Italienisch Lokalkritik

Al Banco Aperibar

© Heribert Corn

© Studio Mato

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Neue, italienische Tagesbar am Erste Campus. Antipasti, Panini, Focacce, hausgemachte Torten und Tiramisu, alles gekocht von einem echten Italiener; 11–14.30 Mittagskarte. Aperitivi (Americano, Negroni), bester Kaffee im gesamten Belvedere-Quartier. WLAN. Schanigarten für 55 Pers.

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Adresse:
Adresse:
Am Belvedere 1
1100 Wien
Telefon:
Telefon:
01/050 100-146 00
E-Mail:
E-Mail:
info@albanco.at
Website:
Website:
www.albanco.at
https://www.facebook.com/albancoaperibar/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 8.30–21 (Fei geschlossen)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard
Küche:
Küche:
Italienisch
Sonstiges:
Sonstiges:
Frühstück, Nichtraucherlokal, Schanigarten, WLAN

Auch Banker sind Menschen

Im sogenannten Quartier Belvedere ist jetzt so einiges sehr italienisch
FLORIAN HOLZER | 8.5.2018

Das Quartier Belvedere – das einstweilen eigentlich nur aus dem sogenannten Erste-Campus besteht – ist ein seltsamer Ort. Zu Bürozeiten wuseln die Banker herum, zu Mittag wollen geschätzte 5000 Menschen gleichzeitig in einer halben Stunde essen, ab 20 Uhr herrscht Stille, ab 22 Uhr Grabesstille.

Und weil Banker beim Essen auch nicht nur von Leuten umgeben sein wollen, die genauso aussehen wie sie selbst, wurde bei der Gestaltung der kulinarischen Versorgung des Erste-Campus darauf geachtet, dass da auch Menschen hingehen können, die keine hellblauen Hemden und keine slicken Anzüge tragen.

Etwa ins Bierlokal Campus-Bräu (eröffnete vor zwei Jahren), ins vom Mochi beratene kalifornisch-japanische Iki oder in die kürzlich eröffnete Filiale der Münchner Suppen-Sandwich-Salat-Kette Dean & David. Nicht ohne Einladung der Bank kommt man leider in diese Edelkantine mit der spektakulären Terrasse, aber dafür hat vor zwei Monaten das Al Banco eröffnet, und das ist jetzt auch nicht so schlecht.

Und zwar ist es deshalb nicht so schlecht, weil sich Regina Baumgartner, die zuvor bei der Lauda Air war und dann im Event-Marketing für Casinos Austria und die Presse arbeitete, ein bisserl was zum Thema „Italienisches Essen auf einem Bank-Campus“ überlegte und nicht einfach das machte, was am einfachsten gewesen wäre: eine weitere Edelpizzeria.

Nein, im Al Banco gibt es gar keine Pizza, aber mit Matteo Paternoster dafür einen Küchenchef, der aus dem Veneto stammt und in den vergangenen Jahren für die Pastagerichte im Fabios zuständig war.

Und weil Frau Baumgartner hofft, dass ihr helles, vielleicht ein wenig bieder geratenes Lokal nicht nur mittags gestürmt wird, sondern die Banker nach Dienstschluss vielleicht auch Lust auf ein bisschen italienische Afterwork-Entspannung haben, gibt’s auch Campari-Cocktails, Negroni und drei verschiedene Tramezzini mit venezianischem Authentizitätsversprechen (italienisches Brot!).

Der Dreidecker mit Schinken, Champignons und genau der richtigen Menge Mayonnaise war übrigens wirklich gut (€ 3,50). Von elf bis 14.30 Uhr gibt’s auch richtiges Essen, etwa den Haus-Salat, auf den Regina Baumgartner sehr stolz ist, mit oder ohne diverse Toppings, Spargelsalat mit Erdbeeren oder tadellose, mit Couscous, Oliven, Kapern und weißen Stückchen (Mozzarella?) gefüllte Paprika aus dem Ofen (€ 9,–). Und natürlich Pasta, die Cannelloni mit Ricotta-Grünspargel-Fülle, Beinschinken und gebratenem weißem Spargel war wirklich sehr okay (€ 10,–).

Der Kaffee ist aus Faenza und wahrscheinlich der beste im Quartier, an Bieren gibt’s Theresianer und Peroni, sehr gut, und beim Bezahlen sollte man ein bisschen Zeit einplanen, denn bis die Banker mittels Spezialkarte ihre Rabatte abgezogen haben, kann das schon ein bisschen dauern.

Resümee:

Eine der Öffentlichkeit zugängliche Banker-Kantine, die sehr viel besser und sehr viel italienischer ist, als sie sein müsste.


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