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Blumenwiese

© Katharina Gossow


Location am Donaukanal (gegenüber vom Schwedenplatz) mit Strand-Feeling. Burger, Salate, Drinks. Kein Konsumzwang.

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Adresse:
Adresse:
Donaukanal (Höhe Obere Donaustraße 100)
1020 Wien
Telefon:
Telefon:
0664/912 65 59
E-Mail:
E-Mail:
beach@dieblumenwiese.at
Website:
Website:
www.dieblumenwiese.at
https://www.facebook.com/dieblumenwiese.at/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 11–23, Sa 11–24, So 11–22 (bei Schönwetter), Küche: Mo–Sa 11–23, So 11–22
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bars, Szene
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag, Essen am Wasser, Gastgarten, Public Viewing

All-inclusive am Kanal

Das neueste Großlokal am Donaukanal zeigt, wie Stadtnutzung in Zukunft aussieht
FLORIAN HOLZER | 29.5.2018

Man könnte jetzt über den bürokratischen Wahnsinn räsonieren, dass eine Körperschaft namens „Donau Hochwasserschutz Konkurrenz“, in der Bund, die Stadt Wien, das Land Niederösterreich und ein bisschen das Verkehrsministerium vertreten sind, die Flächen am Donaukanal besitzt; und dass sich Entscheidungsfindungen, wer wann, wo und wie am Donaukanal sein Lokal errichten darf oder nicht, tendenziell intransparent gestalten.

Man könnte feststellen, dass es bedeutende wirtschaftliche Interessen gibt, den Bereich Donaukanal wirtschaftlich zu nutzen, und dass komplizierte, intransparente Verfahrenswege wirtschaftlichen Interessen immer mehr entgegenkommen als kleinen, privaten, nichtkommerziellen.

Und man könnte sich die Frage stellen, ob das überhaupt noch irgendwen interessiert oder ob das Publikum eh happy ist, wenn es immer Größeres und vor allem immer Massentauglicheres gibt.

Das neueste Donaukanal-Lokal namens Blumenwiese ist dazu geneigt, darauf ein paar Antworten zu geben: Philipp Pracser, der in sehr kurzer Zeit über den Weg der Bowlinghallen zum Big Player in Wiens Lokallandschaft wurde, hat es nun auch zu einem sehr großen Lokal am Donaukanal gebracht.

Im Gegensatz zu den (außer Motto und Summerstage) immer ein bisschen anarchistisch oder zumindest spontan angelegten Donaukanal-Lokalen besteht die Blumenwiese aus vier Zonen mit unterschiedlichem Status: Die niedrigste Klasse ist der Liegestuhl, sitzt man hier, muss man sich beim Take-away-Bereich anstellen, eine halbe Stunde kann man da schon rechnen; dann gibt es einen Randbereich, da kann man auf Bankerln sitzen, hat keine Tische, dafür aber ein bisschen Service; dann gibt es Tische, auf die man ohne Reservierung eher wenig Chancen hat. Die wirklichen Checker aber sitzen in einer auch baulich ein wenig erhöhten Lounge. Insgesamt also gar nicht mehr anarchistisch, eher ein Spiegel der Gesellschaft.

Anmutung und Musik erinnern an einen All-inclusive-Club an der türkischen Riviera, zu essen gibt es Salat und – Überraschung! – Burger. Der Salat wird der Beschreibung („Blüten, Wildkräuter, Baby-Spinat, Micro-Blutampfer, Baby-Blattsalat, Rucola“) kaum gerecht, es handelt sich um einen Haufen kleiner, lebloser Blätter, die man zum Beispiel mit drei geschmacksfrei gebratenen Tiefkühlgarnelen (€ 12,80) kombinieren kann.

Wie man beim langweiligen Tijuana-Burger auf die Namensfindung kam, bleibt rätselhaft. Wegen des gegrillten grünen Pfefferoni obendrauf oder weil er im Mund immer mehr wird (€ 13,80)? Egal, das holländische Wasserbier passt dazu hervorragend.

Was soll man sagen: Die Gentrifizierung frisst ihre Kinder, und Mainstream-Kommerz scheint das unvermeidliche Ergebnis.

Resümee:

Das jüngste Powergastronomie-Lokal am Donaukanal bietet Dinge, die eine Mehrheit eh super findet, und spricht Leute an, die früher nie am Donaukanal unterwegs waren.


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