Imbisse Empfohlen Lokalkritik

Hans Reh

Foto: Heribert Corn

Foto: J.G. Song

Foto: J.G. Song


Kleines Geschäftslokal, in dem man die weltbesten Konserven, begleitet von guten Getränken, kaufen oder gleich vor Ort verspeisen kann. An die 50 verschiedene Dosen von Erzeugern aus Spanien, Portugal und Frankreich gefüllt mit Sardinen, Sardellen, Muscheln, Tintenfischen, Fischen, Bouillabaisse im Glas u.v.m. Französische Weine, österreichische Biere. Hunde nicht erlaubt.

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Adresse:
Adresse:
Burggasse 20
1070 Wien
Telefon:
Telefon:
0650/741 67 67
E-Mail:
E-Mail:
hansreh@gmx.at
Website:
Website:
www.hansreh.com
www.facebook.com/hansrehvienna/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Di–Fr 14–19, Juli und Aug geschlossen
derzeit geschlossen
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard, Amex, Diners
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Imbisse
Sonstiges:
Sonstiges:
Hunde nicht erlaubt, Nichtraucherlokal

Horch, ein Hans

Der Dosenfisch hat einen neuen Tempel: Hans Reh

FLORIAN HOLZER | 24.7.2018

Marwan Saba wuchs in der Arbeitersiedlung Neue Heimat in Linz auf, studierte Handelswissenschaften in Wien, arbeitete dann in der Telekom- und Software-Branche, verlegte sich schließlich auf Start-ups wie zum Beispiel das Telefonnetz „Gutmobil“ (kein Marketing, stattdessen Budget für Spendenaktionen) oder das Projekt „Impossible“ (Neustart von Polaroid) und beschäftigte sich zuletzt mit einem etwas anderen (nämlich anonymen) Kunsthandel namens Hans Reh. Warum Hans Reh? Weil das die Übersetzung von John Doe ist, was auf Englisch so viel bedeutet wie Max Mustermann. Und irgendwann, sagt Marwan Saba, reifte in ihm die Erkenntnis, dass ihn eigentlich nur mehr eine Sache wirklich interessiere, und zwar das Essen und das Trinken.

Weshalb sich der Mann, der Firmen gründen und verkaufen kann, ein kleines Lokal in der Burggasse mietete. Um sich dort der Sardinendose zu widmen. Allerdings in einer Akribie, wie man das bisher noch nicht oft erlebt hat. An die 50 verschiedenen Dosen hat er da, von den besten Erzeugern in Spanien, Portugal und Frankreich, Sardinen in allen nur erdenklichen Formen, Sardellen, diverse Muscheln, Tintenfisch in eigener Tinte, Kabeljau, Kabeljau-Rogen, Makrele, Bonito del Norte, Bauchlappen vom Bonito del Norte, man kommt aus dem Staunen gar nicht heraus, so schön sind die alle, diese Woche kämen noch 20 mehr, sagt Saba.

Der Witz dabei: Man kann sich all diese Dosen – manche davon kosten echtes Geld, der Seeigel-Rogen kommt auf 25 Euro – auch in dem hübschen, kleinen Geschäft aufmachen und gegen einen Aufpreis von fünf Euro mit allerlei Garnitur begleiten lassen. So liebevoll, wie man Dosenfisch zu Hause ja eher selten zu sich nimmt (obwohl er es verdient hätte!). Ursprünglich hatte Marwan Saba ja auch noch vor, aus dem Öl jeder Fischdose eine individuelle Mayonnaise zu rühren, das gelang aber bisher nicht, „zu warm hier“, schätzt der Dosenfisch-Archivar, er bleibe aber dran.

Es gibt natürlich auch sonst noch wahnsinnig viel, Terrinen aus Frankreich, Bouillabaisse mit ganzen Fischen im kleinen oder großen Glas, Gewürze von Babettes, französische Weine zu erstaunlich niedrigen Preisen, knusprige Karamellröllchen. Und Schnaitl Pils de Luxe aus dem Innviertel, Rodauner aus Wien und Stiegl Wildshut. Wenn man da also die gefüllten Tintenfische in eigener Tinte von La Brujula nimmt, sich kleine Biotomaten mit Zwiebeln aus dem Gärtnerhof Gin, Bohnen mit Curry, Erdäpfel mit Pesto, ein hartgekochtes Ei und gutes Brot dazugeben lässt, zahlt man für dieses Vergnügen 12,90 Euro, das ist mehr, als man in Wien für ein Schnitzel auszugeben bereit ist. Aber halt auch wirklich gutes Essen.

Mal sehen, ob die Dosensache anspringt, Hans Reh macht’s einem jedenfalls relativ leicht, bei einem jungen Trend mitzumischen.

Resümee:

Alles aus der Dose, allerdings aus der guten. Und dazu ein schönes Bier oder einen kleinen Chablis. Ein konserviertes Paradies.

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