Restaurant/Gaststätte Lokalkritik

MiaVia

© Heribert Corn

© Jochen Russmann

© Jochen Russmann


Bio-Restaurant mit kreativer Küche; Frühstück ganztägig, viele Rohkostgerichte, Fleisch und Fisch von heimischen Produzenten. Sa 10.30–13.30 Brunch. Essen auch zum Mitnehmen (Salate, Bowles, Eintöpfe, Suppen etc.). Kindersessel, Wickeltisch. WLAN. Regelmäßige Vorträge zum Thema Gesundheit. Catering. Behinderten-WC. Hunde nicht erlaubt.

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Adresse:
Adresse:
Landstraßer Hauptstraße 14–16
1030 Wien
Telefon:
Telefon:
01/710 60 36
E-Mail:
E-Mail:
office@miavia.com
Website:
Website:
www.miavia.com
https://www.facebook.com/MiaVia-268107180360846/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 8–21, Sa 10.30–21
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard, Amex
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Gaststätten, Restaurants, Beisln
Sonstiges:
Sonstiges:
Bioprodukte, Brunch, Essen zum Mitnehmen, Frühstück, Hunde nicht erlaubt, Nichtraucherlokal, Rollstuhlgerecht, WLAN

Das Essen ist schön

Ein Beauty-Resort in der Stadt. Mit einer Küche, die man nicht erwarten würde
FLORIAN HOLZER | 13.2.2018

Irgendwelche Detox-Sachen aus Algen. Und bloß kein Salz, denn Salz lässt die Haut altern. Wenn man in die Verlegenheit kommt, einmal einen Blick in die Speisekarten von so Wellness-Resorts zu werfen, kann’s schon sehr schnell einmal vorbei sein mit dem Wohlgefühl: Verzicht, Askese, Entschlackung, viel kauen, keinen Spaß haben. Das gute, alte Fegefeuer-Prinzip, ohne schmerzhafte Läuterung keine Glückseligkeit – also ohne endlos fades Essen keine reine Haut, kein klarer Blick, kein entschlackter Darm.

Ist natürlich alles Unsinn, aber wenn ein Geschäftsmodell funktioniert, dann funktioniert es eben. Umso überraschender ist, dass das in Wiens neuestem City-Wellness-Resort (mit dem noch ziemlich nach Algentee klingenden Namen Mia Via) ganz anders gehandhabt wird. Da gibt es auf insgesamt 1000 Quadratmetern nämlich nicht nur gestylte Yogazonen, Physiotherapiebereiche, ein medizinisches Labor und reichlich Platz für kosmetische Behandlungen, sondern im Erdgeschoß auch noch Platz für ein Restaurant. Das in seinem Holzdesign und mit den Kristalllustern gar nicht einmal so unappetitlich aussieht.

Und das von Michaela Russmann geleitet wird, die nicht nur Ernährungssoziologin ist (was definitiv ein besserer Zugang zum Essen ist als Diätassistentin), sondern auch Botschafterin von Jamie Olivers „Food Revolution“ und da ein wirklich sehr ansprechendes kulinarisches Leitbild entwickelte: 100 Prozent bio, so regional und saisonal, wie irgendwie geht, null Prozent Convenience (alles wird selbst gemacht, auch die Marmeladen), kein raffinierter Zucker, kein Weizen, kein Schwein und kein Huhn, das allerdings nur deshalb, weil es in Bio-Qualität für die Gastronomie einfach zu teuer wäre. Das klingt jetzt alles noch nicht außergewöhnlich köstlich, ermöglicht aber, so ziemlich jeder Ernährungsreligion zu entsprechen, „wir tun keinen Trend als Blödsinn ab, wir wollen alle abholen“.

Und weil in der Küche ein paar wirklich gute Köche stehen, gelingt das auch bei Leuten, die einfach gerne gut essen. Die rote Linsensuppe etwa fährt wirklich, toll gewürzt, cremig, intensiv (€ 6,–); oder ein Gericht namens „geräucherte Karpfenrolle“: vier Scheiben einer cremig-weichen, rauchigen, wunderbaren Fischroulade, das Linsengemüse dazu ein bisschen unspektakulär (€ 9,70), was aber wurscht ist, wenn man dann das nächste Karpfengericht nimmt: konfierte Fischinnereien! Rogen und Milchner in Öl sanft gegart, dazu ein Kürbis-Ingwer-Schmarren, juhu (€ 16,–). Und sogar der rohe Kakao-Avocado-Pudding mit Kokos, den man sich vielleicht nur deshalb nimmt, weil er so schräg klingt, ist super (€ 5,50).

Ein paar brauchbare Weine und Gusswerk-Bier gibt’s auch, alle Achtung, wenn Wellness-Essen so schmeckt, kann man sich bald nicht mehr drüber lustig machen.

Resümee:

Ein neues City-Beauty-Wellness-Center, in dem auch gekocht wird. Und das erfreulicherweise ganz weit weg vom Klischee.


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