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Carioca in Wien

© Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

© Carioca

Foto: Carioca

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Foto: Carioca


Typisch brasilianische Gerichte. Es gibt immer Feijoada (Bohneneintopf), eine vegane Speise (Prato vegano) sowie Prato do dia (Tagesgericht mit Reis, schwarzen Bohnen und Fisch/Rind/Huhn), Coxinha, Pão de queijo und einen Wochenteller; erlesene Auswahl an Cachaça (Zuckerrohrschnaps), Caipirinhas, brasilianischer Kaffee. Jeden 2. So/Monat Feijoada-Buffet (all you can eat inkl. kleine Vor- und Nachspeisen: € 17,–). Verkauf von typisch brasilianischen Lebensmitteln. Brasilianische Bücher zum Verleih. Immer wieder Veranstaltungen. Schanigarten für 20 Pers.

Adresse:
Adresse:
Obere Donaustraße 69
1020 Wien
Telefon:
Telefon:
0660/181 46 46
E-Mail:
E-Mail:
cariocawien@gmail.com
Website:
Website:
www.carioca.at
facebook.com/cariocawien/
instagram.com/cariocawien/
Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Mi–Sa 18–22, für Feijoada-Buffet auch jeden 2. So/Monat geöffnet (Termine s. Homepage)
öffnet um 18:00 Uhr
Aufgrund der aktuellen COVID-Richtlinien gilt derzeit für die Gastronomie die 2G-Regel sowie eine allgemeine Sperrstunde um 22 Uhr. Bitte beachten Sie, dass die aktuellen Öffnungszeiten ggf. abweichen können.
Preiskategorie:
Preiskategorie:
€€ (Hauptspeisen € 10-15)
Zahlungsmöglichkeiten:
Zahlungsmöglichkeiten:
Bankomat, VISA, MasterCard
Lokaltyp:
Lokaltyp:
Restaurants, Gaststätten
Küche:
Küche:
Brasilianisch
Sonstiges:
Sonstiges:
Essen zum Mitnehmen, Gastgarten

Das Prickeln der Jambù

Es wird wieder brasilianisch gekocht. Vielleicht nur drei Monate, aber immerhin

FLORIAN HOLZER | 22.1.2019

Wenn mitten im Jänner Leute irgendwo an der Oberen Donaustraße draußen stehen und Caipirinha trinken, dann ist das eher außergewöhnlich. Und kann zum Beispiel bedeuten, dass es hier etwas gibt, was es sonst nicht gibt, was anderswo nicht so gut ist, oder dass hier etwas von Leuten gemacht wird, die das zuvor noch nicht gemacht haben und deshalb Neugierde angebracht ist.

Alles drei der Fall. Livia Mata ist Grafikerin, kommt aus Brasilien und lebt seit vielen Jahren in Wien. Ihr Mann Stefan Stratil ist Illustrator und Animationsfilmer, kommt zwar überhaupt nicht aus Brasilien, war aber sofort dabei, als es darum ging, in Wien endlich wieder einmal richtige Feijoada zu kochen. Und zwar nicht nur für Freunde, sondern für alle. Und weil den beiden dann noch dazu das eben frei gewordene Café eines Yoga-Zentrums angeboten wurde, und zwar probeweise für drei Monate, wurden sie eben zu Teilzeit-Köchen.

Was eine sehr gute Nachricht für die gar nicht kleine Community brasilianischer Ex-Pats in Wien war, weshalb das kleine Carioca seit dem ersten Tag knackevoll ist. Und dass kurz mal irgendwas aus ist, sehr wahrscheinlich. Kern des Carioca-Angebotes von Livia Mata, Stefan Stratil und brasilianischen Freunden, die immer wieder einmal mithelfen, ist die Feijoada. Das ist im Wesentlichen ein Bohneneintopf mit Nationalgericht-Eigenschaften, je nach Region und in jeder Familie ein bisschen anders gemacht, ursprünglich aus der Küche der Sklaven kommend, heute Soulfood erster Güte.

Die schwarzen Bohnen werden mit geräucherten Würsten, einem Sud aus Schweineohren und -füßen sowie „Charque“ – getrocknetem Rindfleisch, das Livia Mata übrigens selbst herstellt – gekocht, dazu gibt’s Reis, gedämpftes Blattgemüse und vor allem Farofa, geröstetes Maniokmehl. Die Feijoada im Saci in der Mühlgasse war vielleicht ein bisschen besser, aber das Saci ist lange Geschichte, die Carioca-Feijoada super (€ 13,–).

Am Freitag gibt’s übrigens auch Fisch, und zwar wieder einen Eintopf, der Moqueca heißt und aus Reis, Gemüse, Kokosmilch und einem Stück Pangasius besteht, der in dieser Zubereitung seine Bestimmung gefunden zu haben scheint (€ 12,–). Und vorher noch knusprige Knödel aus einem Weizen-Erdäpfelteig mit wunderbarer Hühnerfülle, wobei der Hühnersaft in den Teig eingearbeitet wird, erfährt man. Großartig (€ 7,50). Die Caipirinha ist hier so gut wie nirgendwo sonst, was freilich auch an der Stimmung liegen kann, der Kaffee stammt aus Botelhos von der Fazenda Sertoazinho und wird von Andraschko in Berlin geröstet, sieben verschiedene Cachaças gibt’s auch und einer ist mit Saft der Jambù-Pflanze versetzt. Der fährt nicht nur ganz schön ein, sondern sorgt auch dafür, dass man für ein paar Minuten seine Zunge nicht spürt. Warum auch immer. Egal. Brazil!

Resümee:

Ein kleines Lokal, in dem es die Eintöpfe, die Schnäpse und auch ein bisschen den Spirit des großen Landes am Amazonas gibt.