Restaurants, Gaststätten Lokalkritik

Das Glashaus – Restaurant & Bar

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn


Moderne, mediterran-österreichische Küche; saisonal wechselnde Karte; Brunch bis 14; 2 MM (eines davon vegetarisch bzw. vegan € 11,90, mit Fisch od. Fleisch € 12,90); Nachmittagskarte mit div. Snacks und Salaten, Abendkarte, Desserts. Alle Speisen auch zum Mitnehmen. Kindersessel. 2 Terrassen für ca. 40 und 70 Pers. Behinderten-WC.

Adresse:
Adresse:
Am grünen Prater 11
1020 Wien
Telefon:
Telefon:
01/348 35 53
E-Mail:
E-Mail:
hello@dasglashaus.at
Website:
Website:
www.dasglashaus.at
facebook.com/theglasshousevienna
instagram.com/dasglashaus_wien
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mo–Fr 11.30–23, Sa 9–23, So, Fei 9–15, warme Küche Mo–Fr 11.30–14.30 und 17.30–21.30, Sa ab 12
jetzt geöffnet (bis 23:00 Uhr)
Parken:
Parken:
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Preiskategorie:
Preiskategorie:
€€ (Hauptspeisen € 10-15)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Barzahlung, Kartenzahlung
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Restaurants, Gaststätten
Sonstiges:
Sonstiges:
Brunch, Essen am Sonntag, Essen zum Mitnehmen, Mittagsmenü, Rollstuhlgerecht, Terrasse, Zustelldienst

… soll nicht mit Burgern werfen

Im Retortengrätzel Krieau hat mit dem Glashaus ein passendes Lokal eröffnet

FLORIAN HOLZER | 31.7.2018
class="x12-grundtext-neu-ini-2zeilig">In der Krieau fanden und finden interessante gastronomische Projekte statt. Etwa das Restaurant Graf Hunyady in der Tribüne, wo Bernie Rieder 2005 und 2006 so irrwitzig gut kochte; vor vier Jahren gab’s dann eine sehr sympathische Containerdorf-Zwischennutzung namens Cargo, und seit vorigem Jahr kocht Patrick Müller seine herrlichen Imbisse.

Tatsächlich wurde die Krieau aber längst als Stadtentwicklungsgebiet erkannt und daher Stück für Stück im Stil von Trabantenstädten im Legohaus-Design „genützt“. Das jüngste Retorten-Grätzel trägt den Namen „Am grünen Prater“, hat eine Plaza und seit einem Monat auch ein Lokal. Es heißt „Das Glashaus“, wird von den Betreibern des erfolgreichsten Lokals am WU-Campus betrieben und sieht aus, als hätte ein Algorithmus nach „Neue Lokale in Trabantenstädten“ gesucht.

Und man erwartet sich in diesem Lokal aus Glas und Holz dann also das Programm, das Menschen, die ihr Essen fotografieren, halt so lieben, also irgendwelche kreativen Burger, die unvermeidlichen Granola-Frühstücke und natürlich Cheesecake.

Gibt’s eh fast alles, aber halt eher mittags, abends vermag einen das Glashaus zu überraschen. Das fängt damit an, dass es hier das extrem selten zu findende Wiener Lager der CulturBrauer gibt, dass man auf der Weinkarte wirklich gute und wirklich seltene Weine findet und dass die Dessertauswahl immerhin auch Produkte der Schweizer Avantgardekäserei Jumi auflistet. Alle Achtung.

Und nicht nur das, denn während man da so ein bisschen grübelt, was man hier essen soll, kommt der freundliche Mann und verrät, dass gerade auch „alte Kuh“ da sei – ein Foodie-Trend: Seit einigen Jahren wird auch das Fleisch von bis zu 20 Jahre alten Milchkühen angeboten, das zwar etwas zäher ist, aber dramatisch besser schmeckt als Jungrind. Na aber bitte! Zuerst eine sogenannte „Sommersuppe“, die sich als gute, kalte Gurkensuppe mit Chiliöl, allerhand Kresse und Ziegentopfen herausstellt (€ 4,90), und auch wenn Schweinebauch mit Linsen eher herbstlich anmutet, so war dieser sous-vide-gegarte Bauch mit wirklich tollen Balsamico-Garam-Masala-Belugalinsen an diesem heiß-schwülen Abend genau richtig (€ 10,90). Sollte es die „Omakuh“ weiterhin geben, empfiehlt es sich allerdings, das dunkelwürzige Ragout zu nehmen. Das ist großartig, wird beim Dreierlei von der Omakuh aber halt von drei Spänen getrockneten Rindfleischs mit eher fadem Karottengemüse und zwei Stückchen sehr dunkler, in Rotwein trocken geschmorter Roulade begleitet (€ 18,90).

Trinken kann man hier natürlich auch was, allerdings kosten die diversen Designer-Spritzer so viel wie ein Glas guten Weins und eine Margarita knappe 14 Euro. Wird man sehen, ob das hier aufgeht und ob den Menschen, die hier wohnen und arbeiten, so ein Lokal konveniert. Man möchte es ihnen wünschen.

Resümee:

Trabantenstadt-Gastronomie und trotzdem gut – im neuen Designer-Lokal an der Krieau isst man besser, als zu erwarten war.



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