre Gerichte zu fotografieren, präsentiert sie Judith Ausserbrunner in einer Vitrine, nett gedacht, allerdings verliert so ziemlich jedes Essen nach einer halben Stunde halt dramatisch an Ansehnlichkeit, außerdem kann man sich Pasta mit Tomatensugo oder Vogerlsalat eigentlich eh auch so ganz gut vorstellen. Der Salat mit Apfel, Fenchel und einer frischen Senfmarinade war jedenfalls super (€ 5,90/7,90), die Fusilli mit Tomaten-Thymian-Pesto, Pinienkernen und Schafkäse eher brav (€ 8,90). Wirklich toll dafür das bunte „Alpencurry“ aus Roten Rüben, Chioggia-Rüben, blauen Erdäpfeln und Berglinsen mit Safranreis – viel vegetarischer Geschmack fürs Geld (€ 8,90).

Und apropos Geld: Wer sein eigenes Geschirr mitbringt, spart zehn Cent, wer am Freitag nach 15 Uhr kommt, bekommt 13 Prozent Rabatt, „weil Lebensmittel wegwerfen, das will ich gar nicht“.

Resümee:

Ein winziges Veggie-Lokal, in dem man sich sein Essen holen oder vor Ort essen kann, und in dem Nachhaltigkeit eine große Rolle spielt.


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