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Luster

Foto: Heribert Corn


Neue Bar mit Regalkonstruktion, die an einen Luster erinnert. Edel-Snacks wie Laugen Hot-Dog Asia Style (mit selbst gemachten Würsten!) und Chop Cheese Sandwich. Täglich wechselnde Mittagskarte. Abends sehr gut besucht (unmittelbare Nähe zum Apollo-Kino).

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Adresse:
Adresse:
Windmühlgasse 32
1060 Wien
Telefon:
Telefon:
01/264 23 64
E-Mail:
E-Mail:
welcome@luster.bar
Website:
Website:
www.luster.bar
www.facebook.com/lustervienna/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–Do 18–2, Fr, Sa 18–3 derzeit geschlossen
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bars
Sonstiges:
Sonstiges:
Mittagsmenü

Zweiter Zweiter

Das Zweitbester hat jetzt auch eine Bar, in der man sogar essen kann
FLORIAN HOLZER | 20.2.2018

Wo waren all die Leute, die sich in all diesen neuen Cocktailbars drängen, eigentlich vorher? Zu Hause? Im Ausland? Die sagenhafte Wiener Publikumsvermehrung, ein Wunder. Wobei: In diesem speziellen Lokal, das die Zweitbester-Leute vor vier Wochen aufmachten, dürfte es sich wohl eher um Logik handeln, wenn da Tag für Tag die Türen eingerannt werden. Weil gleich gegenüber ja das Apollo-Kino mit zwölf Sälen und insgesamt 1860 Sitzplätzen ist, und das, was da rundherum an Gastronomie zur Verfügung steht, kann als „tragisch“ bezeichnet werden.

Und überhaupt ist das Zweitbester derzeit ohnehin eines der expansivsten und split-offigsten Lokale der Stadt: Zwei ehemalige Mitarbeiter machten bis vor kurzem das Pastrami Baby, wechselten im Dezember ins Lokal in der Alpenmilchzentrale, lösten dort einen anderen Ex-Zweitbesten ab (der bald wieder in die Familie zurückkehren wird, aber dazu später) und der frühere Leiter der Zweitbeste-Filiale im Museumsquartier sperrt demnächst auch was Neues auf. Nun aber zum Lokal: Da übernahmen die beiden Oberhäupter des Clans, Florian Egger und Vladimir Petrovic, also ein Lokal, das in den vergangenen Jahren permanent scheiterte und schon stark den Geruch der Hoffnungslosigkeit verströmte. Wie schon im Zweitbester entkernten die Architekten Driendl das Lokal, legten auch hier die Ziegelwände frei, setzten riesige Fenster ein, stellten eine dreiseitige Bar aus schwarzem Marmor in die Mitte und – namensgebend und stil-prägend – hängten darüber ein massives, sechsstöckiges und offenbar begehbares Gitterrost-Flaschenregal. Das ist sehr, sehr eindrucksvoll und macht den Namen des Lokals – „Luster“ – zugleich einigermaßen plausibel.

Und nicht nur das, man holte auch einen der besten Barkeeper der Stadt ins Team, nämlich Marco Pani, der schon in der Bar Italia Großartiges mixte. Einige seiner Cocktail-Ikonen gibt es auch hier wieder, etwa den „Thai Massage“, bestehend aus mit Ingwer und Lemongrass aromatisierten Gin, selbst angesetztem Vanille- und Chilisirup sowie Limettensaft – sehr frisch und ein bisschen scharf (€ 11,–). Und wenn man dann noch eine Portion Erdnüsse mit Knoblauch, Chili und Limettenblättern dazunimmt, könnte man glatt vergessen, dass draußen der Schneesturm tobt (€ 4,50). Zum wirklich großen und wirklich guten Laugen-Hot-Dog mit hausgemachter Thai-Wurst, Paprikarelish und Röstzwiebel (€ 9,50) empfiehlt der Chef seinen „Bartender’s Breakfast“ auf Basis von Kaffee-aromatisiertem Bourbon, italienischem Vermouth, Campari und Pilsner Bier, großartig (€ 12,–). Und das Pilsner Bier ist übrigens von Bernard aus Humpolec, eines der besten tschechischen Biere überhaupt.

Und demnächst wird auch mittags gekocht, vom abgelösten Alpenmilchzentrale-Kollegen. Alles wird gut.

Resümee:

Schon wieder eine Bar, schon wieder guter Style, schon wieder gutes Essen, schon wieder kreative Cocktails. Und schon wieder voll.

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