Bars Italienisch Lokalkritik

Pastamara

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn


Sizilianische Küche auf hohem Niveau. Saisonal wechselnde Speisekarte. Abends hausgemachte Teigwaren (€ 14,– bis € 24,–) z.B. Pasta Taratatá mit Tunfisch, Bottarga, Mollica und Karottencreme (auf Vorbestellung auch schon früher möglich). Hausgemachtes Kotelett vom halbwilden Nebrodi-Schwein gefüllt mit Salami, Käse Bröseln und Paradeisern. Bis 11 Sizilianisches Frühstück: Granita und Brioche, pochiertes Ei, Cannolo mit Ricottacreme etc. Italienische Weinkarte. Cocktailwagen (Negroni). Behinderten-WC.

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Adresse:
Adresse:
Schubertring 5–7 (im Hotel Ritz-Carlton)
1010 Wien
Telefon:
Telefon:
01/311 88
E-Mail:
E-Mail:
vienna@ritzcarlton.com
Website:
Website:
www.ritzcarlton.com/vienna
www.facebook.com/pastamara.vienna/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
täglich 8–22.30 jetzt geöffnet (bis 22:30 Uhr)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard, Amex, Diners, JCB
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Bars
Küche:
Küche:
Italienisch
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen am Sonntag, Frühstück, Rollstuhlgerecht, WLAN

Am Gipfel des Monte Negroni

Ein Luxushotel hat seine Lounge umgebaut. Gute Idee!

FLORIAN HOLZER | 8.1.2019

Angefangen hat das mit diesem Hotel ja ein bisschen seltsam. Zuerst wollte das Shangri-La-Luxushotel nicht einziehen, Ritz-Carlton (85 Hotels weltweit) sprang ein, startete seinen Betrieb 2012, das Restaurant mit dem irritierenden Namen Dstrikt wurde anfänglich mit „Neuer Heimatküche“ bespielt und floppte. Der zweite Anlauf als elegantes Steakhouse funktionierte dann recht gut, am Dach gibt’s im Sommer außerdem eine Rooftop-Bar, auch nicht schlecht.

Jetzt sollte man meinen, dass zwei gelungene Lokale für ein Wiener Luxushotel eh schon sehr viel sind, schließlich haben die meisten nicht einmal ein einziges, dennoch wurde jüngst ein weiteres konzipiert: Die Lobby im Souterrain sollte zu einem Platz werden, „an dem alles möglich ist“, also einen Drink nehmen, einen Espresso trinken, frühstücken, einen Snack nehmen, fein essen.

Für das Pastamara ließ man sich von Taruella Trenchs aus Barcelona eine sehr große, sehr offene Bar mit zentraler Theke bauen und man holte sich Rat vom sizilianischen Zwei-Sterne-Koch Ciccio Sultano, der hier vom Frühstück über die Weinkarte bis zur (großartigen) Speisekarte alles durchkonzipierte und freundlicherweise auch seinen jungen Küchenchef Nicola Zamperetti da ließ. Und siehe da, das Ding funktionierte von der ersten Minute an.

Aber jetzt das Highlight: Sultano entwarf nämlich auch eine Aperitivo-Karte, auf der elf köstliche Kleingerichte/Tapas gelistet sind, die man hier ab 17 Uhr bekommen kann. Und: Das Ritz-Carlton ließ sich in Zusammenarbeit mit Campari einen Negroni-Wagen bauen, den man sich um 19 Euro an den Tisch bestellen kann, um sich eine Negroni-Making-Show vorführen zu lassen. Und die ist super: Der Negroni MC reicht einem zuerst drei frisch besprühte Duftstreifchen – fruchtig, orangig, holzig –, nach denen er dann den Cocktail baut. Mit italienischem Gin, italienischem Wermut, französischem Orangenlikör und einem Schuss Campari einer fassgelagerten Sonderedition, die’s erst seit vorigem Jahr und ur selten gibt. Ja, kostet so viel wie normalerweise zwei Negronis, ist aber auch doppelt so gut.

Und das, was man da dann dazu bekommt, ist auch ein Wahnsinn. „Antipasto Ciccio Sultano“, eine Selektion aus gegrillten und marinierten Artischocken sowie gerösteten und marinierten Oliven, ist auf jeden Fall die perfekte Ergänzung zum Negroni (€ 12,–), „Pane e Panelle“, zwei kleine Burger mit Kichererbsenflade als Füllung erinnert an die grandiose ligurische Farinata, die Rätus Wetter einst im Expedit machte (€ 4,–), die rohe Mazara-Garnele ist natürlich absolut großartig, ergibt aber leider nur drei Bissen (€ 10,78), und die zwei Austern mit Pistaziencreme könnte man durchaus öfter am Tag verspeisen, nicht nur zum Negroni (€ 9,–). Tolles Erlebnis, der beste Grund seit langem, um ins Hotel essen zu gehen.

Resümee:

Italienische Apero-Kultur kompromisslos durchgedacht – mit irrwitzig guten Snacks und einem toll inszenierten Negroni.


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