Restaurant/Gaststätte Lokalkritik

Soulkitchen by Bits & Bites

© Heribert Corn

© Soulkitchen by Bits & Bites

© Soulkitchen by Bits & Bites


Kantine im Bundesamtsgebäude; tägl. variierende Mittagskarte; französische und internationale Küche, Hausmannskost; saisonale und biologische Produkte. WLAN. Für Veranstaltungen zu mieten (Mo–Sa 0–24); Catering. Gastgarten im Innenhof für ca. 30 Pers. Hunde nur mit Leine erlaubt.

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Adresse:
Adresse:
Hintere Zollamtsstraße 2b
1030 Wien
Telefon:
Telefon:
0660/837 25 09
E-Mail:
E-Mail:
soulkitchen@bitsandbites.at
Website:
Website:
www.bitsandbites.at
https://www.facebook.com/bitsandbitessoulkitchen/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 11–14
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Gaststätten, Restaurants, Beisln
Sonstiges:
Sonstiges:
Bioprodukte, Gastgarten, Mittagsmenü, Nichtraucherlokal, Rollstuhlgerecht, WLAN

Der Hartwig-Löger-Soul

Das versteckteste Lokal im hässlichsten Gebäude mit dem besten Essen
FLORIAN HOLZER | 12.6.2018

Ist es von Vorteil, Finanzbeamte zu quälen? Das Gefühl sagt: Nein. Ich würde diesen Job nicht haben wollen und bin der Meinung, dass man es Leuten, die diese Aufgabe erledigen, nicht übermäßig schwer machen sollte (nein, mir steht nicht gerade eine Steuerprüfung ins Haus ...).

Nun befindet sich das Finanzministerium schon einmal in einem der mit Abstand hässlichsten Gebäude der Stadt, dann muss man sich dieses hässliche Gebäude auch noch mit anderen Ministerien teilen und drittens gibt es zur Versorgung das sogenannte „HI ZO Speiseplateau“, bei dem man sich nur wünschen kann, dass der oder die zuständige Referentin vorher nicht dort essen war, wenn er oder sie die Steuererklärung zur Hand nimmt.

Zumindest bisher, denn kürzlich wurde das versteckteste der dortigen Lokale von Bits & Bites übernommen, einem wunderbaren Lokal in der Webgasse, das die Künstlerin Farangis Firozian und der Skateboarder und Spitzenkoch Stan Binar vor zweieinhalb Jahren aufmachten.

Soulkitchen nennen sie ihre Niederlassung im Bundesamtsgebäude, ein Name, der hier zwar wie ein verzweifeltes Flehen klingt, der aber an Bedeutung gewinnt, wenn man sich anschaut, wer da kocht: nämlich der Michael Held, der in Wien unter anderem beim Großmeister Alexander Mayer beim Pfarrwirt und im Sky Restaurant arbeitete und der meint: „Ich habe meinen Job gelernt, deshalb möchte ich ihn auch ausüben.“ Und eben nicht nur Standards abliefern und Convenience warm machen.

Weshalb der junge Mann in diesem wirklich nicht besonders hübschen und noch weniger leicht zu findenden Kantinen-Lokal da jetzt täglich ein Mittagessen kocht, das wirklich was kann.

Mit hochwertigen Zutaten und so frisch wie möglich gekocht. Und war die Tomatensuppe mit Pesto noch eher unauffällig (€ 3,50), ging es beim Basmatisalat schon so richtig zur Sache: Den Reis mit Kokos und Karottensaft gegart, so für den Geschmack, mit Curry, Würferln von gerösteten Süßkartoffeln in Orange und Violett, Mandelplättchen, Radieschen und Avocado auch noch.

Das zweifellos beste Essen im Bundesamtsgebäude (€ 8,–). Zumindest bis zum Pulled Pork, für das Michael Held den Schweinenacken mit Dijon und Knoblauch einrieb, acht Stunden ins Rohr steckte und aus dem Bratensaft mit Speck vom Tschürz aus dem Mittelburgenland dann noch eine Marinade baute. Und außerdem noch die vielleicht beste Cole Slaw der Stadt mit natürlich selbstgemachter Mayonnaise draufgab. Ja, so geht Soulfood (€ 9,80).

Die Soulkitchen hat auch einen kleinen Gastgarten, nach hinten in einen Hof des schrecklichen Gebäudes, da ist es still und fast sogar ein bisschen hübsch. Michael Held überlegt, hier vielleicht sogar einen Smoker aufzustellen. Wie auch immer, nie hat es sich jedenfalls mehr gelohnt, das Bundesamtsgebäude zu betreten.

Resümee:

Ein Lokal, das eine Kantine ist und auch so aussieht. Allerdings von großartigen Gastronomen gemacht und einem tollen Koch bekocht wird.


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