Italienisch Lokalkritik

Momo

© Katharina Gossow

© MOMO


Pizza (dünn, knusprig, saftig) in 2 Größen: Pizzette: Durchmesser 20cm/30cm, ideal zum Teilen. Craft Biere, hausgemachte Limonade, Weine aus Österreich und Italien. Kinderspeisen, Kindersessel, Sticker. TV, WLAN. Regelmäßige Veranstaltungen. Gastgarten.

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Adresse:
Adresse:
Kirchengasse 35
1070 Wien
Telefon:
Telefon:
01/522 32 04
E-Mail:
E-Mail:
ciao@momowien.at
Website:
Website:
www.momowien.at
https://www.facebook.com/momopizzawien/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Sa 12–23
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard
Küche:
Küche:
Italienisch
Sonstiges:
Sonstiges:
Bioprodukte, Essen mit Kindern, Gastgarten, Nichtraucherlokal, TV, WLAN

Eine Pizza mit Zeitrückgabe

Und schon wieder Pizza. Diesmal klein und customizing
FLORIAN HOLZER | 26.6.2018

Das Wiener Paradoxon hält viele Sparten auch für den kulinarischen Bereich bereit. Etwa dass auf der ganzen Welt die französische Küche als Krönung der abendländischen Kochkultur gilt, in Wien aber nahezu unbekannt ist; oder dass die größte Migrantenethnie des Landes, die Deutschen, hier mit keinem einzigen Lokal vertreten sind; oder dass wir uns im einzigen Land der Welt befinden, in dem Wiener Würstchen Frankfurter heißen.

Und vor allem im Sommer: Je heißer, schwüler und unerträglicher es ist, desto stärker steigt das Bedürfnis nach wirklich fettem, heißem Grillfleisch. Das ist physiologisch nicht zu erklären, ebenso wenig wie die sommers ebenfalls steigende Gier nach bei 400 Grad gebackenen Fladen aus schwer verdaulichem Germteig, der mit möglichst salzigem Belag versehen wird und einem in der Sommernacht Durstattacken beschert, auch bekannt unter der Bezeichnung Pizza.

Da trifft es sich gut, dass augenblicklich gerade an jeder Ecke eine neue Pizzeria aufmacht. Die jüngste davon heißt Momo und befindet sich in einem Lokal, das sich kurioserweise neben einer alteingesessenen Pizzeria befindet. Der gegenüber das Momo allerdings einige Vorteile aufzuweisen hat: Es ist neu; es ist minimalistisch eingerichtet; es verfügt über einen Kühlschrank mit teils wirklich seltenen Craft-Bieren; es ist so gut vernetzt, dass es schon in der ersten Woche 28 Bewertungen auf Facebook hatte, und zwar ausschließlich „Best Pizza“, „Amazing“ und fünf Sterne; und vor allem waren Giuseppe Raitano und Matteo Salice zuvor in Maria Fuchs’ Disco Volante tätig.

Das Konzept des Sizilianers und des Mailänders besitzt auch durchaus ein bisschen USP. Zum Beispiel, indem die Pizzen in zwei Größen angeboten werden, klassisch mit 30 Zentimetern und als „Pizzette“ mit 20 Zentimetern Durchmesser (das perfekte Format, traut sich heute aber kaum wer anzubieten), die Zutaten stammen allesamt aus Italien, nur vier der angebotenen Pizzen sind „klassisch“, alle anderen laufen unter „Gourmet“ und zeichnen sich durch hübsche Optik und gute Zutaten aus. „Milano“ kommt zum Beispiel mit geschmolzenem Mozzarella, Zucchiniblüten, roten und gelben Dattelparadeiser und Ricotta, hübsch und gut, ein bisschen neutral vielleicht (€ 8,50/13,50), „Diamante“ gibt mit Paradeiser, Knoblauch, Parmesan, kalabresischer Salami und Büffelmozzarella da schon ein bisschen mehr Gas (€ 7,–/11,–). Und wer ganz individuell drauf ist, kann sich seine Pizza auch nach Wunsch belegen lassen, fünf Würste, sieben Käse, sieben Gemüse, „einmal mit alles“ ist dann schon recht mächtig. Zum Glück gibt’s guten Limoncello.

Ah ja, und warum Momo? Weil die Pizzen zum „Sharen“ gedacht sind und einem das – frei nach Michael Endes Kinderbuchbestseller „Momo“ – Lebenszeit zurückgebe. Na ja. Leicht zu merken ist es außerdem.

Resümee:

Eine neue, kleine, frische und hippe Pizzeria mit angenehm kleinformatigen Pizzen, die mit guten Dingen hübsch belegt sind.


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