Cafés, Espressos Lokalkritik

Haferei, porridge & mehr

Foto: Heribert Corn

Foto: Eva Szekeres

Foto: Eva Szekeres


Porridge-Bar mit Frühstück; biologische Zutaten; Spezialität: Porridge (aus Haferflocken und glutenfreien Haferflocken) mit individuellen Toppings, getostete Dinkel-Hafer-Brote mit Mashes aus Avocado, Kichererbsen und Cashewmus. Kaffee, Getränke, Shakes. WLAN. 8 Sitzplätze.

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Adresse:
Adresse:
Köllnerhofgasse 6
1010 Wien
Telefon:
Telefon:
0664/310 45 22
E-Mail:
E-Mail:
office@haferei.at
Website:
Website:
www.haferei.at
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Sa 9–13 derzeit geschlossen
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Cafés, Espressos
Sonstiges:
Sonstiges:
Bioprodukte, Essen zum Mitnehmen, Frühstück, Nichtraucherlokal, WLAN

Die Haferschleim-Zentrale

FLORIAN HOLZER | 13.3.2018

Poreč ist eine Küstenstadt im kroatischen Teil Istriens und hat mit Porridge überhaupt nichts zu tun, obwohl es ähnlich klingt. Porridge wiederum hat sehr viel mit dem zu tun, was wir früher als Kleinkinder zu essen bekamen, wenn wir krank waren, das damals aber noch „Haferflocken“ hieß und nur verzehrt wurde, weil man sich nicht dagegen wehren konnte.

Mittlerweile wurde aber das „Superfood“ erfunden, also Nahrungsmittel, die ewige Jugend, Schönheit und Gesundheit versprechen, weil sie vegan sind und tolle, exotische Namen haben. Hafer durfte da aufgrund seines hohen Eiweißgehaltes und des hohen Ballaststoffgehaltes mitspielen, obwohl er nicht importiert werden muss, dass man dafür einen anderen Namen zu finden hatte, war aber klar. Jener des englischen Armeleuteessens bot sich an.

Mit dem ganzen Superfood-Dings habe sie jedenfalls nichts zu tun, meint Eva Szekeres, sie esse Porridge schon seit Jahren und habe bemerkt, dass ihr der Haferbrei einfach guttut. Und weil die Event-Managerin die Idee eines Porridge-Takeaways schon lange mit sich herumtrug und unlängst in Berlin sogar eine Porridge-Bar entdeckte, meinte sie, dass sie das entweder jetzt oder nie machen müsse. Ein kleiner Antiquitätenladen in der Köllnerhofgasse, der schon seit Jahren leer stand, bot sich dafür an, bekam einen schönen Holztisch, eine Theke mit Smoothie-Mixer, Kaffeemaschine und Gläsern, in denen die diversen Toppings wohnen, und natürlich die Anzeigetafel, auf der das Haferbreiangebot ersichtlich ist.

Das nämlich so funktioniert: Man wählt eine Portion Haferbrei in herkömmlicher oder glutenfreier Version (der Hafer dafür stammt aus Deutschland, wo speziell auf reinsortigen Anbau und Vermeidung von Verschmutzung in der Mühle geachtet wird) und kann sich dann entweder für Toppings aus dem Sortiment (frisches, eingekochtes oder getrocknetes Obst, Nüsse, Kerne und Granola, Schafkäse, Avocado, Kokosraspeln und sonst noch einiges) entscheiden oder eine „fertige“ Kombination mit Namen wie „Kraftpaket“, „Hirnschmalz“, „Beerenauslese“ oder auch weniger gelungenen Bezeichnungen wie „Määhhh“ entscheiden.

Letztere Version zeichnet sich übrigens durch Beigabe von mildem Schafkäse, Walnüssen und Apfel-Birnen-Mus aus, was gar keine schlechte Kombination ist und den weichen, warmen, basischen Haferbrei definitiv zu einem besseren Essen macht als das, was wir da früher ans Bett gebracht bekamen (€ 4,50). Hafermäßige Alternative gibt’s übrigens auch in fester Form, nämlich getoastetes Dinkel-Hafer-Brot etwa mit Cashew-Paste und Bananen, nett, der Brei ist aber besser. Den es demnächst übrigens auch als „Special“ mit sehr unsuperfoodigen Toppings wie gebratenem Speck und Cheddar geben wird. Super! Aber was, fragt man sich, wurde eigentlich aus Grießkoch ...?

Resümee:

Den Brei, auf den die Superfood-Community derzeit schwört, gibt’s hier erfreulich gut, günstig und unaufgeregt verabreicht.

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